{"id":1970,"date":"2011-10-26T14:39:00","date_gmt":"2011-10-26T12:39:00","guid":{"rendered":"https:\/\/rib-ev.de\/?p=1970"},"modified":"2024-07-19T15:05:22","modified_gmt":"2024-07-19T13:05:22","slug":"daks-newsletter-oktober-2011-ist-erschienen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rib-ev.de\/?p=1970","title":{"rendered":"DAKS-Newsletter Oktober 2011 ist erschienen!"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">es ist so weit: vor wenigen Tagen hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart offiziell Ermittlungen wegen der in Libyen gefundenen und in Deutschland produzierten G36-Gewehre begonnen. Das allein ist nat\u00fcrlich noch keine Nachricht wert \u2013 und so bleibt allein die Hoffnung, dass der tats\u00e4chliche Lieferweg nun bald nachvollzogen werden kann und Konsequenzen gezogen werden. \u2013 Mehr dazu im neuen Newsletter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinweisen m\u00f6chten wir au\u00dferdem auf eine Vortragsreihe \u00fcber die Folgen von R\u00fcstungslieferungen \u201eMade in Germany\u201c ins s\u00fcdliche Afrika. Als Organisator agiert die \u201eAktion Aufschrei!\u201c. Eingeladen wurde Emanuel Matondo (ISSA, Bonn). \u2013 Alle Informationen und Termine im neuen Newsletter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weitere Themen: Der bekannte Zeichner und Karikaturist Gischbl, alias Gerhard Mauch, hat einen Comic \u00fcber Kleinwaffen und Kindersoldaten gezeichnet. In einem Interview steht er Rede und Antwort. Hingewiesen sei aber auch auf drei Studien, die im vergangenen Monat erschienen sind: Amnesty International untersuchte die Praxis von Waffenexporten in den Mittleren Osten und nach Nordafrika. Eine Emnid-Umfrage \u00fcber die Akzeptanz von R\u00fcstungsexporten ist erschienen. Und Oxfam hat eine Studie vorgelegt, die untersucht wie es m\u00f6glich ist UN-Waffenembargos zu umgehen \u2013 und weshalb deshalb ein international g\u00fcltiger, rechtsverbindlicher Vertrag \u00fcber den Handel mit Waffen notwendig ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Weiterempfehlen: Wenn Sie den Kleinwaffen-Newsletter abonnieren wollen<br>(als kostenlose E-Mail), senden Sie uns einfach eine <a href=\"mailto:daks-news@rib-ev.de?subject=Kleinwaffen-%20Newsletter\">Mail<\/a> mit dem Stichwort<br>\u201eKleinwaffen-Newsletter\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>DAKS-Newsletter Oktober 2011<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Libyen: Wie G36-Gewehre illegal dorthin gelangten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zumindest der Weg, den die in Libyen gefunden G36-Gewehre genommen haben, scheint nun aufgekl\u00e4rt. \u2013 So titeln zumindest <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/:waffenlieferungen-deutsche-gewehre-gelangten-ueber-aegypten-nach-libyen\/60111179.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Financial Times Deutschland<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/ausland\/libyen-krise\/lieferte-aegypten-deutsche-gewehre-nach-libyen-20259224.bild.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bild<\/a>. Der Hintergrund: Durch die von Heckler &amp; Koch selbst ausgef\u00fchrten Untersuchungen scheint es nun so, dass die Schnellfeuergewehre aus einer Lieferung nach \u00c4gypten stammen. Im Jahr 2003 hatte sich die Bundesregierung entschlossen, einem Verkauf von 608 entsprechenden Gewehren an das Mubarak-Regime zuzustimmen. Die Waffen, berichten die beiden Zeitungen, seien verkauft und geliefert \u2013 und mindestens teilweise umgehend von dort weiter nach Libyen geschickt worden. So weit, so gut. Offen bleibt, welche Konsequenzen nun aus dieser Erkenntnis gezogen werden. Heckler &amp; Koch teilte bereits in einem Brief an die Mitglieder des Ausschusses f\u00fcr Wirtschaft und Technologie vom 2.10.2011 seine Genugtuung mit, dass nun erste Indizien vorl\u00e4gen, die die Herkunft der in Libyen gefundenen deutschen Waffen erkl\u00e4ren w\u00fcrden. Die HK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer ziehen den Schluss: \u201eWir k\u00f6nnen aufgrund dieser Pr\u00fcfung nochmals und klar unterstreichen, dass Heckler &amp; Koch niemals Waffen nach Libyen geliefert hat und dass die in Betracht kommende Lieferung nach \u00c4gypten beh\u00f6rdlich genehmigt war. Gleichzeitig best\u00e4tigt dies, dass die Exportgenehmigung und -kontrolle einwandfrei funktioniert und selbst nach sieben bzw. acht Jahren Liefervorg\u00e4nge nachvollzogen werden k\u00f6nnen. Zu den Funden in Libyen k\u00f6nnen wir nur vermuten, dass sie illegal dorthin gelangt sind.\u201c<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Solche Ausf\u00fchrungen belegen vor allem die Bem\u00fchungen des Unternehmens, die Vorg\u00e4nge in Libyen m\u00f6glichst rasch vergessen zu machen, denn offenbar spielt es keine Rolle, ob Heckler &amp; Koch Waffen nach Libyen geliefert hat oder nicht, denn die Waffen sind dort. Die Aussage, das deutsche R\u00fcstungsexportkontrollregime w\u00fcrde einwandfrei funktionieren, kann unter diesen Umst\u00e4nden nur ironisch gemeint sein, da die entsprechenden Kontrollmechanismen offensichtlich versagt haben. Nicht bedacht wird auch der Umstand, dass die Ermittlungen von Heckler &amp; Koch selbst angesto\u00dfen und ausgef\u00fchrt werden mussten. Deutsche Ermittler mit staatlichem Auftrag und Mandat haben sich dort nie blicken lassen. Es kann jedoch nicht befriedigen, dass die \u201eAufkl\u00e4rung\u201c illegaler Waffenexporte vom Engagement des beschuldigten waffenexportierenden Unternehmens abh\u00e4ngt. Der Fall Georgien, wo bereits im Jahr 2008 G36-Gewehre auftauchten, illustriert dies. In diesem Fall sah sich Heckler &amp; Koch nicht bem\u00fc\u00dfigt, Firmenermittler zu entsenden. Und deutsche Beh\u00f6rden sowieso nicht. Noch immer ist in diesem Fall deshalb nicht klar, auf welchem Weg die Waffen dorthin gelangen konnten. Einzig sinnvoll ist im Fall Georgiens wie im Fall Libyens deshalb die \u201eVermutung\u201c, die G36-Gewehre seien illegal dorthin gelangt. \u2013 Diese Erkenntnis ist bisher jedoch noch von niemandem bezweifelt worden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Fall Libyen zeigt somit exemplarisch die Schwachstellen des deutschen R\u00fcstungsexportkontrollregimes. Es ist h\u00f6chste Zeit f\u00fcr eine Reform, die Konsequenzen aus diesen Erfahrungen zieht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Vortragsreihe: Folgen von R\u00fcstungslieferungen \u201eMade in Germany\u201c ins s\u00fcdliche Afrika<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im November startet die erste Veranstaltungsreihe im Rahmen der Kampagne \u201eAktion Aufschrei \u2013 Stoppt den Waffenhandel!\u201c. Bei der Vortragsreise \u201eWaffenexporte ins s\u00fcdliche Afrika: Ein Gesch\u00e4ft mit dem Tod\u201c wird Emanuel Matondo (ISSA, Bonn) \u00fcber die zunehmenden deutschen R\u00fcstungslieferungen in alle Welt berichten. Neben U-Booten, Kriegsschiffen, Kampfjets, Milit\u00e4rhubschraubern und Panzern exportiert Deutschland \u2013 gr\u00f6\u00dfter Waffenexporteur der Europ\u00e4ischen Union und drittgr\u00f6\u00dfter R\u00fcstungsexporteur weltweit \u2013 auch Raketenwerfer, Sturmgewehre und Maschinenpistolen, vergibt Lizenzen zu deren Nachbau und baut in Diktaturen und autorit\u00e4ren Regimen ganze Waffenfabriken (beispielsweise f\u00fcr das G36 in Saudi-Arabien). Emanuel Matondo wird aber vor allem dar\u00fcber sprechen, welche katastrophalen Folgen diese R\u00fcstungsexporte f\u00fcr die Menschen in den Empf\u00e4ngerl\u00e4ndern haben: Bestehende Konflikte werden verst\u00e4rkt und eskalieren h\u00e4ufig gewaltsam. Unz\u00e4hlige Menschen werden get\u00f6tet, verwundet und vertrieben. Sie erleiden schwere Traumata bei Vergewaltigungen oder anderen Misshandlungen. Profit machen dabei die Waffenh\u00e4ndler, zum Beispiel in Oberndorf am Neckar (Heckler &amp; Koch und Rheinmetall Waffe Munition, ehemals Mauser). Beispielregion f\u00fcr die Veranstaltungsreihe werden die L\u00e4nder des s\u00fcdlichen Afrikas sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der aus Angola stammende Kriegsdienstverweigerer und Journalist Emanuel Matondo versteht sich als Bewegungsarbeiter und arbeitet f\u00fcr die Informationsstelle S\u00fcdliches Afrika (<a href=\"http:\/\/www.issa-bonn.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ISSA<\/a>) und die Angolanische Antimilitaristische Menschenrechtsinitiative (<a href=\"http:\/\/www.wri-irg.org\/de\/node\/2291\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">I.A.A.D.H.<\/a>). Er besch\u00e4ftigt sich seit vielen Jahren mit den Themen Krieg, Milit\u00e4r, R\u00fcstungsexport und Korruption, aber auch mit dem Widerstand, der sich in den Gesellschaften des s\u00fcdlichen Afrikas dagegen entwickelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Getragen wird die Veranstaltungsreihe von <\/strong>Connection e. V., der \u201eAktion Aufschrei \u2013 Stoppt den Waffenhandel!\u201c und ISSA. F<strong>inanzielle F\u00f6rderer sind der Evangelische Entwicklungsdienst und der Katholische Fonds.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Veranstaltungstermine im November 2011<\/strong><strong>:<\/strong> 07.11. Nottuln, 8.11. Bremen, 09.11. Wetzlar, 10.11. Erlangen, 11.11. Halle, 14.11. Gelnhausen, 15.11. Mainz, 16.11. M\u00fcnchen, 17.11. Karlsruhe, 18.11. Seeheim<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aufgrund der gro\u00dfen Nachfrage ist f\u00fcr den Zeitraum von 27. Februar bis 9. M\u00e4rz 2012 eine weitere Veranstaltungsreihe mit Emanuel Matondo geplant. Die daf\u00fcr vorgesehenen Termine sind mittlerweile vergeben. Veranstaltungsorte werden Aachen, Heidelberg, Idstein, Koblenz, Augsburg, Frankfurt\/M., T\u00fcbingen und Kirchheim\/Teck sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Alle Informationen zur Veranstaltungsreihe mit Emanuel Matondo gibt es bei <\/strong><a href=\"http:\/\/www.connection-ev.de\/z.php?ID=1469\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Connection e.V.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Amnesty International: Bericht zu Waffenexporten in den Mittleren Osten und nach Nordafrika<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer Pressemitteilung stellte Amnesty International am 19. Oktober 2011 eine Studie vor, die \u00fcber die Waffenexporte an Regierungen und Diktatoren im Nahen Osten und in Nordafrika (die so genannte MENA-Region, Middle East and North Africa) in den letzten f\u00fcnf Jahren informiert. Deutschland und 16 weitere Staaten, so AI, h\u00e4tten gro\u00dfe Mengen Waffen in Staaten dieser Region geliefert. Die Berliner Regierung sei \u2013 bezogen auf die untersuchten Kategorien der EU-Milit\u00e4rg\u00fcterliste \u2013 allein f\u00fcr den Zeitraum 2005 bis 2009 mit 77 Millionen Euro beteiligt. Insgesamt seien in diesen Jahren deutsche Exportgenehmigungen in die untersuchten Staaten in H\u00f6he von rund 261 Mio. Euro ausgestellt worden. Unter anderem seien deutsche Milit\u00e4rfahrzeuge, Kleinwaffen und Munition nach \u00c4gypten, Bahrain, Libyen und in den Jemen geliefert worden, \u201eobwohl schon damals ein erhebliches Risikos bestand, dass mit diesen Waffen Menschenrechtsverletzungen begangen werden\u201c, sagte Mathias John, der R\u00fcstungsexperte der deutschen Sektion von Amnesty International. Diese deutschen Waffenexporte w\u00fcrden nun zur Unterdr\u00fcckung des \u201earabischen Fr\u00fchlings\u201c beitragen, wof\u00fcr die liefernden Regierungen v\u00f6lkerrechtlich verantwortlich seien. \u201eWenn jetzt Waffenembargos verh\u00e4ngt werden, dann kommt das zu sp\u00e4t und ist zu wenig,\u201c so John weiter. Da klar sei, dass die bestehenden Exportkontrollen nicht ausreichen w\u00fcrden, sei es dringend n\u00f6tig, ein wirksames internationales Waffenhandelsabkommen (Arms Trade Treaty, ATT) zu schaffen. John fordert: \u201eEs d\u00fcrfen keine R\u00fcstungsg\u00fcter geliefert werden, wenn das Risiko besteht, dass der Empf\u00e4nger damit schwere Menschenrechtsverletzungen begeht.\u201c Amnesty International fordere die Bundesregierung auf, sich weiterhin f\u00fcr ein umfassendes weltweites Waffenhandelsabkommen einzusetzen. Doch schon bevor auf UN-Ebene ein ATT erreicht sei, m\u00fcsse auf nationaler Ebene gehandelt werden: Die Menschenrechtsklausel m\u00fcsse in Deutschland bei Entscheidungen \u00fcber R\u00fcstungsexporte schon jetzt verbindlich sein. \u201eDie Regierung muss den Bundestag in den Genehmigungsprozess einbeziehen und \u00fcber ihre Ma\u00dfnahmen zur Sicherung der Menschenrechte bei Exportgenehmigungen Rechenschaft abgelegen\u201c, so Mathias John.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der englischsprachige Bericht \u201eArms Transfers to the Middle East and North Africa. Lessons for an Effective Arms Trade Treaty\u201c findet sich im Internet auf den Seiten von <a href=\"http:\/\/www.amnesty.de\/2011\/10\/19\/unterdrueckung-des-arabischen-fruehlings-mit-deutschen-waffen?destination=startseite\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Amnesty International<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Publikation des AI-Berichtes l\u00f6ste ein breites Echo in Medien und Politik aus (allerdings so gut wie nicht bei den Regierungsparteien). Neben vielen anderen Medien berichtete u. a. die <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/video\/ondemand100_id-video997498.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ARD<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit den aktuellen Trends bei den R\u00fcstungsausgaben, Waffenexporten sowie den R\u00fcstungsdynamiken nach Nordafrika sowie dem Nahen und Mittleren Osten befasst sich auch der Vortrag \u201eR\u00fcstungsdynamiken und Waffenhandel in der MENA-Region\u201c, den der langj\u00e4hrige BICC-Mitarbeiter und Senior Researcher Marc von Boemcken am 28. Oktober 2011 in der Uni\u00adversit\u00e4t Bonn halten wird. Weitere Informatio\u00adnen dazu gibt es bei <a href=\"http:\/\/www.bicc.de\/uploads\/pdf\/events\/2011\/PE_Uni%20Bonn_BICC_28.10.2011.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BICC<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4. Emnid-Umfrage zeigt: gro\u00dfe Mehrheit gegen R\u00fcstungsexporte und speziell Kleinwaffen-Exporte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer Umfrage am 4. und 5. Oktober 2011 hatte das Meinungsforschungsinstitut TNS EMNID 1005 Personen befragt und u. a. das Thema R\u00fcstungsexporte angesprochen. Auf die Frage, ob Deutschland Waffen und andere R\u00fcstungsg\u00fcter in andere L\u00e4nder verkaufen solle, antworteten nur 20 Prozent der Befragten mit Ja, w\u00e4hrend 78 Prozent mit Nein antworteten (in \u201eOstdeutschland\u201c sogar 85 Prozent). Ein \u00e4hnlich bedeutsames Ergebnis gab es bei der Frage nach dem Export von Kleinwaffen (hier gemeint: Pistolen, Gewehre und Maschinenpistolen), mit denen in den Kriegs- und Krisengebieten die meisten Menschen get\u00f6tet w\u00fcrden. Danach gefragt, ob Deutschland den Verkauf solcher Waffen an das Ausland grunds\u00e4tzlich verbieten solle, gaben 73 Prozent eine bef\u00fcrwortende Antwort, nur 25 Prozent waren gegen ein Verbot (auch hier im \u201eOsten\u201c mehr: 83 Prozent). Damit ergibt sich, dass die \u00fcberwiegende Mehrheit der deutschen Bev\u00f6lkerung Waffenexporten, auch dem Verkauf von Kleinwaffen, ablehnend gegen\u00fcber steht!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ergebnisse der <a href=\"http:\/\/www.linksfraktion.de\/umfragen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">EMNID-Umfrage<\/a> finden sich zum Beispiel bei der Bundestagsfraktion der LINKEN und auf der Internetseite von MdB <a href=\"http:\/\/www.jan-van-aken.de\/aktuell\/umfrage-ruestungsexporte.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Jan van Aken<\/a>. Die Bundestagsdebatte am 20. Oktober 2011 zu R\u00fcstungsexporten war bestimmt von den Antr\u00e4gen der LINKEN auf Stopp von R\u00fcstungsexporten nach Nordafrika und in den Nahen Osten (besonders der Export von Kleinwaffen und ganzer Kleinwaffenfabriken). Informationen dazu finden sich auf der Internetseite der Fraktion <a href=\"http:\/\/www.linksfraktion.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">DIE LINKE<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>5. Oxfam-Studie: Waffenkontrollvertrag muss L\u00fccken in nationalen Kontrollgesetzen schlie\u00dfen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oxfam hat am 6. Oktober 2011 eine Studie vorgelegt, die sich anhand der Br\u00fcche von UN-Waffenembargos durch illegal arbeitende Waffenh\u00e4ndler mit der Notwendigkeit eines weltweiten Waffenkontrollvertrages (Arms Trade Treaty, ATT) besch\u00e4ftigt. Beispiel f\u00fcr diese Umgehungen von Waffentransfer-Verboten sind die skrupellosen Gesch\u00e4fte des russischen Waffenh\u00e4ndlers Viktor Bout, dessen Gerichtsprozess in New York bald beginnen wird. In dem Bericht wird erl\u00e4utert, mit welchen Schwierigkeiten die US-Justiz bei der Unterbindung illegaler Waffenlieferungen zu k\u00e4mpfen hat. Es wird erkl\u00e4rt, in welcher Weise diese Bem\u00fchungen der USA von einem starken, international g\u00fcltigen Abkommen profitieren w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Sommer 2012 beginnen bei den Vereinten Nationen die Verhandlungen zum \u201eArms Trade Treaty\u201c. Noch ist nicht sicher, welche Waffengattungen der endg\u00fcltige Vertragstext wirklich umfassen wird. So gibt es Staaten, die gerade Kleinwaffen und die dazugeh\u00f6rige Munition aus dem Vertrag ausschlie\u00dfen wollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die englischsprachige Studie \u201eBeyond Viktor Bout: Why the United States needs an Arms Trade Treaty\u201c wurde von Colby Goodman (unter Mitarbeit von Scott Stedjan) verfasst und findet sich als<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Download auf der Internetseite von <a href=\"http:\/\/policy-practice.oxfam.org.uk\/publications\/beyond-viktor-bout-why-the-united-states-needs-an-arms-trade-treaty-143910\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Oxfam<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>6. Ex-Kindersoldat trifft H&amp;K-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer <\/strong>\u2013<strong> leider nur in der Comicgeschichte\u2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Interview mit Gischbl (Gerhard Mauch), politisch aktiver Zeichner, Karikaturist und Comicexperte, Rottweil<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerhard Mauch, alias Gischbl, hat erstmals zum Thema Kleinwaffenproduktion und -export (Heckler &amp; Koch) eine fiktive Comicgeschichte gestaltet. Das 16-seitige Heft \u201eDie St\u00f6renfriede\u201c, herausgegeben von RIB und terre des hommes, erschien im September 2011. Aus aktuellem Anlass haben wir mit dem Zeichner gesprochen. Die Fragen stellte Fabian Sieber.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Worum geht es in \u201eDie St\u00f6renfriede\u201c?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u201edicken Freunde\u201c Irina, Lukas und Lukanga versuchen in vielf\u00e4ltigen Aktionen auf die menschenverachtende Gesch\u00e4ftspolitik des in ihrer Stadt angesiedelten Kleinwaffenkonzerns H&amp;K (im Comic \u201eHecke+Krach\u201c) aufmerksam zu machen. Ihr besonderes Anliegen ist, mal hinter \u201edie Fassade\u201c der H&amp;K-F\u00fchrungsebene zu schauen. Und tats\u00e4chlich gelingt es ihnen, eine Gegen\u00fcberstellung von Lukanga \u2013 dem Ex-Kindersoldaten \u2013 und H&amp;K-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Lump zu arrangieren. Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrt f\u00fcr die drei Jugendlichen zu einem guten, kaum erwarteten Ausgang (manches bleibt offen und \u00fcberl\u00e4sst die Leser ihrer Phantasie).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was hat Sie auf die Idee gebracht, zur Kleinwaffenthematik eine Geschichte zu zeichnen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein alter Freund, viele Jahre schon Mitglied in der DFG-VK, fand die Konstellation interessant und sprach mich darauf an. Ich wurde, wie sicher viele junge M\u00e4nner, durch die Bundeswehr politisiert. Sie stand in meinem Geburtsjahr (1955) als Alibi f\u00fcr den Aufbau der R\u00fcstungsindustrie. Meine antimilitaristische Einstellung gipfelte dann 1981 in meiner totalen KDV. Kurz gesagt \u2013 ich war angetan von der Idee und machte mich nach und nach an die Umsetzung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Welche politischen Auswirkungen oder Reaktionen erhoffen Sie sich von dem Comic?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Heftchen wird ja nicht, wie z. B. ein neuer Asterix-Band, von der Medienlandschaft hofiert. Also wird der Comic nicht die breite \u00d6ffentlichkeit erreichen. Immerhin ist er im DFG-VK- und terre des hommes-Verteiler drin. Ich m\u00f6chte gerne mit der Geschichte an Schulen arbeiten. Es gibt Kontakte mit LehrerInnen und entwicklungspolitischen Bildungseinrichtungen wie z. B. dem EPIZ (Entwicklungsp\u00e4dagogisches Informationszentrum) in Reutlingen. Ich m\u00f6chte Jugendliche, Studenten (studentische Gruppierungen) aber auch Erwachsene f\u00fcr das Thema \u00fcber einen mehr interaktiven Zugang sensibilisieren\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der \u201egraphic novel\u201c, also der bebilderte Roman, erh\u00e4lt immer mehr Anerkennung. Wie sehen Sie diese Entwicklung?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Begriff Graphic Novel kreierte die amerikanische Zeichnerlegende Will Eisner in den 1970er Jahren. Er dokumentierte sein Leben als Jude in der New Yorker \u201eBronx\u201c. Der Begriff Comic von \u201ekomisch\u201c erschien ihm denkbar unpassend. Comic wird bei uns immer noch mit trivial und naiv assoziiert. Leider wird jetzt \u201eGraphic Novel\u201c wieder einseitig mit dem Genre des Romans in Verbindung gebracht. Sollte eigentlich eher f\u00fcr die Vielfalt der Bildgeschichte (Doku, Satire, Fantasy, Krimi\u2026) stehen und \u201eComic\u201c als Begriff ganz abl\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wo kann man Ihren Comic erhalten? Wird es \u00f6ffentliche Veranstaltungen zu \u201eDie St\u00f6renfriede\u201c geben?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Hefte sind vor allem f\u00fcr&nbsp;Lehrer, Gruppenleiter, die evtl. mehrere Exemplare (bei Klassens\u00e4tzen Euro 1,50\/Ex.)&nbsp;ben\u00f6tigen,&nbsp;bei terre des hommes (Osnabr\u00fcck), dem R\u00fcstungsInformationsB\u00fcro (Freiburg) und bei mir (Gerhard Mauch) erh\u00e4ltlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie schon erw\u00e4hnt, \u00fcber pazifistische und entwicklungspolitische Institutionen (terre des hommes, RIB, DFG-VK, Misereor), \u00fcber Schulen sollte es zu Veranstaltungen kommen. Im November gibt es die erste Veranstaltung mit der Evangelischen Studentengemeinde T\u00fcbingen im Rahmen der Friedensdekade. Ich hoffe, es kommen im Laufe der Monate noch mehr dazu!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vielen Dank f\u00fcr dieses Interview!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gischbl (Gerhard Mauch): <em>Die St\u00f6renfriede. Eine ernsthaft-am\u00fcsante Geschichte um eine Waffenschmiede. Gischbls Politcomic<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Finanziell gef\u00f6rdert durch DAKS, R\u00fcstungsInformationsB\u00fcro, Misereor, terre des hommes, DFG-VK, Bertha-von-Suttner-Stiftung, Weltladen Rottweil und etliche Privatpersonen \u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mehr \u00fcber die zeichnerischen und politischen Aktivit\u00e4ten von Gerhard Mauch erf\u00e4hrt man unter:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"http:\/\/www.fechenbach.de\/ws\/mauch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">http:\/\/www.fechenbach.de\/ws\/mauch\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>8. Heckler &amp; Koch: Finanzsituation weiterhin unklar<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Finanzsituation bei Heckler &amp; Koch ist weiterhin prek\u00e4r. Und das nicht nur \u2013 wie man vermuten k\u00f6nnte \u2013 wegen der hohen Zinsbelastung der das Unternehmen gegen\u00fcbersteht. Bereits im Mai 2011 hatte die <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/industrie\/:waffenhersteller-heckler-koch-geht-finanzprobleme-an\/60049895.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Financial Times Deutschland<\/a> berichtet, dass die Umschuldung der bestehenden Kredite gelungen ist. Heckler &amp; Koch konnte erneut eine Hochzinsanleihe am internationalen Kapitalmarkt platzieren. Der einzige Haken an der Sache: die Verzinsung der neuen Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 295 Millionen Euro liegt mit 9,5% noch einmal um einen Viertel Prozentpunkt h\u00f6her als die alte, im Juli ausgelaufene Anleihe. Der Gewinn, den das Unternehmen in den ersten beiden Quartalen 2011 erzielt hat, wurde durch diese Belastung vollst\u00e4ndig aufgezehrt. Im zweiten Quartal 2011 verzeichnete HK sogar einen Verlust in H\u00f6he von 3,4 Millionen Euro. Gleichzeitig steht das Unternehmen vor erheblichen Problemen im Hinblick auf die Umsatz- und Gewinnerwartung, wie ebenfalls <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/industrie\/:deutsche-waffen-heckler-koch-schreibt-wieder-verlust\/60100065.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Financial Times Deutschland<\/a> berichtet. Gegen\u00fcber dem <a href=\"http:\/\/www.schwarzwaelder-bote.de\/inhalt.oberndorf-a-n-heckler-koch-hat-volle-auftragsbuecher.3b6bb5ca-e012-4cae-b56b-08d680a2c86b.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Schwarzw\u00e4lder Boten<\/a> haben die HK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Martin Lemperle und Niels Ihloff erkl\u00e4rt, die Umsatzeinbr\u00fcche seien auf verz\u00f6gerte Genehmigungsverfahren zur\u00fcckzuf\u00fchren, die die Produktionsabl\u00e4ufe behindert h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kapitalmarkt zeigt sich von diesen Erkl\u00e4rungen bisher unbeeindruckt. Der Kurs der Anleihe befand sich in den vergangenen Wochen und Monaten im freien Fall. Ein Anteilsschein mit einem Nominalwert von 100 Euro wurde zuletzt noch mit rund 65Euro bewertet. Dies spricht nicht f\u00fcr ein gefestigtes Vertrauen der Anleger in die Sanierungsbem\u00fchungen der Unternehmensleitung. Andreas Heeschen wies im Gespr\u00e4ch mit <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/industrie\/:deutsche-waffen-heckler-koch-schreibt-wieder-verlust\/60100065.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Financial Times Deutschland<\/a> zwar darauf hin, dass sich der Anleihenkurs, verglichen mit \u00e4hnlichen Anleihen behauptet habe \u2013 welche Papiere er jedoch zum Vergleich herangezogen hat, blieb genauso offen, wie die Frage, ob das Unternehmen in den kommenden Jahren wirklich in der Lage sein wird, R\u00fccklagen zu bilden, mit denen die emittierte Anleihe abgel\u00f6st werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>9. Lizenzlexikon Heckler &amp; Koch: Granatmaschi<\/strong><strong>nenwaffe, AG36 und XM-25<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die traumatischen Erfahrungen des Vietnamkriegs lie\u00dfen in der US-Armee den Ruf nach neuen, feuerstarken Waffen laut werden. Ein Ergebnis dieses Wunsches ist die Entwicklung einer Granatmaschinenwaffe, deren Funktionsprinzip an diejenige eines Maschinengewehrs angelehnt ist, jedoch keine herk\u00f6mmliche Kleinwaffenmunition verschie\u00dft, sondern kleine Granaten, die entweder bei ihrem Aufschlag auf ein Ziel oder nach einer zuvor festgelegten Zeit explodieren. Die dabei entstehenden Splitter wirken auch noch in einem Umkreis von mehreren Metern t\u00f6dlich. Die Sowjetarmee begann naturgem\u00e4\u00df umgehend ein eigenes, entsprechendes R\u00fcstungsprojekt und stellte der Welt\u00f6ffentlichkeit im Jahr 1979 anl\u00e4sslich ihres Einmarsches in Afghanistan die von KBP \/ Tula entwickelte Granatmaschinenwaffe AGS-17 \u201ePlamya\u201c (= Flamme) vor. General Dynamics k\u00e4mpfte bis 1983 mit technischen Problemen, bevor es die eigene Waffe, die als MK-19 in der US-Armee eingef\u00fchrt werden sollte, zur Serienreife gebracht hatte. Der breite Einsatz dieser Waffe im Verlauf des Zweiten Golfkriegs bef\u00f6rderte bei den Alliierten die Bereitschaft, eine solche Waffe zu beschaffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heckler &amp; Koch deutete die Signale aus den Kreisen der Bundeswehr wohl korrekt, als die Firma Mitte der 1990er Jahre ihre schlicht als Granatmaschinenwaffe (GMW) bezeichnete Waffe entwickelte. Da das reine Waffengewicht bei rund 30 kg liegt, kann die Waffe nur sehr bedingt von einer einzelnen Person getragen und bedient werden, weshalb sie nicht als Kleinwaffe, sondern als ein Beispiel von Leichten Waffen verstanden werden muss. Bei der Bundeswehr wird die Waffe deshalb aktuell vor allem als Hauptbewaffnung auf gepanzerten Fahrzeugen (Wolf, Serval, Dingo, Fennek, Boxer) eingesetzt. Daneben findet sie, \u00e4hnlich wie schwere Maschinengewehre, im halbstation\u00e4ren Einsatz Verwendung, sei es zum Objektschutz, zum Schutz von Au\u00dfenposten, Stellungen, Stra\u00dfensperren etc.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gegen\u00fcber der sonst in den NATO-Armeen verwendeten Granatmaschinenwaffe vom Typ MK-19 weist die GMW von HK vor allem im Bereich der Visierung diverse technische Modernisierungen auf, weshalb sie mittlerweile von verschiedenen NATO-Armeen in einem Schnellverfahren in begrenztem Umfang gekauft wurde, um von Kampftruppen vor allem im Irak- und im Afghanisan-Einsatz verwendet werden zu k\u00f6nnen. (Einen Hintergrundbericht \u00fcber die Verwendung von Schweren Maschinengewehren und Granatmaschinenwaffen in Rahmen von Irak- und Afghanistan-Krieg ver\u00f6ffentlichte die <a href=\"http:\/\/www.asianmilitaryreview.com\/upload\/200711272151281.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Asian Military Review<\/a>.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So erwarb die britische Armee im Jahr 2006 zun\u00e4chst 44 Exemplare der Waffe als Fahrzeugbewaffnung f\u00fcr den Einsatz in Afghanistan und im Irak. Der Ankauf von 250 weiteren Waffen dieses Modells wird derzeit erwogen. Verbreitung fand die Waffe aber auch in Kreisen amerikanischer Spezialeinheiten. Das f\u00fcr die Ausr\u00fcstung dieser Einheiten verantwortliche USSOCOM beschaffte diverse Male entsprechende Waffen f\u00fcr den Einsatz in Kampfgebieten. Von diesen Beschaffungen profitierte jedoch nicht allein Heckler &amp; Koch. So erhielt etwa die Firma Rheinmetall im Jahr 2008 den Auftrag, das US Marine Corps mit rund 1,5 Millionen Granaten im Kaliber 40 x 53 mm zu beliefern. Das ist just jener Munitionstyp, der sowohl in der MK-19, als auch in der Granatmaschinenwaffe von Heckler &amp; Koch zum Einsatz kommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als weitere Nutzer der Granatmaschinenwaffe von HK sind, neben Deutschland, Gro\u00dfbritannien und den USA noch Finnland, Griechenland, Irland, Jordanien, Kanada, Lettland, Litauen, die Niederlande, Portugal und Slowenien zu nennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bedenklich ist, dass der in den Jahren <a href=\"http:\/\/www.bmwi.de\/BMWi\/Redaktion\/PDF\/Publikationen\/ruestungsexportbericht-2007,property=pdf,bereich=bmwi,sprache=de,rwb=true.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">2007<\/a> und <a href=\"http:\/\/bmwi.de\/BMWi\/Redaktion\/PDF\/Publikationen\/ruestungsexportbericht-2009,property=pdf,bereich=bmwi,sprache=de,rwb=true.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">2009<\/a> erfolgte Export von GMW nach Jordanien im Gesamtwert von \u00fcber 11 Millionen Euro und der im Jahr <a href=\"http:\/\/bmwi.de\/BMWi\/Redaktion\/PDF\/Publikationen\/ruestungsexportbericht-2009,property=pdf,bereich=bmwi,sprache=de,rwb=true.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">2009<\/a> erfolgte Export von GMW nach Kanada im Wert von rund 13,4 Millionen Euro die einzigen Exporte sind, die in den R\u00fcstungsexportberichten der Bundesregierung ausdr\u00fccklich erw\u00e4hnt werden. Alle \u00fcbrigen Exporte k\u00f6nnen nur durch die Ank\u00fcndigungen der nationalen Beschaffungsbeh\u00f6rden der Importl\u00e4nder r\u00fcckgeschlossen werden. Angesichts des Destruktionspotentials entsprechender Waffen ist dieser Zustand mehr als bedauerlich. \u00dcber eventuelle Lizenzvergaben f\u00fcr die Produktion dieser Waffe z. B. in den USA oder in Kanada ist dementsprechend noch weniger bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weiter versch\u00e4rft wird die Situation durch den Umstand, dass die GMW von Heckler &amp; Koch mittlerweile nur mehr als eine \u00dcbergangsl\u00f6sung erscheint. Bereits im Jahr 2004 hat General Dynamics ein eigenes Nachfolgemodell seiner MK-19 vorgestellt, dass in der Lage ist, Granaten zu verschie\u00dfen, die nach einer individuell programmierbaren Zeit explodieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Waffe und ihre Munition verf\u00fcgen damit \u00fcber ganz \u00e4hnliche technische Voraussetzungen, wie das von Heckler &amp; Koch in Zusammenarbeit mit Alliant Techsystems entwickelte halbautomatische Granatgewehr XM-25 (vgl. <a href=\"https:\/\/rib-ev.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/DAKS-Newsl-2009-10.pdf\">DAKS-Newsletter 10\/2009<\/a>). Der einzige Unterschied besteht in der verwendeten Munition, da diese Weiterentwicklung des MK-19 nicht wie das XM-25 das neu entwickelte Kaliber 25 x 40 mm verwendet, sondern auf das etablierte Kaliber 40 x 53 mm zur\u00fcckgreift. Mittelfristig wird diese Entwicklung wohl auch Auswirkungen auf die GMW von Heckler &amp; Koch haben. Bereits 2007 <a href=\"http:\/\/www.hkd-usa.com\/HKWebNews\/byItemID\/\/\/16\/3\/3\/15\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">k\u00fcndigte das Unternehmen an<\/a>, die M\u00f6glichkeit einer Weiterentwicklung des am Schnellfeuergewehrs G36 verwendeten Anbaugranatger\u00e4ts 36 (AG36) zu pr\u00fcfen, um aus diesem k\u00fcnftig ebenfalls entsprechend programmierbare Munition verschie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Der derzeit angebotene Granatwerfer AG36 (f\u00fcr Granaten im Kaliber 40 x 46 mm) kann an das G36, aber auch an die US-amerikanischen Gewehrtypen M16 und M4, die britischen SA80-Gewehre (L85 E1), das \u00f6sterreichische Steyr AUG und die Neuentwicklungen HK416 und HK417 angebaut werden. Das Destruktionspotential dieser Gewehre, die damit zu einer Abschussplattform f\u00fcr Granaten aufger\u00fcstet werden, steigt damit erheblich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter diesen Umst\u00e4nden ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis Heckler &amp; Koch interessierten K\u00e4ufern auch seine GMW modifiziert f\u00fcr den Abschuss programmierbarer Granaten in alternativen Kalibern anbietet. Angesichts dieser technischen Weiterentwicklung und des allgemeinen Trends zur qualitativen Aufr\u00fcstung \u2013 in Gestalt der Ersetzung schwerer Maschinengewehre durch Granatmaschinenwaffen \u2013 kann man nur hoffen, dass die Bundesregierung ihre Informationspolitik nochmals \u00fcberdenkt und die \u00d6ffentlichkeit und das Parlament k\u00fcnftig umfassend \u00fcber den Export entsprechender Waffen informiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>11. 3sat berichtet \u00fcber R\u00fcstungsfirmen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Sendung <em>makro<\/em> berichtete <a href=\"http:\/\/www.3sat.de\/page\/?source=\/boerse\/magazin\/157524\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">3sat<\/a> am 14. Oktober 2011 unter der \u00dcberschrift \u201eR\u00fcstungsbranche auf Zielsuche\u201c \u00fcber diverse deutsche R\u00fcstungsfirmen. W\u00e4hrend in Europa gespart werden m\u00fcsse, Armeen verkleinert und Verteidigungsausgaben gek\u00fcrzt w\u00fcrden, sei dies in China, Brasilien oder Indien ganz anders. Die Schwellenl\u00e4nder investierten massiv in die Modernisierung ihrer Streitkr\u00e4fte, so 3sat. Das sei ein willkommenes Gesch\u00e4ft f\u00fcr Deutschlands Waffenschmieden, die Gewehre, Panzer und U-Boote herstellen. Und klar sei auch, dass die Industrie diese Transfers mit den Handelspartnern der Zukunft lieber ohne die Aufmerksamkeit der \u00d6ffentlichkeit machen wolle. Die vier informativen Berichte (Leopard 2, U-Boote von HDW, Airbus A400M, Schutzwesten von Mehler Vario) gibt es bei 3sat in voller L\u00e4nge zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leider sind die Berichte jedoch sehr industrie- und milit\u00e4rorientiert. Daf\u00fcr hat wohl auch der Hauptgespr\u00e4chspartner Christian M\u00f6lling von der Stiftung Wissenschaft und Politik gesorgt. Schon in der Anmoderation wird von Gregor Steinbrenner wieder einmal nur die Zahl der 80.000 Arbeitspl\u00e4tze in der deutschen R\u00fcstungsindustrie hervorgehoben, nicht aber die ungleich h\u00f6here Zahl an Opfern der produzierten Waffen. Als ob nicht jeder dieser Arbeitspl\u00e4tze nur durch die skrupellosen Exporte in alle Welt bestehen w\u00fcrde. Die Opfer werden auch im Rest dieser Reportage nicht gezeigt. Und: Der Moderator verabschiedet die ZuschauerInnen mit dem nach seiner Meinung allgemein bestehenden Wunsch, dass die deutsche Waffenindustrie \u201euns\u201c auch in den kommenden Jahrzehnten \u201eabwehrbereit\u201c halten solle, und w\u00fcnscht uns noch einen \u201efriedlichen Abend\u201c. Das ist dann sozusagen \u00f6ffentlich-rechtliches Fernsehen nach dem Massaker von Kunduz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>es ist so weit: vor wenigen Tagen hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart offiziell Ermittlungen wegen der in Libyen gefundenen und in Deutschland produzierten G36-Gewehre begonnen. 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