{"id":434,"date":"2020-01-25T12:26:00","date_gmt":"2020-01-25T11:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/rib-ev.de\/?p=434"},"modified":"2024-07-19T15:01:37","modified_gmt":"2024-07-19T13:01:37","slug":"daks-newsletter-januar-2020-ist-erschienen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rib-ev.de\/?p=434","title":{"rendered":"DAKS-Newsletter Januar 2020 ist erschienen!"},"content":{"rendered":"\n<p>Das neue Jahr beginnt wie das alte geendet hat: Heckler &amp; Koch liefert Waffen in alle Welt und der Zustand der Bundeswehr wird skandalisiert um h\u00f6here Milit\u00e4rausgaben zu rechtfertigen.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrenddessen hat SIPRI die R\u00fcstungsproduktion Chinas analysiert, so dass der Weltmarktanteil Chinas am Weltr\u00fcstungsmarkt nun besser beziffert werden kann, als in den vergangenen Jahren. \u2013 Mehr zu all dem im neuen Newsletter.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Weiterempfehlen: Wenn Sie den Kleinwaffen-Newsletter abonnieren wollen<br>(als kostenlose E-Mail), senden Sie uns einfach eine <a href=\"mailto:daks-news@rib-ev.de?subject=Kleinwaffen-Newsletter\">Mail<\/a> mit dem Stichwort<br>\u201eKleinwaffen-Newsletter\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>DAKS-Newsletter Januar 2020<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/rib-ev.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/DAKS-Newsl-2020-01.pdf\">DAKS-Newsl-2020-01<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heckler &amp; Koch liefert trotzdem \u2013 und liefert Tod und Leid<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Machtk\u00e4mpfe, Postengeschacher und Strategie-Verk\u00fcndungen einerseits, so wird Heckler &amp; Koch derzeit in den Medien meist dargestellt, doch gibt es andererseits die skrupellose und traurige Realit\u00e4t der tats\u00e4chlichen Waffenexporte. Denn all das Gerede vom europ\u00e4ischen Zusammenschluss, all die sch\u00f6nen Worte von Waffenboykotts (gerade ist ja Libyen sehr \u201ein\u201c) und all die hehren Absichtserkundungen der Bundesregierung: Geliefert wird doch. Beispiele sind die Gesch\u00e4fte mit Staaten der Jemen-Koalition, wir berichteten im DAKS-Kleinwaffen-Newsletter viele Male dar\u00fcber, zuletzt im <a href=\"https:\/\/rib-ev.de\/?p=490\">August 2019<\/a>. Saudi-Arabien allein hat immense Waffenlieferungen von H&amp;K erhalten, plus Waffentechnologie-Aufbau im eigenen Land. Andernorts dealt die schw\u00e4bische Firma aber auch:<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Im September vergangenen Jahres gibt das Unternehmen selbst bekannt, dass auf der Londoner Waffenmesse DSEI ein Gro\u00dfauftrag an Land gezogen worden sei: Die Oberndorfer Waffenbauer d\u00fcrfen wieder einmal die Gewehre der britischen SoldatInnen \u201emodernisieren\u201c. Die SA80A3-Variante des bekannten \u201eSturmgewehrs\u201c im Bullpup-Design bedarf anscheinend einer \u00dcberholung und f\u00fcr 15 Mio. britische Pfund (plus angeblicher Option auf weitere 50) lassen sich die deutschen Manager nicht l\u00e4nger bitten. Da hat die Tochtergesellschaft NSAF Limited ganze Arbeit geleistet. War da was mit G36-Problemen? Die global aktive Armee Gro\u00dfbritanniens baut auf die Waffen dieses Hauses, was kann also falsch damit sein? Medien-Erfolg und Prestigegewinn. Doch geht da alles mit rechten Dingen zu? Gerade erst wurde bei H&amp;K der hochrangige Soldat Harald Kujat ins Boot geholt, um eben genau dessen (gute?) Kontakte zu NATO-Verb\u00fcndeten, hier dem britischen Verteidigungsministerium, zu nutzen. Zuf\u00e4llig? Auff\u00e4llig!<\/p>\n\n\n\n<p>Nun bekommen die SA80-Waffen also, so die Firma in ihrer Pressemittelung, \u201eeinen neuen Sturmgriff, ein verbessertes Geh\u00e4useoberteil, zus\u00e4tzliche Sicherheitsfunktionen sowie Ma\u00dfnahmen zur Gewichtsreduzierung des Sturmgewehrs\u201c. Modifiziert werde in Deutschland, die Endmontage erfolge dann im Vereinigten K\u00f6nigreich. So hat jeder was davon. Das ist Europa, leider, nur das. Ein friedliches Europa sieht anders aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Oktober informiert Oberndorf die interessierte (oder weniger interessierte) \u00d6ffentlichkeit, dass die von diesem Hersteller ach so entt\u00e4uschte Bundesregierung und ihr \u201eVerteidigungs\u201c-Ministerium Waffen des Typs GMW im Kaliber 40 mm x 53 NATO kaufen \u2013 und zwar f\u00fcr \u00fcber vier Millionen Euro. Was ist eine GMW? Eine Granatmaschinenwaffe, also ein Maschinengewehr f\u00fcr Granaten, oder mit anderen Worten (niemals werde ich ihn vergessen, diesen so sch\u00f6n S\u00e4chsisch und dabei so unmenschlich sprechenden jungen Soldaten beim M\u00fcllheimer Kasernen-\u201eFest\u201c) \u201eeine richtig m\u00e4nnliche Waffe\u201c. Die Bundeswehr nennt sie \u201eUnterst\u00fctzungswaffe\u201c und sie soll, so der Waffenproduzent, \u201evorwiegend dem Eigenschutz der Aufkl\u00e4rungsfahrzeuge dienen\u201c, sie verf\u00fcge aber infolge ihres hohen Wirkungs- und Raumabdeckungsgrads auch \u00fcber eine hohe \u201eDurchsetzungsf\u00e4higkeit\u201c. Wahrscheinlich schon seit Homers Zeiten konnten Kriegsmaterialhersteller ihre t\u00f6dlichen Waffen mit sch\u00f6nen Vokabeln gut verpacken. Hier wird gemeint: T\u00f6tet \u2013 gut \u2013 kaufen! So haben dann, nach Konzernangaben, wohl auch die Milit\u00e4rs von Kanada, Frankreich, Neuseeland, Norwegen und Gro\u00dfbritannien gedacht und gekauft. Und deutsche Offiziere, PolitikerInnen und BeamtInnen also auch. F\u00fcr den Krieg in Afrika, dieses Mal nicht in Somalia wie noch zu R\u00fches Zeiten, und nicht in Deutsch-S\u00fcdwest wie vor gerade mal einhundert Jahren, sondern in Mali und anderen Staaten Westafrikas. Die Erinnerung bzw. das Gedenken enden nicht und d\u00fcrfen nicht enden: an koloniale Gr\u00e4uel, Mord und an V\u00f6lkermord! (Interessant dazu: das neue Buch von Bartholom\u00e4us Grill \u00fcber unser rassistisches Erbe.) Doch deutsche Milit\u00e4r-Verbrecher wie Paul von Lettow-Vorbeck haben weiterhin ihre Stra\u00dfen und Schulen und Denkm\u00e4ler. Wozu?<\/p>\n\n\n\n<p>Im Dezember kommt bei \u201eEuropean Security and Defence\u201c eine <a href=\"https:\/\/euro-sd.com\/2019\/12\/news\/15485\/new-rifle-and-handgun-for-the-japanese-self-defence-forces\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Meldung<\/a>, dass sich das japanische Milit\u00e4r bei der Neuausr\u00fcstung seiner Truppen f\u00fcr ein Gewehr von Howa Machinery (mit Sitz im japanischen Kiyosu) entschieden hat. Heckler &amp; Koch war mit dem HK416-Gewehr ins Rennen gestartet, eine weitere Konkurrentin war die belgische Waffenfirma FN Herstal. Doch eine andere Ausschreibung hat der deutsche Konzern gewonnen: Die Pistole SFP9 wurde vom japanischen Verteidigungsministerium als Ersatz f\u00fcr ein Modell des bisherigen Ausstatters SIG Sauer ausgew\u00e4hlt (gebaut von der japanischen Firma MinebeaMitsumi), ein Deal immerhin mit dem Wert von rund 250.000 Euro, f\u00fcr 323 Pistolen (H&amp;K landet hierbei auf Platz 1 vor Beretta und Glock). Da gehen H&amp;K zwar immense Millionenbetr\u00e4ge f\u00fcr den Gewehrauftrag verloren, aber man kann sehen: Der Konzern ist bei solchen Ausschreibungen im Gespr\u00e4ch, sogar im bisher so verschlossenen Japan. Wenn es also dieses Mal nichts geworden ist \u2013 man ist wohl in Kontakt. Oder anders gesagt: Es droht beim n\u00e4chsten Mal ein Deal zwischen Heckler &amp; Koch und den sogenannten Selbstverteidigungsstreitkr\u00e4ften des japanischen Kaiserreichs. Klingt leider aus historischer Perspektive sehr negativ und angesichts des schwindenden Pazifismus in Japan ist das auch negativ. Und: Howa Machinery bzw. H\u014dwa K\u014dgy\u014d hat genauso wie Heckler &amp; Koch eine blutige Vorgeschichte im Faschismus und im Zweiten Weltkrieg.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenfalls im Dezember: Heckler &amp; Koch verk\u00fcndet, dass in den <a href=\"https:\/\/hk-usa.com\/sp5\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">USA<\/a> ein neues Maschinenpistolen-Modell auf den Markt kommt, die HK SP5, eine \u201eSportversion\u201c der ber\u00fchmten MP5. \u201eSportversion\u201c \u2013 Maschinenpistolen als Sportwaffe? Da kann man schon hellh\u00f6rig werden, vor allem in einem Land, das eine traurige und emp\u00f6rende <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/usa-waffen-analyse-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Liste<\/a> von Amokl\u00e4ufen und Schulmassakern aller schrecklichen Arten hat. \u201eHalbautomatisch\u201c hei\u00dft es hier, doch was hilft das, wenn die Waffe genauso aussieht wie die echte vollautomatische Massent\u00f6tungswaffe und auch so schie\u00dft? Sie bleibt eine milit\u00e4rische Schusswaffe. Wer braucht so etwas? Sportler? Combat-Shooting-Fans? Diese und andere <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/richmond-waffen-103.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Waffenfanatiker<\/a> haben gerade \u00f6ffentlich ihr Recht auf schwere Waffen und alle anderen Schuss- und Kleinwaffen bekr\u00e4ftigt. Doch das H&amp;K-Team ist \u201eproud\u201c. Auf was? Wer da also keine Skrupel hat und auch 2.799 US-Dollar \u00fcbrig: \u201eThe SP5 is shipping now.\u201c Da ist das n\u00e4chste Schulmassaker schon vorprogrammiert\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sehen: Die Firma hat sicher Geldsorgen, Krisen mit PolitikerInnen und auch interne F\u00fchrungsquerelen. Aber die Show geht weiter, soll hei\u00dfen, die Lieferungen und die Beihilfe zum Mord auch, also das Sterben durch deutsche Waffen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ARD: Bericht zum Zustand und den (Un-)F\u00e4higkeiten der Bundeswehr<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ist die Bundeswehr wieder \u201enur bedingt abwehr- und einsatzbereit\u201c? Vor einigen Jahrzehnten war diese Frage ein Skandal. Die Zeiten habe sich nat\u00fcrlich ge\u00e4ndert, heute versinkt Kritik leicht in der Masse der Medien-Erzeugnisse. Doch gestellt wird die Frage nach dem Zustand der Bundeswehr dieser Tage immer wieder sehr gern, aktuell vom SPD-Politiker Hans-Peter Bartels (sogenannter Wehrbeauftragter und ehemaliger Grundwehrdienstleistender, sprich Soldat) \u2013 <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/wehrbericht-soldaten-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ARD<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/politik\/wehrbericht-bartels-bundeswehr-truppe-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ZDF<\/a> berichteten mitleiderheischend bis rei\u00dferisch (\u201eNicht mal ein Bett f\u00fcr jeden Soldaten\u201c bzw. \u201eBundeswehr\u201a als Ganzes heute nicht einsatzf\u00e4hig\u2018\u201c). Bem\u00e4ngelt und beklagt bis bejammert wird das Fehlen von Material, Ausbildungsm\u00f6glichkeiten und funktionierenden Beschaffungsstrukturen genauso wie der angebliche Mangel an effektiven Waffensystemen und einsatzf\u00e4higen Kampftruppen. Doch einsatzf\u00e4hig wof\u00fcr? F\u00fcr die Landesverteidigung? Oder f\u00fcr (geopolitische bzw. neokoloniale) Eins\u00e4tze wie in Mali?<\/p>\n\n\n\n<p>Im Bericht der ARD-Sendung <a href=\"https:\/\/www.planet-wissen.de\/video-sanierungsfall-bundeswehr-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Planet Wissen<\/a> wird das \u201eMangel- und M\u00e4ngel\u201c-Thema unter der \u00dcberschrift \u201eSanierungsfall Bundeswehr\u201c diskutiert (Moderation Birgit Klaus und Dennis Wilms, Dauer knapp eine Stunde). Weil nur zwei Bundeswehr-Vertreter zum Gespr\u00e4ch eingeladen wurden, l\u00e4uft diese Sendung allerdings Gefahr, tendenzi\u00f6s zu berichten, denn die \u201eMeinung\u201c von Milit\u00e4rs und von soldatisch denkenden Menschen wird doch in der heutigen Bundesrepublik Deutschland immer noch sehr umfangreich unterst\u00fctzt, ist aber nicht alles, was zum Thema gesagt und getan wird. Antimilitaristische Kritik und aktiver Protest sind n\u00f6tig! Und sie finden vielerorts statt. Angesichts einer gro\u00dfen und substantiell arbeitenden Zivilgesellschaft und Friedensbewegung, die einer Demokratie wie Deutschland mehr als gut tun, ist eine solche Interview-Wahl f\u00fcr das \u00f6ffentlich-rechtliche Fernsehen schon peinlich bis besch\u00e4mend. Warum wurde keine kritischen Stimmen eingeladen? Ist das der neue Trend, nur das Milit\u00e4r sprechen zu lassen und andere Argumente und anderes, besseres Wissen stillschweigend zu \u00fcbergehen? Bedrohlich!<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Als Beispiel dient dieser Ausschnitt der Sendung: Wenn zwei Drittel der deutschen Bev\u00f6lkerung den Afghanistan-Krieg ablehnen, wie der naive Soldat im Interview selbst angibt (und beklagt!), k\u00f6nnte bzw. m\u00fcsste man von den ModeratorInnen erwarten, dass sie nachhaken, warum das so ist und ihren Gespr\u00e4chspartnern wenigstens kritische Fragen stellen. Aber: nichts. Die Chance zu sinnvollem Journalismus vertan, stattdessen Hofberichterstattung mit der Frage, wie \u201eman um die Zustimmung und Akzeptanz k\u00e4mpfen muss\u201c. Und wovon spricht der junge Soldat? Daran, dass er als Rekrut damals dachte, dass er bei der Bundeswehr Abenteuer erleben kann! Na, das ist ja mal ein kompetenter Gespr\u00e4chspartner, wirklich beste Wahl.<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: Das Gejammer \u00fcber fehlendes Material, Waffen und entsprechende \u201eF\u00e4higkeiten\u201c soll mehr Geld in die Kassen der Streitkr\u00e4fte sp\u00fclen, nicht nur in Deutschland. Das ist reine Show zur St\u00e4rkung milit\u00e4rischen bzw. militaristischen Denkens. Haben wir nicht wirklich andere Sorgen und Krisen als Kriegstruppen? Ja, haben wir: soziale Missst\u00e4nde, Missst\u00e4nde im Pflege- und Altenpflegesystem, fehlendes Geld f\u00fcr die Integration von humanit\u00e4r und sogar demografisch n\u00f6tiger Einwanderung, fehlendes Geld im Bildungssektor, fehlendes Geld f\u00fcr Organisationen, die gegen neonazistische Kriminelle arbeiten, nicht zu vergessen die katastrophalen Folgen des Klimawandels hier und in vielen anderen L\u00e4ndern. Aber sicher keine Missst\u00e4nde bei der Bundeswehr und ihren \u201eAuslandseins\u00e4tzen\u201c! Noch dazu vor dem Hintergrund von immensen Spannungen zwischen Ost und West, der NATO und Russland, mitsamt den jeweiligen Verb\u00fcndeten, Spannungen, die aber beiden Bl\u00f6cken von Nutzen sind, weil dadurch ihr Milit\u00e4r legitimiert wird! Die Bundeswehr teuer ausr\u00fcsten und f\u00fcr (noch mehr) Krieg bereitmachen? Nein. Die Devise muss lauten: Bundeswehr abschaffen, nicht ausr\u00fcsten. Das und nicht anderes ist die dringend ben\u00f6tigte Trendwende.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch Bartels fordert von der (fachkundigen?) Kanzlerin-Ministerin Kramp-Karrenbauer eine Aufr\u00fcstung, Wehrbereitschaft, Kriegsf\u00e4higkeit. Und weil die Wahrnehmung sichtbarer \u201eVerbesserungen\u201c bei den deutschen Streitkr\u00e4ften \u00fcber ihre Kandidatur mitentscheiden k\u00f6nnen, ist eine Friedenspolitik (innergesellschaftlich wie au\u00dfenpolitisch) wieder nicht das Ziel (der Regierung Merkel). Aber auch andere m\u00f6gliche KandidatInnen w\u00fcrden es wohl kaum anders machen oder ihre Politik anders verkaufen. \u201eNie wieder Krieg!\u201c \u2013 seit Adenauer in Deutschland schon vergessen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>SIPRI-Studie: Welche Rolle spielen chinesische R\u00fcstungsunternehmen auf dem Weltmarkt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn in China ein Flugzeugtr\u00e4ger zu Wasser gelassen wird, w\u00e4chst in Europa und den USA die Sorge vor China als einer aufstrebenden Milit\u00e4rmacht. Immer wenn SIPRI seinen R\u00fcstungsbericht vorlegt und darin Deutschland als weltweit dritt- oder viertgr\u00f6\u00dfter Exporteur von Waffen benannt wird, wird auf China verwiesen, dessen Rolle auf dem weltweiten Waffenmarkt nicht genau bestimmt werden k\u00f6nne. In beiden F\u00e4llen steht die Frage im Raum, wie die chinesische R\u00fcstungsindustrie beschaffen ist und \u00fcber welche Leistungsf\u00e4higkeit sie verf\u00fcgt. \u2013 Und auf genau diese Frage versucht eine neue <a href=\"https:\/\/www.sipri.org\/sites\/default\/files\/2020-01\/sipriinsight2002_1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">SIPRI-Studie<\/a> Antworten zu finden. In ihrer am 20. Januar 2020 ver\u00f6ffentlichten Studie \u201eEstimating the Arms Sales of Chinese Companies\u201c verfolgen die Autor*innen Nan Tian und Fei Su einen quantifizierenden Ansatz. Und das ist neu, denn w\u00e4hrend bisherige Untersuchungen vor allem die Qualit\u00e4t chinesischer Waffen \u2013 im Vergleich mit Waffen aus westlicher Produktion \u2013 im Blick hatten, konnte mangels Daten bisher nicht analysiert werden, welche Rolle die chinesische R\u00fcstungsindustrie im internationalen Vergleich spielt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei ist zun\u00e4chst festzustellen, dass auch die jetzige Erhebung noch l\u00fcckenhaft ist, da etwa f\u00fcr die sieben gr\u00f6\u00dften \u2013 in jeweils ihrem R\u00fcstungssektor f\u00fchrenden \u2013 chinesischen Firmen, nur f\u00fcr vier belastbare offizielle Daten verf\u00fcgbar waren. Weiterhin gilt vorab festzustellen, dass diese Firmen, bedingt durch die Genese der chinesischen R\u00fcstungsindustrie, bis heute unter direkter staatlicher Kontrolle stehen und als Mischkonzerne nicht nur im R\u00fcstungsbereich t\u00e4tig sind, sondern auch substantielle Gesch\u00e4ftsfelder im zivilen Bereich bedienen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Einschr\u00e4nkungen und Vorl\u00e4ufigkeiten in Rechnung gestellt l\u00e4sst sich dank der neuen Studie dennoch einiges \u00fcber die chinesische R\u00fcstungsindustrie erfahren. Nicht \u00fcberraschend ist dabei die Erkenntnis, dass der Marktf\u00fchrer f\u00fcr Kleine und Leichte Waffen der Mischkonzern Norinco ist. Ein Konzern mit rund 700.000 Mitarbeitern, der von Produktionsmaschinen, \u00fcber Fahrzeuge, petrochemische und bergbautechnische Produkte bis hin zu Finanzdienstleistungen und Kleinwaffen fast alles herstellt. Wenn sich der Gesamtumsatz von Norinco im Jahr 2017 auf rund 64,3 Milliarden US-Dollar belaufen haben soll und der Anteil von R\u00fcstungsg\u00fctern 27% oder 17,2 Milliarden US-Dollar betragen haben soll, dann ist das in der Tat ein beachtlicher Anteil und eine beachtliche Summe, auch wenn nat\u00fcrlich nur ein Bruchteil davon auf den Verkauf von Kleinwaffen entf\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p>Norinco findet sich in dieser Darstellung unter den TopTen der weltweit gr\u00f6\u00dften R\u00fcstungsunternehmen im Jahr 2017 auf Platz 8. Nach General Dynamics aus den USA, aber vor der europ\u00e4ischen Airbus-Gruppe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das neue Jahr beginnt wie das alte geendet hat: Heckler &amp; Koch liefert Waffen in alle Welt und der Zustand der Bundeswehr wird skandalisiert um h\u00f6here Milit\u00e4rausgaben zu rechtfertigen. 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