{"id":1909,"date":"2012-08-02T12:01:00","date_gmt":"2012-08-02T10:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/rib-ev.de\/?p=1909"},"modified":"2024-07-19T15:05:08","modified_gmt":"2024-07-19T13:05:08","slug":"daks-newsletter-august-2012-ist-erschienen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rib-ev.de\/?p=1909","title":{"rendered":"DAKS-Newsletter August 2012 ist erschienen!"},"content":{"rendered":"\n<p>Nach Jahrelangen intensiven Vorbereitungen und Verhandlungen die sich einen Monat lang hinzogen, ist die UN-Konferenz zur Ausarbeitung eines weltweiten Arms-Trade Treaty gescheitert. Robert Lindner (Oxfam Deutschland e.V.) berichtet aus New York.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig ist festzustellen, dass die geltenden und praktizierten Methoden zur Markierung von Schusswaffen, wie zur Erhebung von Statistischem Material zur Dokumentation von R\u00fcstungsexporten in Deutschland h\u00f6chst fragw\u00fcrdig sind. \u2013 Zu beiden Aspekten Beitr\u00e4ge im aktuellen Newsletter.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Weiterempfehlen: Wenn Sie den Kleinwaffen-Newsletter abonnieren wollen<br>(als kostenlose E-Mail), senden Sie uns einfach eine <a href=\"mailto:daks-news@rib-ev.de?subject=Kleinwaffen-Newsletter\">Mail<\/a> mit dem Stichwort<br>\u201eKleinwaffen-Newsletter\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Arms Trade Treaty: Konferenz gescheitert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(Kurzbericht)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Von Robert Lindner (Oxfam Deutschland e.V.)<\/p>\n\n\n\n<p>Die vierw\u00f6chige Verhandlungskonferenz zu einem globalen Abkommen zur Kontrolle des Handels mit konventionellen Waffen (Arms Trade Treaty, kurz: ATT) ist am 27. Juli ohne Einigung auf ein Vertragsdokument zu Ende gegangen. Bis zuletzt wurde bei den Vereinten Nationen in New York hart darum gerungen. Ein Erfolg schien bis kurz vor Ende m\u00f6glich, doch eine Erkl\u00e4rung der USA am letzten Verhandlungstag, es best\u00fcnde zu wenig Zeit f\u00fcr eine gr\u00fcndliche Pr\u00fcfung und weitere Verbesserung des letzten Textentwurfes, leitete unerwartet die Wende ein. Als sich kurz darauf Russland, Kuba, Nordkorea und Venezuela dieser Kritik anschlossen, war klar, dass der f\u00fcr eine Beschlussfassung erforderliche Konsens nicht mehr hergestellt werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ATT-Prozess soll weitergehen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine Gruppe von mehr als 90 Staaten, darunter auch alle EU-Mitglieder, bedauerten in einem <a href=\"http:\/\/reachingcriticalwill.org\/images\/documents\/Disarmament-fora\/att\/negotiating-conference\/statements\/27July_jointstatement.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">gemeinsamen Konferenzstatement<\/a> das Scheitern, k\u00fcndigte jedoch an, sich f\u00fcr eine Weiterf\u00fchrung des ATT-Prozesses einsetzen zu wollen. Die USA bef\u00fcrworteten am 28. Juli in einer <a href=\"http:\/\/www.state.gov\/r\/pa\/prs\/ps\/2012\/07\/195622.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Pressemitteilung<\/a> ein UN-Mandat f\u00fcr eine Weiterf\u00fchrung der Verhandlungen im n\u00e4chsten Jahr, und zwar auf der Basis des letzten Entwurfstextes und weiterhin auf Konsensbasis. <a href=\"http:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/DE\/Infoservice\/Presse\/Meldungen\/2012\/120728-Waffenhandelsvertrag.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bundesau\u00dfenminister Westerwelle<\/a> sprach sich gegen\u00fcber der Presse f\u00fcr einen m\u00f6glichst raschen Anlauf f\u00fcr neue Verhandlungen aus.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Vertreter\/innen von <a href=\"http:\/\/www.controlarms.org\/battle-continues\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Oxfam, Amnesty International und des Control-Arms-Sekretariats<\/a> kritisierten in einer <a href=\"http:\/\/www.controlarms.org\/battle-continues\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">gemeinsamen Pressemitteilung<\/a> die Verweigerungshaltung der USA und anderer Staaten und \u00e4u\u00dferten ihre \u00dcberzeugung, es sei jetzt nicht mehr die Frage ob, sondern nur noch wann ein Vertrag zustande kommen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch erscheint unklar, wann, in welchem Format und auf welcher Grundlage die n\u00e4chste Stufe der ATT-Verhandlungen beginnen k\u00f6nnte. Vieles spricht daf\u00fcr, dass der <a href=\"http:\/\/reachingcriticalwill.org\/images\/documents\/Disarmament-fora\/att\/negotiating-conference\/documents\/consolidated-text-26July.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">letzte Entwurfstext f\u00fcr den Vertrag vom 27. Juli 2012<\/a> die inhaltliche Grundlage bilden wird. Angesichts der teils gravierenden M\u00e4ngel und L\u00fccken in diesem Text werden ATT-unterst\u00fctzende Regierungen und Nichtregierungsorganisationen jedoch wohl noch eine Menge Arbeit und Energie investieren m\u00fcssen, bis eines Tages hoffentlich ein Kontrollabkommen vorliegt, das Menschen weltweit besser vor den Folgen unverantwortlicher Waffenlieferungen sch\u00fctzen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>(Ein ausf\u00fchrlicherer Bericht zur ATT-Verhandlungskonferenz folgt.)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>KONTRASTE: Bundesregierung unehrlich bei Waffen-Markierung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das ARD-Magazin <a href=\"http:\/\/www.rbb-online.de\/kontraste\/archiv\/kontraste_vom_19_07\/gewehre_fuer_diktatoren.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kontraste<\/a> berichtete am 19. Juli, dass die Vorschriften zur Markierung von Schusswaffen f\u00fcr Milit\u00e4r nicht ausreichend seien. Die deutsche Regierung habe ein Verfahren zugelassen, das sogar schlechter als ein fr\u00fcheres sei. Das Pr\u00e4ge- und Stanzverfahren habe es auch nach einem Herausfr\u00e4sen von Seriennummern noch zugelassen, in tieferen Schichten die wichtigen Daten zu Herkunft und Hersteller zu finden. Heute w\u00fcrde meist nur noch mit einem Laser gearbeitet, was den illegalen Waffenh\u00e4ndlern leichtes Spiel erm\u00f6gliche. MdB Jan van Aken sieht darin \u201eSystem\u201c: Die Bundesregierung wolle mit Hilfe des Kriegswaffenkontrollgesetzes (KWKG) illegale Waffenexporte, wie etwa nach Libyen, Georgien, Mexiko oder Indien decken. (Diese L\u00e4nder sind zumindest heute als Empf\u00e4nger von illegalen Lieferungen im Gespr\u00e4ch.)<\/p>\n\n\n\n<p>Es mag nicht den juristischen Grunds\u00e4tzen entsprechen, aber wenn Gewehre der Firma Heckler &amp; Koch in einem Krisengebiet oder auf einem Kriegsschauplatz gefunden werden, muss es Pflicht der Waffenfirma sein, die Herkunft dieser Waffen zu kl\u00e4ren. Es handelt sich schlie\u00dflich um automatische Schusswaffen, die f\u00fcr die T\u00f6tung von Menschen konstruiert sind \u2013 nicht um Obst oder Kugelschreiber. Dass die Firma hier keine deutlichen Ma\u00dfnahmen zeigt oder die Exporte von sich aus bis zur Kl\u00e4rung der G36-Lieferungen in die betreffenden L\u00e4nder aussetzt, zeigt, wie unmoralisch die Firmenleitung handelt. Und weiter handeln wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Chance, dass die deutschen Abgeordneten das KWKG entsprechen \u00e4ndern, ist gering. Denn damit w\u00fcrden sie dem gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Hersteller von Kriegsgewehren die M\u00f6glichkeit nehmen, auch in so genannte verbotene L\u00e4nder und Kriege zu liefern. Und das w\u00e4re ein Wirtschaftsnachteil, der ihnen von der Waffenlobby im Wahlkampf heimgezahlt w\u00fcrde. In unser aller Namen werden also weiterhin Massenvernichtungswaffen an alle verkauft, die zahlen k\u00f6nnen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><strong>BICC-<\/strong><strong>Jahresbericht<\/strong><strong>: Kleinwaffen bleiben ein Thema<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Juli ist der neue <a href=\"http:\/\/www.bicc.de\/publications\/publicationpage\/publication\/annual-report-2012-335\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Jahresbericht<\/a> des BICC (Bonn International Center for Conversion) erschienen. In den Projektberichten werden unter anderem die sichere Lagerung von Kleinwaffen und Munition im S\u00fcdsudan, eine m\u00f6gliche neue Bedrohung durch MANPADS (man-portable air-defence systems) und aktuelle Themen der Internetseite <a href=\"http:\/\/www.ruestungsexport.info\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.ruestungsexport.info<\/a> besprochen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Kleinwaffenperspektive besonders interessant ist das Projekt \u201eInteraktive Datenbank als neues Instrument zur Verifikation und Kontrolle von Kleinwaffen\u201c (S. 20-21): Seit M\u00e4rz dieses Jahres, so schreibt Projektleiter Lars Wirkus, besteht eine vom Ausw\u00e4rtigen Amt finanziell gef\u00f6rderte Kooperation mit dem \u201eVerifikationszentrum der Bundeswehr\u201c (ZVBw), in der ein Informationsportal zu Kleinwaffen geschaffen wird. Es handelt sich dabei um \u201eeine webbasierte Datenbank f\u00fcr die Praxis\u201c, die \u201eKlassifikation, Eigenschaften und globale Verbreitung von Klein- und Leichtwaffen\u201c umfassen soll. Hier soll man erfahren k\u00f6nnen, wie man die verschiedenen Kleinen und Leichten Waffen unterscheidet und welche Waffen wo hergestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Freundlicher Vorschlag f\u00fcr die Recherche: illegale G36-Exporte nach Georgien, Mexiko und Libyen. Diese Waffen kennt die Bundeswehr gut und sollte dabei helfen herauszufinden, wo und wann sie zum t\u00f6dlichen Einsatz gegen Zivilisten kommen k\u00f6nnten. Als Alternative: Welche Waffen werden nach einem R\u00fcckzug aus Afghanistan dort von der Bundeswehr zur\u00fcckgelassen? Oder: Welche Waffen setzt das KSK bei seinen illegalen Aktionen ein? Oder auch: Setzen die saudischen Truppen auch das G36 ein, wenn sie innerhalb oder au\u00dferhalb von Saudi-Arabien \u201edie Ordnung aufrecht erhalten\u201c?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>R\u00fcstungsatlas Baden-W\u00fcrttemberg erscheint in der zweiten Augusth\u00e4lfte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Informationsstelle Militarisierung e.V. (IMI) und die DFG-VK Baden-W\u00fcrttemberg werden demn\u00e4chst einen R\u00fcstungsatlas f\u00fcr Baden-W\u00fcrttemberg herausgeben. Die 72 Seiten starke Publikation mit zahlreichen Karten und Schaubildern informiert \u00fcber die R\u00fcstungsstandorte, Milit\u00e4reinrichtungen und Forschungsinstitutionen. Mit diesen Informationen soll die lokale Kritik vorangebracht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Preis f\u00fcr ein Einzelexemplar wird 3,50 Euro sein (zuz\u00fcglich 85 Cent Porto), ab zehn Exemplaren kostet ein Atlas 3 Euro zuz\u00fcglich Porto.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Infos gibt es bei IMI (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/service.gmx.net\/de\/cgi\/g.fcgi\/mail\/new?CUSTOMERNO=29065952&amp;t=de1192292124.1343094657.acefc518&amp;to=ruestungsatlas@imi-online.de\" target=\"_blank\">ruestungsatlas@imi-online.de<\/a>) oder bei der DFG-VK (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/service.gmx.net\/de\/cgi\/g.fcgi\/mail\/new?CUSTOMERNO=29065952&amp;t=de1192292124.1343094657.acefc518&amp;to=ba-wue@dfg-vk.de\" target=\"_blank\">ba-wue@dfg-vk.de<\/a>). Andreas Seifert (IMI \/ DFG-VK T\u00fcbingen) wird den R\u00fcstungsatlas im Rahmen von \u201e<a href=\"http:\/\/bawue.dfg-vk.de\/fileadmin\/user_upload\/SWK-0312-RGB-WEB.PDF\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Krieg beginnt hier \u2013 im L\u00e4ndle<\/a>\u201c (1.-3. September) am 2. September in der Jugendherberge Villingen vorstellen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Waffenhandel im Spiegel der R\u00fcstungsexportstatistik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Waffenhandel ist ein Thema, \u00fcber das man eigentlich \u00fcberhaupt nicht diskutieren muss, weil \u2013 fast \u2013 jeder dagegen ist. In der letzten bundesweiten, repr\u00e4sentativen Emnid-Umfrage (aus dem Jahr 2011) zu diesem Thema antworteten auf die Frage \u201eSollte Deutschland Ihrer Meinung nach Waffen und andere R\u00fcstungsg\u00fcter in andere L\u00e4nder verkaufen?\u201c 78 % der Befragten mit Nein. Gleichzeitig ist Waffenhandel aber auch ein Thema, \u00fcber das man \u00fcberhaupt nicht sprechen kann, denn es gibt keinerlei aussagekr\u00e4ftige Daten und Materialien, die man heranziehen k\u00f6nnte, um darstellen zu k\u00f6nnen, worum es da eigentlich geht. Es stimmt: Es gibt eine ganze Reihe von offiziellen Dokumenten, die f\u00fcr sich in Anspruch nehmen, Waffenhandel darzustellen. F\u00fcr Deutschland ist das insbesondere der <em>R\u00fcstungsexportbericht der Bundesregierung<\/em> \u2013 dazu gleich mehr \u2013 und auf internationaler Ebene z. B. das so genannte \u201eWaffenregister\u201c der Vereinten Nationen, in das eingetragen wird, welche Waffensysteme von wem an wen geliefert wurden. Die Teilnahme an diesem Register ist allerdings freiwillig und nicht einmal die UN selbst behauptet, dass die von ihr ver\u00f6ffentlichten Zahlen stimmen. Neben diesen staatlichen Institutionen gibt es noch eine ganze Reihe von Organisationen und Initiativen, die bem\u00fcht sind, Licht ins Dunkel zu bringen und die aus wissenschaftlichem oder dezidiert politischem Interesse sich mit dem Thema Waffenhandel befassen. Das Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) ist sicherlich eine der bekannteren NGO in diesem Feld und das von ihm herausgegebene <em>SIPRI Yearbook<\/em> mit mehr oder weniger detaillierten Angaben \u00fcber Waffenhandel in verschiedenen Facetten geh\u00f6rt zu den etablierten Standardwerken in diesem Feld.<\/p>\n\n\n\n<p>Liste der 20 wichtigsten Exportnationen von R\u00fcstungsg\u00fctern<\/p>\n\n\n\n<p>im Zeitraum 2008 \u2013 2011 (laut SIPRI)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>Rang<\/strong><\/td><td><strong>Land<\/strong><\/td><td><strong>Weltmarktanteil<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>1<\/td><td>USA<\/td><td>30 %<\/td><\/tr><tr><td>2<\/td><td>Russland<\/td><td>24 %<\/td><\/tr><tr><td>3<\/td><td>Deutschland<\/td><td>9 %<\/td><\/tr><tr><td>4<\/td><td>Frankreich<\/td><td>8 %<\/td><\/tr><tr><td>5<\/td><td>Gro\u00dfbritannien<\/td><td>4 %<\/td><\/tr><tr><td>6<\/td><td>China<\/td><td>4 %<\/td><\/tr><tr><td>7<\/td><td>Spanien<\/td><td>3 %<\/td><\/tr><tr><td>8<\/td><td>Niederlande<\/td><td>3 %<\/td><\/tr><tr><td>9<\/td><td>Italien<\/td><td>3 %<\/td><\/tr><tr><td>10<\/td><td>Israel<\/td><td>2 %<\/td><\/tr><tr><td>11<\/td><td>Schweden<\/td><td>2 %<\/td><\/tr><tr><td>12<\/td><td>Ukraine<\/td><td>2 %<\/td><\/tr><tr><td>13<\/td><td>Schweiz<\/td><td>1 %<\/td><\/tr><tr><td>14<\/td><td>Kanada<\/td><td>1 %<\/td><\/tr><tr><td>15<\/td><td>S\u00fcdkorea<\/td><td>1 %<\/td><\/tr><tr><td>16<\/td><td>S\u00fcdafrika<\/td><td>1 %<\/td><\/tr><tr><td>17<\/td><td>Belgien<\/td><td>1 %<\/td><\/tr><tr><td>18<\/td><td>Norwegen<\/td><td>1 %<\/td><\/tr><tr><td>19<\/td><td>Wei\u00dfrussland<\/td><td>1 %<\/td><\/tr><tr><td>20<\/td><td>Brasilien<\/td><td>1 %<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Laut Angaben von SIPRI soll Deutschland eines der L\u00e4nder sein, die im Handel mit Waffen weltweit f\u00fchrend t\u00e4tig sind. Und zwischen 2007 und 2011 soll die exportorientierte deutsche R\u00fcstungsindustrie einen Weltmarktanteil von mehr oder weniger 9 % am Weltr\u00fcstungsmarkt erreicht haben, wodurch Deutschland \u2013 hinter den USA und Russland \u2013 der drittwichtigste Produzent und Verk\u00e4ufer von Waffen gewesen ist. Damit jedoch nicht genug: Wenn man sich das Ranking genauer anschaut, dann mag Deutschland als Nationalstaat zwar von einigem Gewicht auf dem R\u00fcstungsmarkt gewesen sein, damit ist es auf europ\u00e4ischer Ebene jedoch nicht allein. Unter den 20 bedeutendsten Exportnationen finden sich nicht weniger als acht EU-Mitgliedsstaaten, die \u2013 laut den Angaben von SIPRI \u2013 gemeinsam auf einen Weltmarktanteil von knapp 33 % kommen. Nicht etwa die USA oder Russland, sondern die EU w\u00e4re demnach in absoluten Zahlen Weltmarktf\u00fchrer in Sachen R\u00fcstungsexport.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Problem an dieser Darstellung: Sie ist nicht falsch, sie ist aber deshalb noch lange nicht richtig. An SIPRI liegt das allerdings nicht, denn dort wird ausschlie\u00dflich offizielles Datenmaterial<\/p>\n\n\n\n<p>analysiert. Soll hei\u00dfen: SIPRI wertet lediglich die von den jeweiligen Regierungen ver\u00f6ffentlichten<\/p>\n\n\n\n<p>nationalen Exportstatistiken aus und zieht daraus statistische Schl\u00fcsse. F\u00fcr Fehler kann diese Einrichtung demnach nur bedingt verantwortlich gemacht werden. Einer dieser \u201eFehler\u201c oder Ungenauigkeiten betrifft die Stellung von China. Laut Darstellung von SIPRI kommt es \u201elediglich\u201c auf Rang 6 der Rangliste. Die USA haben wiederholt darauf hingewiesen, dass ihren Erkenntnissen und Analysen zufolge China ein wesentlich wichtigerer R\u00fcstungsexporteur sei, aber unzutreffende Statistiken publiziere, um die tats\u00e4chliche Bedeutung Chinas in diesem Bereich herunterzuspielen und die Leistungsf\u00e4higkeit der chinesischen R\u00fcstungsindustrie zu verschleiern. \u2013 Grunds\u00e4tzlich ist das sicherlich m\u00f6glich und mag richtig sein oder auch nicht, das eigentliche Problem mit den Zahlen von SIPRI und damit verbunden mit allen offiziellen Statistiken zum Thema R\u00fcstungsexport zeigt sich jedoch erst dann, wenn man die wichtigsten Exporteure mit der Liste der wichtigsten Importeure von Waffen vergleicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Liste der 20 wichtigsten Importnationen von R\u00fcstungsg\u00fctern<\/p>\n\n\n\n<p>im Zeitraum 2007 \u2013 2011 (laut SIPRI)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>Rang<\/strong><\/td><td><strong>Land<\/strong><\/td><td><strong>Weltmarktanteil<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>1<\/td><td>Indien<\/td><td>10 %<\/td><\/tr><tr><td>2<\/td><td>S\u00fcdkorea<\/td><td>6 %<\/td><\/tr><tr><td>3<\/td><td>Pakistan<\/td><td>5 %<\/td><\/tr><tr><td>4<\/td><td>China<\/td><td>5 %<\/td><\/tr><tr><td>5<\/td><td>Singapur<\/td><td>4 %<\/td><\/tr><tr><td>6<\/td><td>Australien<\/td><td>4 %<\/td><\/tr><tr><td>7<\/td><td>Algerien<\/td><td>4 %<\/td><\/tr><tr><td>8<\/td><td>USA<\/td><td>3 %<\/td><\/tr><tr><td>9<\/td><td>Vereinigte Arabische Emirate<\/td><td>3 %<\/td><\/tr><tr><td>10<\/td><td>Griechenland<\/td><td>3 %<\/td><\/tr><tr><td>11<\/td><td>Saudi-Arabien<\/td><td>3 %<\/td><\/tr><tr><td>12<\/td><td>T\u00fcrkei<\/td><td>3 %<\/td><\/tr><tr><td>13<\/td><td>Malaysia<\/td><td>2 %<\/td><\/tr><tr><td>14<\/td><td>Gro\u00dfbritannien<\/td><td>2 %<\/td><\/tr><tr><td>15<\/td><td>Venezuela<\/td><td>2 %<\/td><\/tr><tr><td>16<\/td><td>Norwegen<\/td><td>2 %<\/td><\/tr><tr><td>17<\/td><td>\u00c4gypten<\/td><td>2 %<\/td><\/tr><tr><td>18<\/td><td>Chile<\/td><td>2 %<\/td><\/tr><tr><td>19<\/td><td>Irak<\/td><td>2 %<\/td><\/tr><tr><td>20<\/td><td>Japan<\/td><td>2 %<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Ausweislich dieses Rankings w\u00e4ren eine ganze Reihe der wichtigsten Exportnationen nicht nur Verk\u00e4ufer von Waffen, sondern w\u00fcrde gleichzeitig auch noch \u2013 bei ihrer Konkurrenz quasi \u2013 Waffen in erheblichem Umfang einkaufen. Was auf den ersten Blick abstrus klingt, kl\u00e4rt sich, wenn man versucht, die Logik von R\u00fcstungsexportstatistiken nachzuvollziehen. Jedes Land tut so, als w\u00e4re es eine Insel und als best\u00fcnden nicht seit Jahrzehnten engste milit\u00e4rische und sicherheitspolitische Beziehungen zwischen einzelnen L\u00e4ndern und L\u00e4ndergruppen. Die USA, S\u00fcdkorea und Gro\u00dfbritannien sind laut Darstellung von SIPRI gleichzeitig wichtige K\u00e4ufer und Verk\u00e4ufer von Waffen. Und das stimmt. Was nicht gesagt wird, ist jedoch, dass es in Gestalt der Firmen BAE Systems, Lockheed Martin und General Dynamics, zwischen den R\u00fcstungsindustrien dieser drei L\u00e4nder sehr enge Beziehungen gibt. Kampfflugzeuge wie die F-16 und die F-18 etwa werden nicht nur in den Armeen aller drei L\u00e4nder verwendet, auch die Produktion der Waffensysteme findet sowohl in Gro\u00dfbritannien als auch in den USA und teils sogar in S\u00fcdkorea statt. Und im Rahmen dieser Produktionen kommt es zu einem regen Austausch und Handel mit Waffenteilen. Da es sich bei diesen Gesch\u00e4ften formal um einen transnationalen Handel mit R\u00fcstungsg\u00fctern \u2013 im Sinn der jeweiligen nationalen Vorschriften zum R\u00fcstungsexport handelt \u2013 werden diese Gesch\u00e4fte dann in den jeweiligen Exportstatistiken dokumentiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die R\u00fcstungsexportberichte werden damit jedoch letztlich verf\u00e4lscht, denn was in diesem Fall zwischen den USA, Gro\u00dfbritannien und S\u00fcdkorea passiert, ist ja eigentlich gar kein Waffenhandel, sondern steht zun\u00e4chst \u201enur\u201c im Zusammenhang mit R\u00fcstungsproduktion. Schaut man sich vor diesem Hintergrund noch einmal die Liste der 20 gr\u00f6\u00dften Waffenexportnationen an, so kommt pl\u00f6tzlich das ganze Ranking ins Wanken, denn nat\u00fcrlich pflegen insbesondere Deutschland, Frankreich, Spanien, die Niederlande, Italien und Belgien (also laut SIPRI weltweit die gr\u00f6\u00dften Waffenh\u00e4ndler) seit Jahrzehnten engste milit\u00e4rische und sicherheitspolitische Beziehungen. Mit dem Luft- und Raumfahrtkonzern EADS m\u00fcsste dann eigentlich auch zumindest einer der Namen genannt werden, der auf r\u00fcstungsindustrieller Seite diese wechselseitigen Abh\u00e4ngigkeiten erg\u00e4nzt. Das geschieht aber nicht. Und was auf diese Weise aus dem Blick ger\u00e4t, ist, dass es auch in diesem Rahmen zu R\u00fcstungsexportgesch\u00e4ften in erheblichem Umfang kommt, die eigentlich keine R\u00fcstungsexporte darstellen, sondern eher in den Kontext der R\u00fcstungsproduktion fallen. Da das Prinzip, so zu tun, als w\u00e4ren die nationalen Volkswirtschaften Inseln in einem mehr oder weniger feindlichen Meer, auch noch innerhalb der EU und des europ\u00e4ischen Wirtschaftsraumes praktiziert wird, sind die in Europa ver\u00f6ffentlichten R\u00fcstungsexportstatistiken allesamt in hohem Ma\u00dfe irref\u00fchrend, da sie nicht nur den tats\u00e4chlich stattfindenden Waffenhandel dokumentieren, sondern zugleich auch die R\u00fcstungsproduktion, f\u00fcr die Internationalit\u00e4t seit Jahrzehnten eine Realit\u00e4t ist. Damit wird Waffenhandel jedoch zu einem Thema, \u00fcber das man \u00fcberhaupt nicht sprechen kann, weil es faktisch \u00fcberhaupt keine stichhaltigen Daten dazu gibt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>UN-Waffenregister: Deutschland \u00fcbermittelt Exportzahlen f\u00fcr Kleinwaffen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Alle R\u00fcstungsexportstatistiken l\u00fcgen. Mal mehr, mal weniger. Weltweit gibt es nur eine einzige Statistik, der man \u2013 mehr oder weniger \u2013 vertrauen kann, da sie absolute Zahlen enth\u00e4lt. Das UN-Waffenregister. Bereits seit Mitte Juli 2012 sind auf der <a href=\"http:\/\/www.un-register.org\/SmallArms\/CountrySummary.aspx?CoI=DE\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Website<\/a> des B\u00fcros die absoluten Exportzahlen f\u00fcr genehmigte Kleinwaffen-Exporte abrufbar, die Deutschland \u00fcbermittelt hat. Seitdem ist bekannt, dass Deutschland im Jahr 2011 z. B. den Export von Maschinenpistolen nach Hongkong (106 St\u00fcck), Indonesien (242 St\u00fcck), auf die Philippinen (25 St\u00fcck), nach Saudi-Arabien (1233 St\u00fcck) und Singapur (68 St\u00fcck) genehmigt hat. Hinzu kamen Schnellfeuergewehre nach Indonesien (102 St\u00fcck), in den Kosovo (900 St\u00fcck), nach Oman (48 St\u00fcck), auf die Philippinen (195 St\u00fcck), nach Saudi-Arabien (4213 St\u00fcck), Singapur (595 St\u00fcck) und in die Vereinigten Arabischen Emirate (16 St\u00fcck). Der Export von Leichten Maschinengewehren wurde z. B. nach Oman (10 St\u00fcck) genehmigt. Und nicht zu vergessen sind auch die Waffen zum Verschie\u00dfen von Granaten, deren Export z. B. auf die Philippinen (25 St\u00fcck) und nach Singapur (23 St\u00fcck) erlaubt wurde. Und all das ist wie gesagt nur ein Ausschnitt. \u2013 Bleibt die Frage, warum die Bundesregierung auf UN-Ebene diese Daten \u00fcbermittelt, in ihren eigenen Berichten aber g\u00e4nzlich anders vorgeht und nur die Genehmigungen auflistet. Ein Grund k\u00f6nnte Imagepflege sein: Deutschland stellt sich international gern als restriktiver und transparenter Exporteur dar. Allerdings auf einer Ebene, die den Export bisher nicht gef\u00e4hrdet. Man kann vorausahnen, wie sich die Berichte ver\u00e4ndern werden, sollte die UN-Ebene eines Tages Kontrollm\u00f6glichkeiten beinhalten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00d6kumenische Erkl\u00e4rung zur R\u00fcstungsindustrie am Bodensee<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>von Fabian Sieber<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Rahmen ist klar. \u2013 Der 15. Internationale \u00d6kumenische Bodensee-Kirchentag fand vom 15.-17. Juni 2012 in \u00dcberlingen statt. Wie bei den \u201egro\u00dfen\u201c, aber in der Regel nicht-\u00f6kumenischen Kirchen- bzw. Katholikentagen wurde auch hier ein buntes und umfangreiches Programm aus vielen Bereichen des christlichen Lebens geboten, das zahlreiche Teilnehmer und Besucher anlockte. Und rund 3000 G\u00e4ste kamen. Mit dabei: der Themenkomplex um Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Sch\u00f6pfung. Mit dabei: ein runder Tisch zur R\u00fcstungsindustrie am Bodensee. Und am Ende wurde eine \u00d6kumenische Erkl\u00e4rung zur R\u00fcstungsindustrie am Bodensee ver\u00f6ffentlicht, die sich, in zehn Thesen, um eine christliche Positionierung zur Realit\u00e4t der R\u00fcstungsindustrie im Bodenseeraum bem\u00fcht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Text ist komplex strukturiert \u2013 jedenfalls bin ich mir nicht sicher, wirklich alles verstanden zu haben \u2013 und der Inhalt ist dementsprechend schwer nachzuvollziehen. In den ersten beiden Thesen, so scheint es, werden die christlichen Grundlagen benannt, auf die sich die Unterzeichner der Erkl\u00e4rung berufen wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>So leiten sie aus dem Geschehen der Kreuzigung eine Pflicht zur Solidarit\u00e4t mit den Opfern von Gewalt ab (These 1). Aus dem dreifachen Amt Christi (K\u00f6nig, Priester, Prophet) \u2013 eine Aussage, die in katholischer wie evangelischer Dogmatik seit jeher einen festen Platz hat \u2013 wird abgeleitet, dass auch an die Ortsgemeinden und Einzelchristen ein bleibender Auftrag gestellt ist, prophetische Kritik am herrschenden Zeitgeist zu \u00fcben (These 2).<\/p>\n\n\n\n<p>In den Thesen 3 und 4 wird eine politische Vision formuliert, die in langer Sicht erreicht werden soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Namentlich sollen keine Waffen in Krisen- und Konfliktgebiete exportiert werden (These 3) und die Situation der Menschenrechte im Empf\u00e4ngerland soll bei einer Exportanfrage ber\u00fccksichtigt werden (These 4). \u2013 Also alles, was in den Politischen Grunds\u00e4tzen der Bundesregierung zum R\u00fcstungsexport heute schon gefordert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Thesen 5 und 6 rufen, in guter christlicher Tradition, zur Umkehr auf. Ein Mangel an Information wird konstatiert (These 5) und die Korrumpierbarkeit auch der christlichen Gemeinden wird kritisch festgestellt (These 6).<\/p>\n\n\n\n<p>Es folgen zwei Thesen, die handlungsermutigend sein k\u00f6nnen. These 7 betont, dass \u2013 im Geist der Bergpredigt \u2013 im Hier und Heute eine andere Welt m\u00f6glich ist. These 8 betont, dass die Frage, ob Waffen produziert und exportiert werden sollen, nichts ist, wor\u00fcber Firmen in Eigenregie entscheiden k\u00f6nnen. Es ist vielmehr eine Frage, die von den verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren gemeinsam gestellt und beantwortet werden muss. Christliches Engagement ist demnach nicht nur notwendig, sondern liegt in der Logik des Systems.<\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden Schlussthesen schlie\u00dflich formulieren konkrete Impulse, die real denkbar sind: den R\u00fcstungsexportbericht der GKKE in den Gemeinden zu lesen und zu diskutieren (These 9) und das Thema R\u00fcstungskonversion als Alternative zur bisherigen Waffenproduktion in den Raum der \u00f6ffentlichen Diskussion einzubringen (These 10).<\/p>\n\n\n\n<p>So weit, so gut. Bliebe die Frage, welcher Impuls von dieser Erkl\u00e4rung ausgeht. Wie er aufgegriffen werden und mit Leben gef\u00fcllt werden kann. Und an diesem Punkt wird es schwierig.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich ist es sch\u00f6n, wenn noch einmal gesagt wird, dass in Krisen- und Konfliktgebiete keine Waffen exportiert werden sollen und dass die Situation der Menschenrechte im Empf\u00e4ngerland beachtet werden soll, aber \u2013 wem n\u00fctzt das? Und ist das eine tragf\u00e4hige Vision? Es stimmt, dass die christlichen Kirchen am und um den Bodensee lange weggeschaut haben und sich nicht zum Thema R\u00fcstungsproduktion und -export ge\u00e4u\u00dfert haben, aber gen\u00fcgt es als Reaktion auf dieses Vers\u00e4umnis wirklich, sich zu informieren (These 5)? Geht es wirklich um Information und Wissen? Gibt es davon nicht schon genug? Ist nicht eher Erkenntnis und Bewusstsein dasjenige, was angestrebt werden m\u00fcsste? \u2013 Orientierung also, die auch zu Handlungen bef\u00e4higen kann, statt Information, durch die zun\u00e4chst und vor allem die eigene Ohnmacht erkannt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob die Erkl\u00e4rung toter Buchstabe bleibt oder zu einem gelebten, erf\u00fcllten Wort wird, h\u00e4ngt wahrscheinlich davon ab, ob es gelingen wird, die allgemeinen Forderungen und Impulse mit jenem Geist zu f\u00fcllen, der in den grundlegenden Thesen (These 1 und 2) beschworen wird. Gelingt es nicht, kann die Ermutigung, die von der Bergpredigt ausgehen kann (These 7), individuell auch sehr schnell als eine \u00dcberforderung erlebt werden. Die Verantwortung, die die christlichen Gemeinden wahrnehmen d\u00fcrfen (These 8) \u2013 kann sie dann ausgef\u00fcllt werden? W\u00fcrde es gen\u00fcgen, den R\u00fcstungsexportbericht der GKKE zu lesen (These 9), um sie verantwortet wahrnehmen zu k\u00f6nnen? Und wie sollte dann das Schlagwort der Konversion (These 10) mit Inhalt gef\u00fcllt werden?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Griechenland: weiterhin R\u00fcstungsexporte aus Deutschland<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie wir bereits im Februar berichteten (DAKS-Newsletter <a href=\"https:\/\/rib-ev.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/DAKS-Newsl-2012-02.pdf\">Februar 2012<\/a>), sind die enormen K\u00fcrzungen im griechischen Sozialsystem und anderen staatlichen Bereichen nicht in einem vergleichbaren Ma\u00df auf den Milit\u00e4r- und R\u00fcstungsbereich ausgedehnt worden. Nun berichtet auch der <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/euro-krise-warum-griechenlands-militaer-so-teuer-ist-a-846101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">SPIEGEL<\/a> dar\u00fcber (Georgios Christidis: \u201eGriechischer Milit\u00e4rhaushalt. Im Gleichschritt in den Bankrott\u201c). In der schweizerischen Zeitschrift <a href=\"http:\/\/www.neuewege.ch\/icc.asp?oid=9161\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Neue Wege<\/a> hatte Jo Lang im Mai in seiner Kolumne unter der \u00dcberschrift \u201eAll\u00adtag in der Schweiz \u2013 Waf\u00adfen f\u00fcr Grie\u00adchen\u00adland\u201c \u00fcber diese skandal\u00f6se Politik geschrieben, der Artikel findet sich bei der <a href=\"http:\/\/www.gsoa.ch\/themen\/kriegsmaterial-exporte\/01915\/waffen-fuer-griechenland\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">GSoA<\/a>. Es wird Zeit, dass die jahrzehntelange Profitgier deutscher R\u00fcstungskonzerne und die Doppelmoral deutscher Politiker ein Ende haben!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Jahrelangen intensiven Vorbereitungen und Verhandlungen die sich einen Monat lang hinzogen, ist die UN-Konferenz zur Ausarbeitung eines weltweiten Arms-Trade Treaty gescheitert. Robert Lindner (Oxfam Deutschland e.V.) berichtet aus New York. 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