{"id":455,"date":"2019-11-30T12:47:00","date_gmt":"2019-11-30T11:47:00","guid":{"rendered":"https:\/\/rib-ev.de\/?p=455"},"modified":"2024-07-19T15:01:38","modified_gmt":"2024-07-19T13:01:38","slug":"daks-newsletter-november-2019-ist-erschienen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rib-ev.de\/?p=455","title":{"rendered":"DAKS-Newsletter November 2019 ist erschienen!"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Kleinwaffenhersteller Heckler &amp; Koch durchlebt gerade turbulente Zeiten: In Deutschland werden R\u00fcstungsexporte zunehmend kritisch beurteilt \u2013 mehr dazu im neuen Newsletter! \u2013 und im Unternehmen selbst scheint ein Machtkampf zwischen dem (bisherigen) Mehrheitseigent\u00fcmer Andreas Heeschen und einem ungenannten Investor (der teilweise mit Nicolas Walewski identifiziert wird) ausgebrochen zu sein. Keine guten Aussichten f\u00fcr die angek\u00fcndigte au\u00dferordentliche Hauptversammlung, die noch vor Weihnachten stattfinden soll. \u2013 Mehr dazu im neuen Newsletter.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Themen: Das Deutsche B\u00fcndnis Kindersoldaten hat seinen \u201eSchattenbericht\u201c ver\u00f6ffentlicht, der Landminenmonitor 2019 ist erschienen und dem \u201eVerein der Verfolgten des Naziregimes \u2013 Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten\u201c ist der Status der Gemeinn\u00fctzigkeit abgesprochen worden. Au\u00dferdem: ein Blick auf Stanislaw Lem und seine Vision von \u201eWaffensystemen im 21.Jahrhundert\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Weiterempfehlen: Wenn Sie den Kleinwaffen-Newsletter abonnieren wollen (als kostenlose E-Mail), senden Sie uns einfach eine <a href=\"mailto:daks-news@rib-ev.de?subject=Kleinwaffen-Newsletter\">Mail<\/a> mit dem Stichwort \u201eKleinwaffen-Newsletter\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DAKS-Newsletter November2019<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heckler &amp; Koch: Die Ger\u00fcchtek\u00fcche brodelt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bekannterma\u00dfen steht Heckler &amp; Koch seit Jahren in der Krise. W\u00e4hrend der Waffenhersteller einerseits einen Schuldenberg von rund 235 Millionen Euro angeh\u00e4uft hat, sind die Gewinne gleichzeitig gesunken, sodass das Unternehmen trotz diverser Gro\u00dfauftr\u00e4ge in den vergangenen Jahren immer wieder Verluste verbuchen musste. Dies scheint in diesem Jahr zwar anders zu werden \u2013 wenn aufgrund der ver\u00f6ffentlichten <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/industrie\/waffenhersteller-kleiner-gewinn-bei-heckler-und-koch\/25196254.html?ticket=ST-38241010-QMHofRlJvp990hdTswEu-ap3\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Quartalszahlen<\/a> derzeit von einem Gewinn von 1,3 Millionen Euro ausgegangen werden darf, so scheint aber auch das noch nicht eine Trendwende im strengen Sinn zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>So ist es naheliegend, dass an dem im Juli 2019 zwischen HK und der IG Metall ausgehandelten Tarifvertrag weiterhin festgehalten wird, denn dieser sieht zwar einerseits unbezahlte Mehrarbeit f\u00fcr die Mitarbeiter im Umfang von 2,5 Stunden pro Woche vor, gleichzeitig stellt das Unternehmen aber zus\u00e4tzliche Investitionen zur Prozessoptimierung in Aussicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Umso komplizierter wird es, wenn nun erneut Ger\u00fcchte laut werden, die viele Fragen aufwerfen, aber kaum Grundlagen bieten, um Antworten zu finden. So hat HK am 12. November 2019 eine au\u00dferordentliche Hauptversammlung seiner Aktion\u00e4re einberufen. Der Antrag zur Einberufung dieser Versammlung kam von Andreas Heeschen, dem derzeitigen Mehrheitsaktion\u00e4r der HK AG, und der einzige Gegenstand der Tagesordnung war bisher die Frage der Verg\u00fctung der Aufsichtsratmitglieder. Geht es nach dem Willen von Heeschen sollen diese Bez\u00fcge n\u00e4mlich erh\u00f6ht werden. Wenige Tage sp\u00e4ter, n\u00e4mlich bereits am 18. November 2019 beantragte Heeschen, die <a href=\"https:\/\/www.heckler-koch.com\/no_cache\/de\/ir\/ir-mitteilungen.html?tx_z7simpledownloads[download]=1095\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Tagesordnung<\/a> um zwei Punkte zu erweitern: Er beantragte, den Aufsichtsrat auf vier Mitglieder zu erh\u00f6hen und m\u00f6chte selbst in den Aufsichtsrat gew\u00e4hlt werden. Sicherlich ist Spontaneit\u00e4t zu begr\u00fc\u00dfen, bei so wichtigen Fragen wie der Einberufung einer au\u00dferordentlichen Hauptversammlung \u00fcberrascht es jedoch, wenn lediglich ein einziges Thema zur Debatte steht und der Antragsteller selbst diesen Antrag dann in einem zweiten Schritt noch erweitern muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts dieser Situation hat die IG Metall nun ein <a href=\"https:\/\/www.nrwz.de\/featured\/ig-metall-leitet-pruefverfahren-bei-heckler-und-koch-ein\/245990\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Pr\u00fcfungsverfahren<\/a> eingeleitet, in dem gekl\u00e4rt werden soll, ob die Grundlagen, die zur Annahme des Sanierungs-Tarifvertrages gef\u00fchrt haben, noch gegeben sind, denn wenn der Mehrheitsaktion\u00e4r eines kriselnden Unternehmens nicht nur die Erh\u00f6hung der Management-Geh\u00e4lter, sondern auch noch die Erweiterung des Aufsichtsrates und seine eigene Bestallung zum Aufsichtsrat beantragt, dann hat das auf den ersten Blick wenig mit Zur\u00fcckhaltung zu tun, wie sie angesichts von Krise und Sanierung geboten scheinen.<\/p>\n\n\n\n<p>Parallel zu dieser Entwicklung sind <a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/my\/finanzen\/geldanlage\/fondsmanager-walewski-napoleon-inside\/25266686.html?ticket=ST-49050824-0dQj1caL2VwUiy6NlcG0-ap5\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ger\u00fcchte<\/a> laut geworden, dass Nicolas Walewski, einer der bisherigen Gro\u00dfaktion\u00e4re von HK, seinen Anteil erh\u00f6hen und die Unternehmensmehrheit erwerben m\u00f6chte. Bereits am 8. November 2019 reagierte HK auf diese Meldungen mit einer <a href=\"https:\/\/www.heckler-koch.com\/de\/presse\/detail\/article\/statement-zur-aktuellen-berichterstattung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Pressemitteilung<\/a>, in der mitgeteilt wurde, dass dem Unternehmen keine Informationen \u00fcber Verschiebungen in den Mehrheitsverh\u00e4ltnissen bekannt sind, dass es aber sehr wohl dar\u00fcber informiert ist, dass dem Bundeswirtschaftsministerium ein Antrag zu einem entsprechenden Erwerb vorliegt und die Genehmigung des entsprechenden Gesch\u00e4fts gepr\u00fcft wird. Soll hei\u00dfen: Das Unternehmen ist sehr wohl dar\u00fcber informiert, welche \u00dcberlegungen im Hintergrund laufen, m\u00f6chte dar\u00fcber aber nicht \u00f6ffentlich sprechen. Das ist sicherlich keine Entscheidung zur Steigerung der Transparenz und hilft nicht, die bestehenden Unklarheiten zu beseitigen.<\/p>\n\n\n\n<p>So unklar, wie die Struktur und die Situation des Kleinwaffenherstellers scheint unter diesen Umst\u00e4nden auch die Frage, wie es mit der Ausschreibung zur Beschaffung einer Nachfolgebewaffnung f\u00fcr das G36-Schnellfeuergewehr der Bundeswehr weitergehen wird, denn ein R\u00fcstungsunternehmen, dass sich in einer kontinuierlichen Krise bewegt, ist doch eigentlich kein zuverl\u00e4ssiger Lieferant f\u00fcr die Bundeswehr.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Engagement zeigt Wirkung \u2013 Mehrheit im Bundestag f\u00fcr R\u00fcstungsexportkontrollgesetz!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Pressemitteilung von Aktion Aufschrei<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer jahrelange Einsatz der \u201aAktion Aufschrei \u2013 Stoppt den Waffenhandel!\u2018 f\u00fcr ein R\u00fcstungsexportkontrollgesetz zeigt jetzt Wirkung in der politischen Debatte im Deutschen Bundestag. Das st\u00e4rkt unsere Motivation, weiter gegen deutsche Waffenausfuhren zu k\u00e4mpfen, die den nationalen und internationalen Regelungen widersprechen. Eine Mehrheit in der Bev\u00f6lkerung gegen Waffenexporte in Kriegs- und Krisengebiete haben wir schon seit Langem hinter uns\u201c, betont die Kampagnensprecherin und pax christi-Generalsekret\u00e4rin Christine Hoffmann. Hintergrund dieser Erfolgsmeldung: Im Deutschen Bundestag zeigte sich am vergangenen Donnerstag, dass es auch hier endlich eine Mehrheit f\u00fcr ein R\u00fcstungsexportgesetz gibt. In der Plenardebatte am 14.11. \u00fcber verschiedene Antr\u00e4ge zum Thema R\u00fcstungsexporte sprachen sich die Redner der SPD f\u00fcr ein \u201eR\u00fcstungsexport(Kontroll-)Gesetz\u201c aus. Frank Junge (SPD) zeigte sich zudem zuversichtlich, dass dieses noch in der aktuellen Legislaturperiode verabschiedet wird. Die Linke und B\u00fcndnis90\/Die Gr\u00fcnen k\u00e4mpfen seit Jahren daf\u00fcr, die FDP hatte sich in ihrem j\u00fcngsten Wahlprogramm f\u00fcr ein derartiges Gesetz ausgesprochen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEntscheidend ist jetzt, dass, wenn die Politischen Grunds\u00e4tze der Bundesregierung betreffend R\u00fcstungsexporte in Gesetzesform gegossen werden, die L\u00fccken und Schwachstellen entweder vorher oder im Schreibprozess des Gesetzes geschlossen und beseitigt werden m\u00fcssen. Diese Schw\u00e4chen wurden durch eine Auswertung der j\u00fcngst \u00fcberarbeiteten Grunds\u00e4tze durch die Kampagne erneut offenbar. Zudem muss in dem R\u00fcstungsexport(Kontroll-)Gesetz unbedingt ausgeschlossen werden, dass die bisher ge\u00fcbte Unterscheidung nach L\u00e4ndergruppen und Bevorteilung z. B. von NATO-L\u00e4ndern weiter Bestand hat. Denn das Beispiel T\u00fcrkei zeigt, dass B\u00fcndnisinteressen nicht gegen die Einhaltung des V\u00f6lkerrechts, die Achtung der Menschenrechte und das Gebot des Gewaltverzichts abgewogen werden d\u00fcrfen. Sie sind f\u00fcr alle Staaten verpflichtend und m\u00fcssen entsprechend der Ma\u00dfstab bei jeder Exportgenehmigung sein\u201c, so Susanne Weipert, Koordinatorin der \u201eAktion Aufschrei \u2013 Stoppt den Waffenhandel!\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDass jetzt im Bundestag tats\u00e4chlich eine parlamentarische Mehrheit f\u00fcr dieses lang umk\u00e4mpfte Ziel vorhanden ist, ist ein gro\u00dfer Erfolg der Friedensbewegung und aller R\u00fcstungsexportgegner*innen. Die Kampagne \u201aAktion Aufschrei \u2013 Stoppt den Waffenhandel!\u2018 fordert daher alle Bundestagsabgeordneten auf, diese Chance umgehend zu nutzen und ein entsprechendes Gesetzgebungsverfahren unter Beteiligung der Friedensbewegung und friedensbewegter Organisationen in die Wege zu leiten\u201c, erg\u00e4nzt Hoffmann.<\/p>\n\n\n\n<p>\u25cf Weitere Informationen zur Pressemitteilung und zum Aufschrei-Netzwerk gibt es <a href=\"https:\/\/www.aufschrei-waffenhandel.de\/presse-video-audio\/presseerklaerungen\/19112019-aktion-aufschreiengagement-zeigt-wirkung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schattenbericht Kindersoldaten erschienen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer Pressekonferenz des Deutschen B\u00fcndnis Kindersoldaten in Berlin haben terre des hommes und Kindernothilfe den Schattenbericht Kindersoldaten vorgestellt. Wie Ralf Willinger, Referent Kinderrechte und Friedensarbeit bei terre des hommes, mitteilt, sind deutsche Waffenexporte und die Auswirkungen auf Kinder ein Schwerpunkt des Berichts, neben der Thematik \u201eMinderj\u00e4hrige in der Bundeswehr\u201c. (Dass dieses Thema von der Bundeswehr immer noch erledigt wurde, d. h. dass garantiert keine Minderj\u00e4hrigen mehr angeworben und ausgebildet werden, ist schon ein Skandal an sich).<\/p>\n\n\n\n<p>Alle Infos (mitsamt der Pressemitteilung, den Statements der Pressekonferenz und dem vollst\u00e4ndigen Schatten\u00adbericht) finden sich auf den Internetseiten <a href=\"http:\/\/www.kindersoldaten.info\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.kindersoldaten.info<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.tdh.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.tdh.de<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Landminen Monitor 2019 ver\u00f6ffentlicht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am 21. November 2019 wurde der Landminen Monitor 2019 ver\u00f6ffentlicht und in Genf vorgestellt, wie <a href=\"https:\/\/www.landmine.de\/aktuelles\/news-detailseite\/landminen-monitor-2019-veroeffentlicht.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Landmine.de<\/a> berichtet. Der \u201eMonitor\u201c, der im vierten Jahr in Folge erscheint, informiert \u00fcber die au\u00dfergew\u00f6hnlich hohen Unfallzahlen mit Landminen und auch mit Blindg\u00e4ngern. Im Jahr 2018 seien 6.897 Menschen verletzt oder get\u00f6tet worden \u2013 auf eine hohe Dunkelziffer wird extra hingewiesen. Auch die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/landminen-121.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ARD<\/a> berichtete und spricht von mehr als 3000 Toten und etwa 3800 Verletzten (Beitrag von Mathias Zahn, mit einem Interview mit Eva Maria Fischer von der Hilfsorganisation Handicap International). Die Opfer seien zum gr\u00f6\u00dften Teil Zivilist*innen, jedes zweite Opfer sei ein Kind. Dies sind alarmierend hohe Zahlen, selbst wenn sie im Berichtsjahr leicht zur\u00fcckgegangen sind, denn immerhin sind die jetzigen Opferzahlen doppelt so hoch wie 2014. Besonders betroffen vom Einsatz dieser Waffen seien Kriegs- und Krisengebiete wie Afghanistan, Mali, Myanmar, Nigeria, Syrien und die Ukraine \u2013 zu den am meist-verminten L\u00e4ndern geh\u00f6ren, so Fischer, Kambodscha und Bosnien. Viele Minen w\u00fcrden in den letzten Jahren von nicht-staatlichen Streitkr\u00e4ften eingesetzt und diese Minentypen seien auch oft selbstgebaut \u2013 was allerdings nicht die Tatsache verdecken darf, dass reiche Staaten billige Minen jahrzehntelang eingesetzt und vor allem exportiert haben und dass diese Minen weiterhin eine Lebensgefahr darstellen. Wie Landmine.de berichtet, sind insgesamt 60 Staaten und Gebiete weltweit mit Minen und explosiven Kriegsresten verseucht. Die Vertragsstaaten des Ottawa-Vertrags von 1997 haben sich das Ziel gesetzt, bis 2025 eine weitgehend minenfreie Welt zu erreichen, wie etwa in Mozambique geschehen. Doch dies kann nur gelingen, wenn die entsprechenden Organisationen (vor allem finanzielle und auch logistische) Unterst\u00fctzung bekommen. Fischer weist darauf hin, dass die deutsche Bundesregierung zwar viele Mittel bereitstelle, aber, wie andere Geldgeber-Staaten auch, auf bestimmte L\u00e4nder fokussiere. Dadurch w\u00fcrden L\u00e4nder und Regionen, in denen anscheinend nicht mehr viel zu tun sei, (schrecklicherweise) \u201edurchs Raster fallen\u201c. Es ist also weiter dringend n\u00f6tig, die Minenr\u00e4umung aktiv und umfassend zu unterst\u00fctzen!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pressemitteilung der VVN-BdA <\/strong><strong>vom 22. November 2019<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Antifaschismus muss gemeinn\u00fctzig bleiben!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schwerer Angriff auf die VVN-BdA<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am 4. November hat das Finanzamt f\u00fcr K\u00f6rperschaften I des Landes Berlin der Bundesvereinigung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes \u2013 Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (<a href=\"https:\/\/vvn-bda.de\/antifaschismus-muss-gemeinnuetzig-bleiben-schwerer-angriff-auf-die-vvn-bda\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">VVN-BdA<\/a>) e.V. die Gemeinn\u00fctzigkeit entzogen. Damit verbunden sind vorerst Steuernach\u00adforderungen in f\u00fcnfstelliger H\u00f6he, die noch in diesem Jahr f\u00e4llig werden. Weitere erhebliche Nachforderungen sind zu erwarten und auch zuk\u00fcnftig drohen wesentlich h\u00f6here steuerliche Belastungen. Damit ist die VVN-BdA in ihrer Existenz bedroht. Das Finanzamt Berlin handelt damit anders, als das Finanzamt Oberhausen-S\u00fcd, das der Landesvereinigung NRW die Gemein\u00adn\u00fctzigkeit am 22. Oktober gew\u00e4hrt hat. In beiden F\u00e4llen war derselbe Vorwurf erhoben worden. Er besteht darin, dass die Landesvereinigung Bayern der VVN-BdA im bayrischen Verfassungsschutz\u00adbericht wiederholt als linksextremistisch beeinflusst dargestellt wird. W\u00e4hrend das Finanzamt Oberhausen-S\u00fcd der Widerrede der VVN-BdA im Anh\u00f6rungsverfahren entsprach, beharrt das Berliner darauf, dass \u201eder volle Beweis des Gegenteils, als Widerlegung der Vermutung als extremistische Organisation\u201c nicht erbracht worden sei. Das bedeutet, dass die Bewertung durch eine nachgeordnete bayrische Landesbeh\u00f6rde, die laut bayrischem Gerichtshof keine Tatsachen\u00adbehauptung darstellt, demnach \u00fcber das Schicksal einer bundesweit arbeitenden zivilgesell\u00adschaftlichen Organisation entscheiden d\u00fcrfen soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Von \u00dcberlebenden der Konzentrationslager und Gef\u00e4ngnisse 1947 gegr\u00fcndet, ist die VVN-BdA seitdem die gr\u00f6\u00dfte, \u00e4lteste, \u00fcberparteiliche und \u00fcberkonfessionelle Organisation von Antifaschis\u00adtinnen und Antifaschisten Deutschlands. Sie vertritt die Interessen von Verfolgten und Wider\u00adstandsk\u00e4mpfern, sowie deren Nachkommen, tritt f\u00fcr Frieden und V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung ein und hat gegen gro\u00dfe gesellschaftliche Widerst\u00e4nde wesentlich daf\u00fcr gesorgt, dass die Verbrechen des Nazi-Regimes nicht in Vergessenheit geraten sind, u. a. durch den Einsatz f\u00fcr die Errichtung von Gedenkst\u00e4tten und Erinnerungsorten und vielfache Zeitzeugenarbeit. Sie informiert \u00fcber aktuelle neofaschistische Umtriebe und organisiert den Widerstand in breiten B\u00fcndnissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind entsetzt und emp\u00f6rt dar\u00fcber, dass sich das Berliner Finanzamt die haltlosen Unter\u00adstellungen der bayrischen Beh\u00f6rde ungepr\u00fcft zu eigen macht. Damit behindert es genau das zivilgesellschaftliche Engagement, das von Regierung und Parteien angesichts schrecklicher rechtsterroristischer Verbrechen allenthalben eingefordert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir fordern die Anerkennung der Gemeinn\u00fctzigkeit f\u00fcr unsere Organisation!<\/p>\n\n\n\n<p>Wir fordern praktische Unterst\u00fctzung f\u00fcr alle zivilgesellschaftlichen Gruppen und Organisationen, die die Grundwerte des Grundgesetzes gegen rassistische, antisemitische, nationalistische und neofaschistische Angriffe verteidigen!<\/p>\n\n\n\n<p>Cornelia Kerth, Dr. Axel Holz<\/p>\n\n\n\n<p>Bundesvorsitzende<\/p>\n\n\n\n<p>Pressekontakt: Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Thomas Willms, Tel.: 0176-22638719<\/p>\n\n\n\n<p>\u25cf Hier gibt es alle Informationen zur <a href=\"https:\/\/www.openpetition.de\/petition\/online\/die-vvn-bda-muss-gemeinnuetzig-bleiben\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Petition<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wieder gelesen: Lems \u201eWaffensysteme des 21. Jahrhunderts\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>von Andr\u00e9 Sven Maertens<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Der polnische Autor Stanis\u0142aw Lem (1921-2006) wird von vielen als Verfasser von Science-Fiction-Literatur gesehen, doch tats\u00e4chlich gehen seine Texte deutlich \u00fcber jene SF-Romane und -Filme hinaus, in denen lediglich Abenteuer, Kampf und Heldentum beschrieben werden. Neben seinen philosophischen und essayistischen Arbeiten, die als gesellschaftskritisch gelten m\u00fcssen, hat er fiktiv anmutende und durch die darin enthaltenen Gedankenspiele enorm anregende Texte vorgelegt, die auch aus antimilitaristischer Sicht interessant sind. So erschienen neben Publikationen wie \u201eThe World as Holocaust\u201c (im Deutschen als \u201eDas Katastrophenprinzip\u201c ver\u00f6ffentlicht) eben auch Texte wie \u201eOne Human Minute\u201c (\u201eEine Minute der Menschheit\u201c) und \u201eWeapon Systems of the 21st Century or the Upside Down Evolution\u201c (\u201eWaffensysteme des 21. Jahrhunderts\u201c). Letzteres Werk erschien in Westdeutschland 1983 bei Suhrkamp (in der deutschsprachigen \u00dcbersetzung von Edda Werfel) und ist aufgrund vieler Anspielungen auf Milit\u00e4rtechnik und soldatische Denkweise besonders spannend und bildend \u2013 wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass Lem diese Texte mitten im (nur in Europa) \u201ekalten\u201c Krieg schrieb, w\u00e4hrend der scharfen \u00dcberwachung und Repression (etwa der Gewerkschaften) durch die polnischen Kommunisten bzw. Offiziere vom Schlag eines Wojciech Jaruzelski. Kein einfaches Terrain also, um \u00fcber Waffen und Soldaten zu sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu Anfang dieses Buchs beschreibt Lem in einem gen\u00fcsslich zu lesenden, beinahe leicht naiv daherkommenden Ton, dass er auf seltsamen Wegen zu Informationen \u00fcber die zuk\u00fcnftige Kriegstechnik gekommen sei, dies ist ein literarisch fein gemachter Zug, um einen fiktiven Text zu schreiben und gleichzeitig \u00fcber die jetzige Gesellschaft und Menschheit zu sprechen. Das ist Science-Fiction im eigentlichen Sinn des Wortes, nicht etwa jene US-Fantasien von \u201eJedi-Rittern\u201c im Krieg mit irgendwelchen \u201eTodessternen\u201c! Lems Stil ist dabei immer leicht ironisch, nebenbei Zweifel andeutend und dem Erz\u00e4hlkonzept des Textes folgend fast schelmenhaft, obwohl es doch nur um die Wahrheit (?) geht: Er erkl\u00e4rt zum Beispiel die Funktionsweise von \u201eSynsekten\u201c, das sind synthetische Insekten, die statt der fr\u00fcher eingesetzten menschlichen Soldaten \u00fcberaus futuristische Kriege f\u00fchren sollen. Hierbei kommt Lem auf das Thema der k\u00fcnstlichen Intelligenz zu sprechen \u2013 schon 1983! Nebeneffekt dieses Themenfelds ist die Frage, wie intelligent eigentlich Soldaten sein m\u00fcssen, um ihre \u201eAufgabe\u201c (also K\u00e4mpfen und T\u00f6ten) wirkungsvoll ausf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Jene neu entwickelten synthetischen \u201eMikrosoldaten\u201c h\u00e4tten \u2013 hei\u00dft es auf S. 69 \u2013 \u201eam Ende so viel Verstand wie die Ameise oder Termite\u201c. Auf S. 48 hatte er bereits geschildert, dass man sich kaum habe vorstellen k\u00f6nnen (oder wollen?), \u201eda\u00df f\u00fcr den gemeinen Soldaten an der Kampffront die Aufgewecktheit und die Routine einer Biene oder Hornisse v\u00f6llig ausreicht\u201c. Und an gleicher Stelle lesen wir: \u201eAuf niedriger Stufe der milit\u00e4rischen Organisation sind Verstand und Gefechtswirksamkeit zwei v\u00f6llig verschiedene Dinge.\u201c Na, wenn also Intelligenz gar nicht n\u00f6tig ist, um Soldat zu sein\u2026 Und ohnehin seien diese Soldaten nur f\u00fcr den \u201eeinmaligen Gebrauch\u201c vorgesehen. Dazu hei\u00dft es auf S. 69 weiter: \u201e\u00dcbrigens waren manche Antimilitaristen auch fr\u00fcher der Meinung, da\u00df mit R\u00fccksicht auf die hohe Sterblichkeit im modernen Krieg alle seine Teilnehmer mit Ausnahme der hohen Dienstr\u00e4nge \u201aSoldaten f\u00fcr den einmaligen Gebrauch\u2018 waren.\u201c Lasst euch also von den Oberen in die Uniform stecken und wegschie\u00dfen, denn von euch gibt es genug und k\u00fcmmern tut\u00b4s auch keinen. Wie Ameisen, auf euch kann man verzichten, nachdem man euch \u201everheizt\u201c hat. Sozial- und Kriegskritik besonderer G\u00fcte, mit einem Seiten-Hieb auf die Soldaten, die in ihrer Dummheit genau diese \u201eBehandlung\u201c brav mitmachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende werden f\u00fcr das Milit\u00e4r, so Lem, gar keine menschlichen Truppen mehr ben\u00f6tigt, denn die Kampfeins\u00e4tze werden g\u00e4nzlich mit Hilfe der KI geleitet. Die uns bekannte Evolution wird sich in eine \u201eInvolution\u201c verkehren, bei der statt der traditionellen Gro\u00dfwaffensysteme winzige Kampfeinheiten erschaffen werden (bzw. sich selbst erschaffen), die sich in viele kleine Einheiten getrennt auf das Ziel zubewegen und sich erst kurz vor dem Angriff zu einer Waffe, etwa einer Interkontinentalrakete, zusammensetzen. Diese Verdr\u00e4ngung des Menschen geht unaufhaltsam weiter, bis am Ende auch die \u201ehohen Dienstr\u00e4nge\u201c \u00fcberfl\u00fcssig bzw. aus dem Gesch\u00e4ft geschmissen werden, weil die Maschinen alles selbst \u00fcbernehmen, das Milit\u00e4r und dann auch die Politik und die Gesellschaft. Von der Ebene der \u201eZukunftsbetrachtung\u201c auf das wirkliche Polen zur\u00fcckschauend, ist das schon eine fantastische Spitze, angesichts von Kriegsrecht und willk\u00fcrlicher staatlicher Gewalt in jener Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Dementsprechend kommt Lem dann auf \u201eDiversanten\u201c zu sprechen, auf jene Menschen also, die sich der aufgezwungenen Gesellschafts-\u201eOrdnung\u201c widersetzen. Diese Leute gibt es unter den sogenannten \u201eniederen\u201c Berufsoffizieren ebenso wie unter allen anderen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern \u2013 ein versteckter Hinweis darauf, dass der Terror alle treffen kann und alle sich dagegen wehren k\u00f6nnen und dies auch tun sollten? Im Text wird ein Aufstand einiger dieser Offiziere angesprochen und im Folgenden hei\u00dft es auf S. 71 gef\u00e4hrlich deutlich: \u201eMit wahrhaft ekelhafter, von niemandem mit Absicht geplanter Bosheit, von der Geschichte selbst, wurde mit Mikrospionen und Minipolizei, nach dem Muster einer bestimmten Schabe konstruiert, der Aufstand niedergeschlagen.\u201c Dies nun zu deuten, vor dem Hintergrund Polens im Staats-Kommunismus oder auch vor dem Hintergrund anderer Diktaturen damals und heute, bleibt jeder und jedem selbst \u00fcberlassen. Lesen jedoch sollten die Leute das knapp 84 Seiten starke B\u00fcchlein unbedingt, denn wir befinden uns ja heute im 21. Jahrhundert und von dem, was Lem vor fast 40 Jahren (und mehr) beschrieben hat, ist einiges schon Realit\u00e4t geworden und anderes droht es noch zu werden. In Polen und anderswo.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kleinwaffenhersteller Heckler &amp; Koch durchlebt gerade turbulente Zeiten: In Deutschland werden R\u00fcstungsexporte zunehmend kritisch beurteilt \u2013 mehr dazu im neuen Newsletter! \u2013 und im Unternehmen selbst scheint ein Machtkampf zwischen dem (bisherigen) Mehrheitseigent\u00fcmer Andreas Heeschen und einem ungenannten Investor (der teilweise mit Nicolas Walewski identifiziert wird) ausgebrochen zu sein. 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