{"id":585,"date":"2018-08-25T14:08:00","date_gmt":"2018-08-25T12:08:00","guid":{"rendered":"https:\/\/rib-ev.de\/?p=585"},"modified":"2024-07-19T15:02:08","modified_gmt":"2024-07-19T13:02:08","slug":"daks-newsletter-august-2018-ist-erschienen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rib-ev.de\/?p=585","title":{"rendered":"DAKS-Newsletter August 2018 ist erschienen!"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Hauptversammlung der Heckler &amp; Koch AG ist auf den 21.September 2018 verschoben worden. \u2013 Andererseits ist das noch keine Nachricht, denn bis dahin kann noch viel passieren und vielleicht wird auch dieser Termin noch einmal kurzfristig abgesagt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daf\u00fcr im neuen Newsletter: eine Analyse der Internationalisierungsstrategie von Rheinmetall Waffe &amp; Munition, die Relevanz von Waffeneinsammelaktionen wie sie k\u00fcrzlich auch in Deutschland stattfanden und \u2013 im Kunstmuseum Basel l\u00e4uft derzeit eine sehr sehenswerte Ausstellung \u00fcber Krieg in den audiovisuellen Medien. Mehr dazu im neuen Newsletter!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Weiterempfehlen: Wenn Sie den Kleinwaffen-Newsletter abonnieren wollen (als kostenlose E-Mail), senden Sie uns einfach eine <a href=\"mailto:daks-news@rib-ev.de?subject=Kleinwaffen-Newsletter\">Mail<\/a> mit dem Stichwort \u201eKleinwaffen-Newsletter\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">DAKS-Newsletter August 2018<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>BITS: Bericht zur Internationalisierungsstrategie von Rheinmetall Waffe &amp; Munition<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem faktenreichen <a href=\"http:\/\/www.bits.de\/public\/articles\/friedensforum\/ff04-18.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hintergrundartikel<\/a> zur Munitionsthematik geht Otfried Nassauer, Direktor des Berlin Information-center for Transatlantic Security (BITS) auf die Firma Rheinmetall Waffe &amp; Munition (RWM) ein und erl\u00e4utert, wie deren Firmenpolitik in Italien und S\u00fcdafrika gestaltet ist und welche fatalen Folgen, etwa im Krieg im Jemen, die Munitionsexporte dieses Konzerns haben. Neben anderen deutschen Firmen w\u00fcrde RWM beispielsweise Saudi-Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate mit Munition versorgen und damit deren Krieg im Nachbarland m\u00f6glich machen und den Tod tausender Zivilisten \u2013 ob durch Waffengewalt oder die Folgeprobleme wie Hunger und Krankheiten \u2013 mitverursachen. Es gehe um Munition f\u00fcr Panzer, M\u00f6rser, Haubitzen, Schiffsgesch\u00fctze und weitere Artilleriewaffen. Der Profit durch diese Munitionsexporte, so Nassauer, sei steigend, was er durch die Gewinnzahlen der vergangenen Jahre belegt. Die Milit\u00e4rs der Arabischen Halbinsel seien damit die wichtigsten Kunden des Konzerns.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch er betont: Nicht alle Geschosse werden aus Deutschland geliefert. Denn um die [wenigen] Exportrestriktionen hierzulande zu umgehen, werde gern aus skrupellos genehmigenden L\u00e4ndern exportiert, in diesem Fall Italien und S\u00fcdafrika. In der sardinischen Stadt Domusnovas habe heute die Tochterfirma RWM Italia S.p.A. ihren Sitz und produziere dort Marinemunition (aber auch \u2013 in US-Lizenz \u2013 die \u00e4u\u00dferst begehrten Bomben der MK80-Serie f\u00fcr Lenkwaffen). Der Firmenumsatz hat sich laut Nassauer von 2011 bis 2016 von 11 Millionen Euro auf satte 71 Millionen Euro erh\u00f6ht, fast alles Exporte, ein gro\u00dfer Teil auf die Arabische Halbinsel, und sicherlich auch in den Kriegseinsatz im Jemen. Doch die Konzernf\u00fchrung will, so die BITS-Analyse, den Jahresumsatz der italienischen Tochter noch steigern.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">S\u00fcdafrika ist ein weiterer Rheinmetall-Standort, denn hier habe der Konzern einen Teil des staatlichen s\u00fcdafrikanischen R\u00fcstungskonzerns Denel \u00fcbernommen und produziere nun unter anderem \u201eein breites Spektrum an Standardmunitionen f\u00fcr Land-, See- und Luftstreitkr\u00e4fte\u201c. Dieses Joint Venture sei daf\u00fcr geschaffen worden, so Nassauer, gezielt die L\u00e4nder der MENA-Region (also des Nahen Ostens und Nordafrikas), S\u00fcdost-Asiens und Lateinamerikas zu beliefern. Die gute Gesch\u00e4ftsentwicklung erm\u00f6gliche auch Neuentwicklungen und den Ausbau der Produktionskapazit\u00e4ten \u2013 mit staatlicher Unterst\u00fctzung (und Gewinnbeteiligung!) der Regierung in Pretoria. Ganze Munitionsfabriken w\u00fcrden von dort aus verkauft, denn der Standort S\u00fcdafrika mache den Konzern unabh\u00e4ngig von Genehmigungen, etwa durch die deutsche Regierung. Nassauer dazu: \u201eDie Politik nach Innen (Menschenrechte) und nach Au\u00dfen (Konflikte und Kriege) kann k\u00fcnftig schlechter durch die Lieferl\u00e4nder beeinflusst werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">All dies passe zur Strategie der Internationalisierung, die Rheinmetall seit mehr als zehn Jahren verfolge. Nur so, argumentiere der Konzern, k\u00f6nne man die \u201ewehrtechnischen Kompetenzen und Kapazit\u00e4ten aufrechterhalten und wirtschaftlich auslasten\u201c. Und diese Strategie geht auf, wie Nassauer erl\u00e4utert. Er schlie\u00dft dementsprechend mit der realistischen Einsch\u00e4tzung, dass f\u00fcr die Rheinmetall AG weiterhin hohe Gewinne in Aussicht stehen, denn, so Nassauers Formulierung, f\u00fcr das \u201eGrundnahrungsmittel des Krieges\u201c, also Munition, besteht weiter gro\u00dfe Nachfrage. Am selbsterkl\u00e4rten drittgr\u00f6\u00dften Hersteller gro\u00df- und mittelkalibriger Munition weltweit f\u00fchrt, so wird klar, wenn man die BITS-Analyse liest, kein Weg vorbei \u2013 sowohl, was die Wichtigkeit der Beobachtung dieser Waffenfirma betrifft, als auch, was die Notwendigkeit von Widerstand gegen diese Todesproduktion angeht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Artikel \u201eMunition f\u00fcr den Krieg \u2013 Die Rolle der Rheinmetall AG\u201c (mit allen exakten Zahlen) erschien im Heft 4\/2018 der Zeitschrift <em>Friedensforum<\/em> des Netzwerks Friedenskooperative mit Sitz in Bonn. Eine l\u00e4ngere Fassung dieser Informationen, die auch die Standorte von Rheinmetall Defence sowie viele weitere hilfreiche Informationen, Quellen und Anh\u00e4nge enth\u00e4lt, findet sich als \u201eFirmenprofil: Die Rheinmetall AG, D\u00fcsseldorf\u201c bei <a href=\"http:\/\/www.bits.de\/public\/articles\/global-network_05042018.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BITS<\/a> und beim Global Net \u2013 Stop the Arms Trade (<a href=\"https:\/\/www.gn-stat.org\/?p=971\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">GN-STAT<\/a>, hier auch in Englisch).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>BICC-Bericht zu Waffeneinsammlungsprogrammen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem Bericht \u201eControlling Small Arms: Practical lessons in civilian disarmament and anti-trafficking\u201c (<a href=\"https:\/\/www.bicc.de\/publications\/publicationpage\/publication\/controlling-small-arms-practical-lessons-in-civilian-disarmament-and-anti-trafficking-815\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BICC Knowledge Note 3\\2018<\/a>, 1,67 MB) informiert Autor Sami Faltas (Consultant und Senior Lecturer an der niederl\u00e4ndischen Universit\u00e4t Groningen, Fachbereich Internationale Beziehungen) \u00fcber die Ergebnisse eines Workshops zum Thema, der Ende Februar 2018 beim deutschen Au\u00dfenministerium stattfand. Die zum Teil hochrangigen TeilnehmerInnen, die auf diesem Feld auch praktisch arbeiten, kamen unter anderem aus dem westlichen und s\u00fcdlichen Afrika sowie von UN- und EU-Organisationen. Eine Best-Practice-Bestimmung war angestrebt. Zum einen geht es um die \u2013 freiwillig erfolgende \u2013 Einsammlung jener Schusswaffen, die sich im Besitz der Bev\u00f6lkerung befinden, zum anderen muss es auch um eine die Staatsgrenzen \u00fcberschreitende Kontrolle gehen, um illegalen Kleinwaffenhandel zu unterbinden und das Einstr\u00f6men neuer Waffen zu unterbinden. Was sich in europ\u00e4ischen L\u00e4ndern als \u00e4u\u00dferst komplexe Problematik erweist, stellt sich beispielsweise in der westafrikanischen Staatenstruktur als ebenso gro\u00dfe Herausforderung dar. Faltas betont daher, dass nur Erfolge erzielt werden k\u00f6nnen, wenn die \u201elessons learned\u201c (S. 7 bis 13 bzw. 14-16) m\u00f6glichst viele Akteure erreichen, die Methoden und Verfahren gelehrt und dann auch wirklich angewandt werden. Im Text enthaltene Grafiken wie \u201eDer Lebenszyklus einer Schusswaffe\u201c (S. 9) verdeutlichen die Thematik. Die im Rahmen des Workshops behandelten Beispielregionen und -l\u00e4nder waren Lateinamerika, Kambodscha, Albanien, das westliche und s\u00fcdliche Afrika, Tschad und Sudan. Auch Probleme, wie etwa die Gefahr, dass Entwaffnung mitunter zu Konflikten und Kriegen f\u00fchren kann, wurden angesprochen. Die Debatte, wie Waffen, insbesondere kleine und leichte Waffen, kontrolliert werden k\u00f6nnen, geht also weiter \u2013 ebenso bedarf es einer weiteren Erforschung der unterschiedlichen sozialen, kulturellen, (sicherheits-)politischen und kriminellen bzw. wirtschaftlichen Gr\u00fcnde, warum Zivilisten (automatische) Schusswaffen besitzen wollen (siehe S. 23-25).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>ARD-Bericht zu Kleinwaffen und leichten Waffen: Gr\u00fcne Verantwortung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/kleinwaffen-107.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Christoph Pr\u00f6ssl<\/a> vom ARD-Hauptstadtstudio berichtete am 21. August \u00fcber die Exportzahlen zu Kleinwaffen. Genau genommen spricht sein Bericht aber die leichten Waffen an, denn hier sieht Pr\u00f6ssl zu Recht ein Problem: Welche Waffenarten werden in der Statistik versteckt und welche Exportverbrechen werden damit verdeckt bzw. bleiben unbeachtet? Hintergrund: B\u00fcndnis 90 \/ Die Gr\u00fcnen haben gefragt und die Bundesregierung hat geantwortet. Es ging um eben die kleinen und leichten Waffen und deren Ausfuhr. Erst einmal sieht es so aus, dass das hohe Niveau deutscher Kleinwaffenexporte gesunken sei. Sicher ist das aber keineswegs. Und dann f\u00e4llt auf: Hier werden nur die kleinen, nicht die leichten Waffen gez\u00e4hlt. (Klein und leicht? Eigentlich immer wieder eine Verharmlosung, angesichts der Millionen Toten weltweit.) Und bei den leichten Waffen (etwa M\u00f6rsern, schweren Maschinengewehren, Granatwerfern und tragbaren Raketenwaffen) sei der Exportwert im ersten Halbjahr 2018 sogar gestiegen. Katja Keul von den Gr\u00fcnen ist emp\u00f6rt. Zu Recht. Emp\u00f6rend k\u00f6nnte aber auch sein, dass gerade B\u00fcndnis 90 \/ Die Gr\u00fcnen gestiegene R\u00fcstungsexporte als unverantwortlich bezeichnen. Denn die Regierungskoalition aus SPD und Gr\u00fcnen hatte vor gar nicht so langer Zeit keinerlei Problem mit solchen Exporten. Die Ausfuhrzahlen und die Empf\u00e4ngerl\u00e4nder und -regionen jener Jahre sprechen da eine klare Sprache. Das will man nun nat\u00fcrlich nicht mehr h\u00f6ren oder wissen. Aber Exportverbrechen bleibt eben Exportverbrechen, da hilft auch keine Katja Keul, sondern nur eine klare Aufarbeitung. Solange ist es sicherlich sinnvoll, bei Appellen von gr\u00fcner Seite darauf hinzuweisen, wie Parteien und Politiker sich verdrehen und verstellen k\u00f6nnen, wenn man dadurch W\u00e4hlerstimmen und Regierungsbeteiligung (Macht!) erringen kann \u2013 das kann sich die Partei Die Linke ja schon mal angucken, <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/bodo-ramelow-wir-sind-keine-pazifisten-a-1104383.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bodo Ramelow<\/a> (\u201eWir sind keine Pazifisten.\u201c).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dem Artikel geht es abschlie\u00dfend um die Frage, ob und welche kleinen und leichten Waffen die Bundesregierung k\u00fcnftig nicht mehr exportieren und dann weiterwandern lassen will (mit einem hilfreichen Kommentar von BITS-Mitarbeiter Alexander Lurz). Zu diesem Punkt kann man nun nat\u00fcrlich viel diskutieren und noch mehr hoffen. Doch am Ende wissen wir, dass eine CDU-SPD-CSU-Regierung nicht ihre eigenen R\u00fcstungsfirmen sterben lassen wird, und die leben (neben der Auslandsorientierung, etwa auf dem US-Markt) nun mal vom Export, wie am Beispiel Heckler &amp; Koch gut zu sehen ist. Kleinwaffen sind \u00fcberall gefragt, ob von staatlichen Armeen, \u201eRebellen\u201c oder S\u00f6ldner-Organisationen, also wird das Angebot m\u00f6glich gemacht. Nur eine Zivilgesellschaft, die ihre Ablehnung auch in Protest m\u00fcnden l\u00e4sst, kann das verhindern. Und kann das Leid der Menschen, die mit \u201eunseren\u201c Waffen be- und erschossen werden, verringern. Daher: Grenzen auf f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge! Grenzen zu f\u00fcr Waffen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gegen Kriegsgewalt: G36 und Leopard-Panzer im Fokus von Kunstschaffenden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Kunstmuseum Basel pr\u00e4sentiert noch bis zum 2. Dezember die Ausstellung \u201e<a href=\"https:\/\/kunstmuseumbasel.ch\/en\/exhibitions\/2018\/rosler-steyerl\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Wargames<\/a>\u201c von Hito Steyerl (Berlin), in der sie gemeinsam mit Martha Rosler (New York) Werke zu den Themen Krieg und audiovisuelle Medien zeigt. Neben anderen Aspekten geht es um, so das Museum, \u201emilitarization of spheres of social life\u201c. Annette Hoffmann zitiert in ihrer Ausstellungskritik f\u00fcr die Freiburger Kunstzeitschrift \u201eKultur Joker\u201c (S. 12) Kurator S\u00f8ren Grammel, der von \u201eseltsamen Zusammenh\u00e4ngen\u201c spricht, die sich beim Gang durch die S\u00e4le finden lie\u00dfen. Weiter hei\u00dft es in Hoffmanns Text: \u201eSeltsam, weil beide K\u00fcnstlerinnen die nonchalante Vermischung von zivilen, genauer wirtschaftlichen Interessen mit milit\u00e4rischen aufdecken oder weil sie zeigen, wie d\u00fcnn der zivilisatorische Firnis unserer Welt ist.\u201c So fertigte Rosler w\u00e4hrend des Vietnamkriegs bereits Collagen an, die u. a. saubere (US-amerikanische) Wohnzimmer mit Bildern der soldatischen Gewalt in dem asiatischen Land kontrastierten und damit die beiden Welten verbanden. Heute, so Hoffmann, entst\u00fcnden weitere solche Arbeiten, etwa zum Afghanistan-Krieg. Andere Werke thematisieren den Krieg in der Ukraine und dortige wirtschaftliche Interessen bzw. ihre mediale Verschleierung. Steyerls Videoinstallation \u201eIs the Museum a Battle-Field?\u201c stellt die Frage, woher das Gewehrgeschoss gekommen sei, mit dem Steyerls Kommilitonin Andrea Wolf Ende der 1990er Jahre get\u00f6tet worden sei, als sie im t\u00fcrkischen Bergland f\u00fcr die PKK k\u00e4mpfte. Aus deutscher Produktion? Zumindest macht die K\u00fcnstlerin immer wieder darauf aufmerksam, dass eben jener R\u00fcstungskonzern bei vielen sp\u00e4teren Kunstausstellungen als Sponsor auftrat, wie Hoffmann anmerkt. Schlachtfeld Kunstszene? Reinwaschung von (Mit-)Schuld durch Kunstsponsoring? Das ist die Frage, die aufkommt. Spannend! \u2013 Annette Hoffmanns Kunstkritik findet sich in der <a href=\"https:\/\/www.kulturjoker.de\/aktuelle-ausgabe\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">August<\/a>-Ausgabe des Kultur Jokers bzw. sp\u00e4ter in dessen <a href=\"https:\/\/www.kulturjoker.de\/archiv\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Archiv<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4hnlich konkret und doch inspirierend bzw. verst\u00f6rend sind zwei Kunstwerke, die bei der letztj\u00e4hrigen documenta zu sehen waren. In einer im Kasseler Stadtmuseum gezeigten, durchaus gewagten Performance mit dem Titel \u201e<a href=\"http:\/\/www.documenta14.de\/en\/calendar\/22463\/el-objetivo-the-objective-\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">The Objective<\/a>\u201c (spanisch \u201eEl Objetivo\u201c), bei der sie selbst als symbolisches Ziel teilnimmt, hat die guatemaltekische K\u00fcnstlerin Regina Jos\u00e9 Galindo G36-Gewehre installiert, mit denen die BesucherInnen auf sie schie\u00dfen k\u00f6nnen, genauer gesagt nur zielen sollen. Einen Menschen t\u00f6ten? Das ist mit einem Gewehr technisch sehr leicht m\u00f6glich, hier einem in Deutschland entwickelten und auch produzierten, man muss nur den Abzug bet\u00e4tigen, es ist also m\u00f6glich und man und frau fragt sich nach der eigenen F\u00e4higkeit zur T\u00e4terschaft. Der Hinweis, dass die Szenerie nicht f\u00fcr Kinder geeignet sei, steht hier sicher zu Recht. In der Realit\u00e4t, d. h. in den L\u00e4ndern, in die deutsche und andere Firmen Waffen liefern, fehlt dieser Schutz \u2013 die dortigen Menschen, auch Kinder, erleben die Gewalt ungefiltert. Besonders auch: Jos\u00e9 Galindo l\u00e4dt die documenta-BesucherInnen ein, sich selbst auf jenen Platz zu begeben, auf den die L\u00e4ufe der G36-Waffen zielen. <a href=\"http:\/\/www.artnews.com\/2017\/06\/08\/at-kassels-stadtmuseum-a-view-to-a-kill\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Sarah Douglas<\/a> zeigt in ihrer Kritik ein Foto der Installation und weist darauf hin, dass im Geb\u00e4ude des Stadtmuseums auch historische Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg ausgestellt werden und dass in Kassel Kriegsmaterial f\u00fcr die faschistische Wehrmacht produziert wurde. <a href=\"https:\/\/www.contemporaryand.com\/magazines\/regina-jose-galindo-documenta-14-and-the-weapons-industry\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Jota Momba\u00e7a<\/a> betont ebenfalls die blutige Geschichte der Stadt und sieht Jos\u00e9 Galindos Werk hier am richtigen, weil Schuld aufdeckenden Platz. Die K\u00fcnstlerin thematisiere in ihren Werken oft Ungerechtigkeit und Tod, Genozid, speziell auch <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Femizid\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Femizid<\/a> (also Gewalt gegen Frauen, weil sie Frauen sind) und milit\u00e4rische Waffengewalt. Momba\u00e7a stellt auch ein weiteres Exponat von Jos\u00e9 Galindo vor, eine Videoinstallation, bei der die BetrachterInnen aus einem durch eine Landschaft fahrenden Leopard-Panzer hinausschauen, am Kanonenrohr entlang, w\u00e4hrend ein Mensch, Regina Jos\u00e9 Galindo, vor dem Panzer davonrennt und langsam ihre Kraft verliert. Das Werk \u201eDer Schatten\u201c (spanisch \u201eLa sombra\u201c) zeigt die Gewalt, die eine solche Waffe verk\u00f6rpert, und auch, wie wir, wenn wir denn in einer solchen Situation w\u00e4ren, f\u00fchlen oder handeln (k\u00f6nnten). Die zurzeit in vielen Medien zu sehenden Bilder vom \u201ePrager Fr\u00fchling\u201c mitsamt den in der Menschenmenge fahrenden sowjetischen Panzern lassen diese Kunstinstallation in einem hochaktuellen Licht erscheinen. Auch Assoziationen an Panzerlieferungen in Krisengebiete, etwa nach Saudi-Arabien, und an deren m\u00f6glichen Einsatz im Jemen-Krieg kommen auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Endlich aufgedeckt! MG-Schie\u00dfen bei der Bundeswehr ist spannend und abenteuerlich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">12,7 x 99 mm \u2013 das ist das Kaliber jener Maschinengewehrwaffe, \u00fcber die die Bundeswehr auf ihrer Internetseite Mitte August einen \u201espannenden\u201c Bericht ver\u00f6ffentlicht hat. Die Waffe mit dem Namen <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.fnherstal.com\/en\/product\/medium-crew-served-WS\" target=\"_blank\">M3M<\/a> (von <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.fnherstal.com\/en\/news\/airborne-pintle-mounted-weapon-systems%20\" target=\"_blank\">FN Herstal<\/a>) verschie\u00dft technisch gesehen 950 bis 1100 Schuss pro Minute, \u00fcber maximal 1.850 Meter hinweg \u2013 doch auf wen wird geschossen? Falsche Frage. Der Bericht geht auf ganz andere Dinge ein: Wir lernen, man sagt \u201eDefensivbewaffnung\u201c zu dieser \u00fcberaus gef\u00e4hrlichen Waffe (gro\u00dfes Kaliber, gro\u00dfe Reichweite, wer kann da sehen, wohin er oder sie schie\u00dft bzw. wen die Geschosse treffen?) und die mit dem US-amerikanisch-coolen Begriff bezeichneten \u201eDoorgunner\u201c loben, wie einfach die Waffe zu f\u00fchren sei und dass sie fast keinen R\u00fccksto\u00df erzeuge. Sie selber w\u00fcrden beim Schie\u00dfen bis zum \u00c4u\u00dfersten gefordert: Man m\u00fcsse \u201ek\u00f6rperlich und psychisch fit sein\u201c, um \u201eden Gegner niederzuhalten, bis die CH-53 [der Bundeswehr-Helikopter] au\u00dfer dessen Reichweite ist\u201c. Bis zu 80 Stellen f\u00fcr \u201eBordsicherungssoldaten\u201c gebe es bei der Bundeswehr, erfahren wir vom Interviewpartner, einem Mann namens Achim M\u00fcller, der in Wahrheit gar nicht so hei\u00dft. Und an dieser Stelle wird einem wieder bewusst, dass es sich bei all dem Schwelgen in ach so sch\u00f6ner und professionell gelebter MG-Sch\u00fctzen-Romantik und dem Verschweigen der Tatsache, dass so ein Soldat massenhaft Geschosse in alle Richtungen und alle sich in der N\u00e4he und Ferne befindenden Personen, sprich Menschen verschie\u00dft, um Werbung f\u00fcr die Bundeswehr handelt. Um ein Arbeitsplatzangebot beim deutschen Milit\u00e4r (denn \u2013 h\u00f6rt her! \u2013 nicht alle Stellen sind besetzt). Um Kriegsverherrlichung und -verharmlosung. Da kommt Achim dann vom schw\u00e4bischen Laupheim \u201edrei bis viermal im Jahr f\u00fcr rund sechs Wochen nach Afghanistan\u201c. Oder Mali? Oder\u2026? Aber nicht zum Shoppen oder Chillen, sondern zum Killen. F\u00fcr die Bundeswehr. F\u00fcr Deutschland. \u2013 Kann man nur hoffen, dass die (jungen) Leute das nicht lesen. Oder sich auch mal andere Texte und Filme anschauen, bei denen die Doorgunner nicht so gut wegkommen wie hier, zum Beispiel in \u201eFull Metal Jacket\u201c: \u201eHave you killed women and children?\u201c \u2013 \u201eEasy, you just don\u2019t <a href=\"https:\/\/forum.wordreference.com\/threads\/easy-you-just-dont-lead-them-so-much.3377400\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">lead<\/a> them so much.\u201c Ja, Krieg <em>ist<\/em> die H\u00f6lle, ja, auch bei der Bundeswehr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Hauptversammlung der Heckler &amp; Koch AG ist auf den 21.September 2018 verschoben worden. \u2013 Andererseits ist das noch keine Nachricht, denn bis dahin kann noch viel passieren und vielleicht wird auch dieser Termin noch einmal kurzfristig abgesagt? Daf\u00fcr im neuen Newsletter: eine Analyse der Internationalisierungsstrategie von Rheinmetall Waffe &amp; Munition, die Relevanz von Waffeneinsammelaktionen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","ast-disable-related-posts":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"default","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-4)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-585","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rib-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/585","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rib-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/rib-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rib-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rib-ev.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=585"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/rib-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/585\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1553,"href":"https:\/\/rib-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/585\/revisions\/1553"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rib-ev.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=585"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/rib-ev.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=585"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/rib-ev.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=585"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}