{"id":1887,"date":"2012-11-20T11:16:00","date_gmt":"2012-11-20T10:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/rib-ev.de\/?p=1887"},"modified":"2024-07-19T15:04:54","modified_gmt":"2024-07-19T13:04:54","slug":"daks-newsletter-november-2012-ist-erschienen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rib-ev.de\/?p=1887","title":{"rendered":"DAKS-Newsletter November 2012 ist erschienen!"},"content":{"rendered":"\n<p>In der November-Ausgabe des DAKS-Newsletter geht es noch einmal um die Kritik am G36-Schnellfeuergewehr der Bundeswehr: ist alle Kritik wirklich nur Kampagne? Und wenn, von Wem?<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem im neuen Newsletter: vom BKA ver\u00f6ffentlichte Statistiken erlauben eine Problembeschreibung im Hinblick auf den privaten Waffenbesitz in Deutschland \u2013 jedes Jahr scheinen mehrere tausend Schusswaffen aus privatem Besitz verloren zu gehen. Und niemanden scheint das zu st\u00f6ren. Und schlie\u00dflich: eine Filmkritik gibt es diesmal auch, schlie\u00dflich ist ein neuer James Bond-Film in die Kinos gekommen und das war schon immer eine Gelegenheit f\u00fcr Product Placement. z.B. f\u00fcr Kleinwaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Weiterempfehlen: Wenn Sie den Kleinwaffen-Newsletter abonnieren wollen<br>(als kostenlose E-Mail), senden Sie uns einfach eine <a href=\"mailto:daks-news@rib-ev.de?subject=Kleinwaffen-Newsletter\">Mail<\/a> mit dem Stichwort<br>\u201eKleinwaffen-Newsletter\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Kritik am G36-Gewehr \u2013 alles nur Kampagne?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Kritik am G36-Schnellfeuergewehr h\u00e4lt an. Seit Jahren. Und in der Kritik steht dabei nicht etwa die Waffe selbst, sondern vor allem das von der Waffe verwendete Kaliber 5,56 NATO. Dieses sei insbesondere im Vergleich zum ehemals im G3 verwendeten Kaliber 7,62 NATO schlichtweg zu \u201eschwach\u201c, so dass auf gr\u00f6\u00dfere Kampfdistanzen der Feind nicht effektiv genug bek\u00e4mpft werden k\u00f6nne. (vgl. etwa <a href=\"https:\/\/rib-ev.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/DAKS-Newsl-2012-05.pdf\">DAKS-Newsletter 05\/2012<\/a>) Die zuletzt erfolgte Kritik am G36 durch den Bundesrechnungshof (vgl. <a href=\"https:\/\/rib-ev.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/DAKS-Newsl-2012-10.pdf\">DAKS-Newsletter 10\/2012<\/a>) stellt insofern nicht Neues dar, sondern lediglich eine Erg\u00e4nzung des Spektrums der Kritik.<\/p>\n\n\n\n<p>Solange die Diskussion um die Ineffektivit\u00e4t des G36 gef\u00fchrt wird, solange kursieren vermeintliche L\u00f6sungen des Problems. Der bei Weitem einfachste Vorschlag beinhaltet schlicht die noch vorhandenen Best\u00e4nde an G3-Schnellfeuergewehren zu nutzen und m\u00f6glichst umfassend an die Soldaten auszuteilen. Auf diese Weise k\u00f6nne, so die Hoffnung, das G36 auf Distanzen bis 200m, das G3 auf Distanzen bis 400m und das G22-Scharfsch\u00fctzengewehr auf Distanzen bis 800m eingesetzt werden. Neben diesem sehr bescheidenen, im Sinne von kosteng\u00fcnstigen Vorschlag besteht aber nat\u00fcrlich auch die M\u00f6glichkeit, eine ganz neue Waffe zu kaufen und bei der Bundeswehr einzuf\u00fchren. Die bundeswehrinterne Projektbezeichnung f\u00fcr diese Option firmiert unter dem Namen G27.<\/p>\n\n\n\n<p>Welchen Stand das Projekt derzeit hat und ob es in den aktuellen Zeiten begrenzter Finanzmittel jemals verwirklicht werden wird, ist derzeit v\u00f6llig offen. Fakt ist, dass die Bundeswehr in den vergangenen Jahren im Rahmen des \u201eEinsatzbedingten Sofortbedarfs\u201c zun\u00e4chst einmal das G3-Gewehr modernisieren lie\u00df und als G3-ZF DMR eingesetzt hat. Eine v\u00f6llig neue Waffe mit der Kennung G28, n\u00e4mlich eine adaptierte Version des das HK MR308, erhielten lediglich die Spezialkr\u00e4fte des KSK. \u2013 Die eigentliche Forderung der Bundeswehr nach einer Alternative, bzw. Erg\u00e4nzung zum G36 ist damit aber noch nicht einmal ansatzweise erf\u00fcllt, denn das HK MR308\/G28 verf\u00fcgt grunds\u00e4tzlich \u00fcber keine Schnellfeuer-Funktion.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Marc Roth, der Leiter der Abteilung Produktstrategie bei Heckler &amp; Koch, durfte seine Zukunftsvision von Handfeuerwaffen bei der Bundeswehr bereits im Januar\/Februar 2012 in einem Beitrag f\u00fcr den \u201eInfoBrief Heer\u201c entwickeln. Die Waffe der Zukunft wird demnach das Kaliber 7,62 NATO verwenden, \u00fcber einen integrierten Schalld\u00e4mpfer und ein integriertes (Hochleistungs-) Zielfernrohr\/Nachtsichtger\u00e4t verf\u00fcgen und werksseitig in einer Tarnfarbe gestaltet sein. Im Blick hat Marc Roth damit nat\u00fcrlich das G27-Projekt, respektive das von Heckler &amp; Koch angebotene Schnellfeuergewehr im Kaliber 7,62 NATO, das HK 417.<\/p>\n\n\n\n<p>In seiner neuesten Ausgabe (November 2012) hat das \u201eDeutsche Waffen-Journal\u201c diese Vorschl\u00e4ge aufgegriffen und mit der seit geraumer Zeit bestehenden Kritik am G36-Schnellfeuergewehr verbunden. Der Grundtenor: Wenn das G36 den Anforderungen nicht voll gen\u00fcgt, so ist es h\u00f6chste Zeit eine Erg\u00e4nzungswaffe einzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles in allem ist es bemerkenswert, wie interessierte Kreise der Bundeswehr in Gestalt des InfoBrief Heer, der R\u00fcstungsindustrie und der unabh\u00e4ngigen \u201eFachpresse\u201c an einem Strang ziehen, um ein geplantes bzw. gew\u00fcnschtes Projekt zu bewerben.<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich ist nichts gegen solche Werbekampagnen einzuwenden \u2013 allerdings wirkt es befremdlich, wenn Heckler &amp; Koch gleichzeitig davon spricht, dass in der <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/vorwuerfe-gegen-waffenfirma-heckler-koch-spricht-von-kampagne-a-797274.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Presse<\/a> eine \u201egezielte Diffamierungskampagne\u201c gegen das R\u00fcstungsunternehmen laufe.<\/p>\n\n\n\n<p>Viel wichtiger jedoch: Angesichts der offensichtlich hervorragenden Kooperation zwischen den beteiligten Medien und Akteuren muss die Frage erlaubt sein, ob die in den letzten Monaten aufgekommene Kritik am G36-Gewehr wirklich sachlich begr\u00fcndet ist oder nicht auch von interessierter Seite aufgebauscht wurde, um selbst in Zeiten klammer Kassen neue R\u00fcstungsprojekte durchsetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B<\/strong><strong>KA ver\u00f6ffentlicht Fallzahlen zur Waffenkriminalit\u00e4t in Deutschland<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenig ist \u00fcber privaten Schusswaffenbesitz in Deutschland bekannt. Wie viele Kleinwaffen in Deutschland im Umlauf sind, ist v\u00f6llig unbekannt, und selbst die Frage, wie viele Waffen in Deutschland legal besessen werden, kann von den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden nicht definitiv beantwortet werden. Unter diesen Umst\u00e4nden ist klar, dass auch die j\u00e4hrlich vom BKA erstellte Statistik \u00fcber den Missbrauch von Schusswaffen in Deutschland, das Bundeslagebild Waffen- und Sprengstoffkriminalit\u00e4t, nicht ver\u00f6ffentlicht wird. \u2013 Der Piratenpartei ist es zu verdanken, dass die entsprechenden Statistiken der Jahre 2001 bis 2010 nun doch freigegeben wurden und seit August 2012 im <a href=\"http:\/\/thegeek.de\/statistiken-des-bka-nach-dem-informationsfreiheitsgesetz-erhalten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Internet<\/a> abrufbar sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Dankenswerterweise werden die nun ver\u00f6ffentlichten Daten auch gleich analysiert. Im aktuellen Fall von Marc Schieferdecker. Die vorgelegte Argumentation ist \u00fcbersichtlich: Sie geht von einem Zitat aus dem Bundelagebild des Jahres 2009 aus, in dem festgestellt wird, dass \u201edas subjektive Sicherheitsgef\u00fchl der Bev\u00f6lkerung immer wieder durch einzelne Straftaten mit Schusswaffengebrauch, [\u2026] stark beeintr\u00e4chtigt wird\u201c, w\u00e4hrend das \u201ef\u00fcr die Bev\u00f6lkerung aus der Waffenkriminalit\u00e4t resultierende Gef\u00e4hrdungspotenzial\u201c als \u201egering\u201c einzusch\u00e4tzen sei, da es gerade einmal 0,2 % der in der Kriminalit\u00e4tsstatistik erfassten Gesamtstraftaten ausmacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Marc Schieferdecker kommt deshalb zu dem Fazit: \u201eEs gibt insgesamt kein gro\u00dfes Problem, aber das subjektive Sicherheitsgef\u00fchl der Bev\u00f6lkerung entspricht nicht der Realit\u00e4t.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Beitrag und die Statistiken wurden umgehend vom Blog \u201e<a href=\"http:\/\/www.liberales-waffenrecht.de\/2012\/09\/04\/unverhofft-kommen-sie-doch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Liberales Waffenrecht<\/a>\u201c aufgegriffen und zum Blog des \u201e<a href=\"http:\/\/www.dsb.de\/infothek\/recht\/waffenrecht\/aktuelles\/meldung\/4529-Statistiken-zur-Waffenkriminalitaet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Deutschen Sch\u00fctzenbundes<\/a>\u201c verlinkt. Das \u201eDeutsche Waffen-Journal\u201c schlie\u00dflich hat in seiner November-Ausgabe 2012 einen Artikel \u201eKriminalit\u00e4t \u2013Statistik offen gelegt\u201c ver\u00f6ffentlicht, der zu gleichlautenden Schlussfolgerungen gelangt. Bliebe noch die Kommentar-Funktion zum Blog-Beitrag von Marc Schieferdecker: Sie wurde bisher 15 Mal genutzt. Und \u00fcberproportional h\u00e4ufig von Katja Triebel, die f\u00fcr derzeit f\u00fcnfKommentare verantwortlich zeichnet. Ihr Fazit: \u201eWenn man die Inhalte [die ver\u00f6ffentlichten Statistiken] liest, wird man feststellen, das es eine n\u00fcchterne Erfassung von statistischen Zahlen und deren Auswertung ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Allerdings mit dem Ergebnis und der polizeilichen Lagebewertung, dass Legalwaffen in der Kriminalstatistik eine zu vernachl\u00e4ssigende Gr\u00f6\u00dfe darstellen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz gesagt: Aktuell wird die gesamte Diskussion von Sportsch\u00fctzen f\u00fcr Sportsch\u00fctzen gef\u00fchrt. Im Fall der Blogs und Printmedien, die die Geschichte aufgegriffen haben, erkl\u00e4rt sich dies von selbst. Und Marc Schieferdecker ist ausweislich seines Blogs Sportsch\u00fctze, Katja Triebel jedoch ist Inhaberin eines Waffengesch\u00e4fts.<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich w\u00e4re dagegen nichts einzuwenden, wenn die Diskussion der ver\u00f6ffentlichten BKA-Zahlen tats\u00e4chlich ergebnisoffen gef\u00fchrt w\u00fcrde. Dies ist aber nicht der Fall, wie ein Blick in die Jahresberichte selbst schnell ergibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufschlussreich sind hierbei insbesondere die Zahlen zum Bereich Diebstahl und Verlust von Schusswaffen (siehe Tabelle 1). Zwei Dinge sind an den zur Verf\u00fcgung gestellten Daten bemerkenswert: zum einen der Umstand, dass \u00fcber die polizeibekannten gesuchten Schusswaffen nur bis 2004 Angaben gemacht werden. Und: die seit 2004 explosionsartige Steigerung der F\u00e4lle, in denen Waffen als verloren bzw. gestohlen gemeldet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Tabelle 1:<\/p>\n\n\n\n<p>Diebstahl \/ Verlust von Schusswaffen<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>Jahr<\/td><td>St\u00fcckzahl in Sach\u00adfahndung<\/td><td>Diebstahl vonWaffen \/ Munition: Fallzahlen<\/td><\/tr><tr><td>1994<\/td><td>6254<\/td><td><\/td><\/tr><tr><td>1995<\/td><td>7082<\/td><td><\/td><\/tr><tr><td>1996<\/td><td>6659<\/td><td><\/td><\/tr><tr><td>1997<\/td><td>6582<\/td><td><\/td><\/tr><tr><td>1998<\/td><td>6405<\/td><td><\/td><\/tr><tr><td>1999<\/td><td>6595<\/td><td><\/td><\/tr><tr><td>2000<\/td><td>6039<\/td><td><\/td><\/tr><tr><td>2001<\/td><td>6296<\/td><td>2009<\/td><\/tr><tr><td>2002<\/td><td>7417<\/td><td>1709<\/td><\/tr><tr><td>2003<\/td><td>6646<\/td><td>1104<\/td><\/tr><tr><td>2004<\/td><td>8291<\/td><td>1439<\/td><\/tr><tr><td>2005<\/td><td>\u2013<\/td><td>3802<\/td><\/tr><tr><td>2006<\/td><td>\u2013<\/td><td>3252<\/td><\/tr><tr><td>2007<\/td><td>\u2013<\/td><td>3319<\/td><\/tr><tr><td>2008<\/td><td>\u2013<\/td><td>4503<\/td><\/tr><tr><td>2009<\/td><td>\u2013<\/td><td>5166<\/td><\/tr><tr><td>2010<\/td><td>\u2013<\/td><td>7862<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Bundeslagebild aus dem Jahr 2004 wird auf diesen Umstand eingegangen und ausgef\u00fchrt, dass alles gar nicht so schlimm sei, denn die Steigerungen seien vor allem auf mehr Transparenz in Folge verst\u00e4rkter Kontrollen von privaten Waffenbesitzern zur\u00fcckzuf\u00fchren. Im Wortlaut (vgl. Bundeslagebild Waffenkriminalit\u00e4t 2004, S. 13) hei\u00dft es:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie erneut festgestellte Steigerung der Gesamtzahlen abhanden gekommener Waffen gegen\u00fcber dem Vorjahr bel\u00e4uft sich auf 1.645 St\u00fcck, d. h. eine Steigerung um 19,8%, (auf den <strong>privaten Bereich<\/strong> entfallen dabei <strong>ca. 87 %<\/strong>) k\u00f6nnte den Eindruck erwecken, dass die neue Vorschrift im Gesetz nicht greift und weiterhin unvorschriftsm\u00e4\u00dfig und nicht ausreichend gesichert aufbewahrt wird. Es wird jedoch gegenw\u00e4rtig davon ausgegangen, dass die tats\u00e4chlichen Verlustzahlen gegen\u00fcber den Vorjahren nicht so dramatisch angestiegen sind, sondern aufgrund ge\u00e4nderter Bestimmungen im aktuellen Waffengesetz durch die zust\u00e4ndigen Ordnungsbeh\u00f6rden verst\u00e4rkt Kontrolle ausge\u00fcbt wird und damit mehr Verluste zeitnah festgestellt wurden. Insofern d\u00fcrfte es sich um eine Verschiebung vom Dunkel- zum Hellfeld handeln.\u201c (Hervorhebungen im Original)<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich hat sich die Situation 2005 nicht normalisiert. Im Bundeslagebild Waffenkriminalit\u00e4t 2008 (siehe S. 7) wird deshalb erneut hervorgehoben:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Steigerungsrate von 36 % [in der Kategorie \u201eDiebstahl \/ Verlust\u201c] d\u00fcrfte auf verst\u00e4rkte \u00dcberpr\u00fcfungen von Waffenbesitzkarteninhabern durch die zust\u00e4ndigen Verwaltungs- und Kontrollbeh\u00f6rden der L\u00e4nder in Bezug auf Lagerung und Verbleib von Schusswaffen zur\u00fcckzuf\u00fchren sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Zusammenhang wird nicht extra hervorgehoben, in wie vielen F\u00e4llen der Diebstahl\/Verlust auf den privaten Bereich entf\u00e4llt. Da jedoch erkl\u00e4rt wird, die Steigerungsrate sei auf verst\u00e4rkte Kontrollen von privaten Waffenbesitzern zur\u00fcckzuf\u00fchren er\u00fcbrigt sich diese Angabe eigentlich auch. Das Problem an diesen Zahlen ist, dass unter ihrem Eindruck die Aussage, dass legal besessene Waffen nur sehr selten zur Begehung von Straftaten verwendet werden, akut an Bedeutung verliert.<\/p>\n\n\n\n<p>Tabelle 2: Tatwaffen<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>Jahr<\/td><td>Erlaubnisfreie Waffen<\/td><td>Illegale Waffen<\/td><td>Legale Waffen<\/td><td>Ungekl\u00e4rte Herkunft<\/td><\/tr><tr><td>2001<\/td><td>54,6 % (777 F\u00e4lle)<\/td><td>39,2 % (558 F\u00e4lle)<\/td><td>3,9 % (56 F\u00e4lle)<\/td><td>2,3 % (33 F\u00e4lle)<\/td><\/tr><tr><td>2002<\/td><td>52,4 % (912 F\u00e4lle)<\/td><td>42,4 % (738 F\u00e4lle)<\/td><td>2,6 % (46 F\u00e4lle)<\/td><td>2,6 % (46 F\u00e4lle)<\/td><\/tr><tr><td>2003<\/td><td>54,90 %<\/td><td>38,30 %<\/td><td>3,80 %<\/td><td>3,00 %<\/td><\/tr><tr><td>2004<\/td><td>56,10 % (861 F\u00e4lle)<\/td><td>38,10 % (585 F\u00e4lle)<\/td><td>3,50 % (53 F\u00e4lle)<\/td><td>2,30 % (35 F\u00e4lle)<\/td><\/tr><tr><td>2005<\/td><td>\u2013<\/td><td>\u2013<\/td><td>\u2013<\/td><td>\u2013<\/td><\/tr><tr><td>2006<\/td><td>74,00 %<\/td><td>\u2013<\/td><td>\u2013<\/td><td>\u2013<\/td><\/tr><tr><td>2007<\/td><td>74,00 %<\/td><td>\u2013<\/td><td>\u2013<\/td><td>\u2013<\/td><\/tr><tr><td>2008<\/td><td>73,00 %<\/td><td>\u2013<\/td><td>\u2013<\/td><td>\u2013<\/td><\/tr><tr><td>2009<\/td><td>\u2013<\/td><td>\u2013<\/td><td>\u2013<\/td><td>\u2013<\/td><\/tr><tr><td>2010<\/td><td>69,3 % (344 F\u00e4lle)<\/td><td>25,3 % (125 F\u00e4lle)<\/td><td>5,4 % (27 F\u00e4lle)<\/td><td>\u2013<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Schaut man sich die ver\u00f6ffentlichten BKA-Zahlen an, dann ist es eindeutig, dass Erlaubnisfreie Waffen und Illegale Waffen das Gros der verwendeten Tatwaffen darstellen (siehe Tabelle 2). Wenn man jedoch in Rechnung stellt, dass z. B. im Jahr 2004 nicht nur in 585 F\u00e4llen illegale Kleinwaffen zur Begehung von Straftaten gemeldet wurden, sondern gleichzeitig auch 8291 St\u00fcck privat Besessene, erlaubnispflichtige Kleinwaffen abhanden gekommen sind, dann ist klar, dass privater Waffenbesitz in Deutschland sehr wohl ein Problem darstellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Anders ausgedr\u00fcckt: Es ist legitim zu sagen, dass man Sportsch\u00fctze ist, sich als Sportsch\u00fctze oder J\u00e4ger bet\u00e4tigen m\u00f6chte und deshalb sein berechtigtes Interesse daran, privat Waffen zu besitzen, aus\u00fcben m\u00f6chte. Diese legitimen Interessen sollten jedoch nicht zu Realit\u00e4tsverlust f\u00fchren. Die nun vom BKA ver\u00f6ffentlichten Zahlen sind tats\u00e4chlich eindeutig. Und sie belegen, privater Waffenbesitz in Deutschland, so wie er gegenw\u00e4rtig geregelt ist, ist ein Problem. Der Missbrauch von Schusswaffen zur Begehung von Straftaten ist m\u00f6glich, weil in Deutschland privater Waffenbesitz erlaubt ist und bei weitem nicht restriktiv genug kontrolliert wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein Fall f\u00fcr Product Placement? \u2013 \u201eSkyfall\u201c und die T\u00fccken der Werbung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn das <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/panorama\/kultur-literatur\/product-placement-bei-bond-mein-name-ist-brand-james-brand\/7330038.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Handelsblatt<\/a> \u00fcber einen Kinofilm berichtet, dann spielt die Handlung nur eine untergeordnete Rolle. Ein gutes Auge haben die Redakteure der Zeitung jedoch f\u00fcr Product Placement, und den Anfang November in die deutschen Kinos gekommenen James-Bond-Film \u201eSkyfall\u201c nehmen sie ganz genau unter die Lupe. Unter anderem Dank der Werbeauftritte des Uhrenherstellers Omega und der Brauerei Heineken sollen die Produzenten rund 45 Millionen Dollar an Werbeeinnahmen verbucht haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie das Handelsblatt aber auch feststellt, haben einige der so platzierten Produkte keinen gelungenen Auftritt. Zum Beispiel der Audi A5, dem Bond in der Er\u00f6ffnungs-Verfolgungsjagd durch Istanbul auf der Spur zu bleiben versucht: Am Ende ist das Auto zu Schrott gefahren, der B\u00f6sewicht Patrice muss auf ein Motorrad umsteigen \u2013 und die Jagd geht weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den im Film verwendeten Waffen ist es ganz \u00e4hnlich. Und das schon am Anfang. Nat\u00fcrlich verwendet Bond eine Pistole aus dem Hause Carl Walther. Und nat\u00fcrlich ist es eine Walther PPK. Etwas hat sich jedoch ver\u00e4ndert: W\u00e4hrend Bond fr\u00fcher auf seine Waffe unbedingt z\u00e4hlen konnte, scheint er heute ein eher zwiesp\u00e4ltiges Verh\u00e4ltnis zu ihr zu haben. Auch dies wird schon in der Er\u00f6ffnungs-Verfolgungsjagd klar: Bond und der B\u00f6sewicht haben mittlerweile die Motorr\u00e4der abgestellt und sind auf das Dach eines fahrenden Zuges umgestiegen. Es kommt zu einem Schusswechsel. Bond leert das Magazin seiner PPK \u2013 immerhin 7 Schuss \u2013 ohne B\u00f6sewicht Patrice zu treffen. Dann kommt die Gegenoffensive: Patrice h\u00e4lt pl\u00f6tzlich eine ultrakompakte Glock 18-Maschinenpistole in der Hand, die in diesem Fall mit einem 100 Schuss fassenden Doppeltrommel-Magazin von <a href=\"http:\/\/www.betaco.com\/cmag_product_details.asp?product=25\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Beta Company<\/a> ausgestattet ist. Und er schie\u00dft und schie\u00dft und schie\u00dft und schie\u00dft, bis James Bond seine leer geschossene Walther-Pistole frustriert in die Ecke wirft und sich andere Kampfmethoden ausdenkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es d\u00fcrfte wenig tr\u00f6stlich f\u00fcr Walther sein, dass die PPK noch zwei weitere Auftritte hat. In einem Spielcasino in Macao, in dem Bond gegen eine Horde von Leibw\u00e4chtern k\u00e4mpft. Seine Schusswaffe ist ihm dabei aber nur insofern von Nutzen, als dass der futuristische biometrische Handabdruckscanner verhindert, dass Bond mit seiner eigenen Waffe, die er bei einem Sturz verloren hat, erschossen wird. Anders als das 100-Schussmagazin f\u00fcr die Glock 18-Maschinenpistole ist besagter Scanner aber leider noch nicht im Handel verf\u00fcgbar. Dramatisch wird es dann aber vor allem am Ende des Films. Beim finalen Gemetzel ist nur noch MI6-Direktorin \u201eM\u201c korrekt und (dienst-)vorschriftsm\u00e4\u00dfig mit einer Walther PPK bewaffnet. Als die B\u00f6sewichte angreifen und sie sich verteidigen m\u00f6chte, wird sie t\u00f6dlich verwundet \u2013 ohne den fiesen Handlagern des Terrors etwas anhaben zu k\u00f6nnen. Diesen Part muss Bond \u00fcbernehmen. Um eine Chance zu haben, seiner Rolle gerecht zu werden, leiht er sich aber nicht etwa \u201eM\u201cs PPK aus, sondern nutzt erst die Jagdflinte seines Vaters \u2013 und dann ein erbeutetes Sturmgewehr. Ein Heckler &amp; Koch HK 416\/417. Damit allerdings erzielt er durchschlagende Erfolge.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Spiegel von 50 Jahren James Bond wird so vor allem eines deutlich: Die Entwicklung der Waffentechnik scheint weiter zu gehen. Und was fr\u00fcher als furchterregende, t\u00f6dliche Waffe galt geh\u00f6rt heute zum \u201ealten Eisen\u201c. Dies allerdings ist kein sch\u00f6nes Fazit, denn damit ist sogar schon im Filmuniversum eines James Bond die Erkenntnis angekommen, dass heutige Kriege \u2013 ob sie nun von Geheimagenten oder Soldaten gek\u00e4mpft werden \u2013 blutiger sind als jene anderen aus der guten alten Zeit, die seit vielen Jahrzehnten vergangen ist. Und welche Konsequenzen sind in der realen Welt daraus zu ziehen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Deutsche Waffen, deutsches Geld \u2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ein Kommentar von Andr\u00e9 Maertens<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Deutschland wird ab 2013 f\u00fcr drei Jahre Mitglied des <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/video\/ondemand100~_id-video1213572.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Menschenrechtsrats<\/a> der Vereinten Nationen (<a href=\"http:\/\/www.ohchr.org\/EN\/HRBodies\/HRC\/Pages\/HRCIndex.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">OHCHR<\/a>) sein. Trotz der ungekl\u00e4rten Exporte nach Georgien, Mexiko, Libyen, Indien und in viele andere Staaten (und von dort an nicht-staatliche Empf\u00e4nger) sollen die Vertreter der Bundesrepublik dann \u00fcber Menschenrechtsthemen tagen. Paradox. Menschenrechtsverletzende Staaten d\u00fcrfen sich \u00fcber diese Wei\u00dfwaschung eines der gr\u00f6\u00dften Waffenlieferanten freuen. Die Bundeskanzlerin Merkel sieht R\u00fcstungsexporte ja ohnehin als \u201eFriedenspolitik\u201c an. (Was ist denn dann Kriegspolitik?)<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bundestagsfraktion Die LINKE hatte im Sommer eine <a href=\"http:\/\/dipbt.bundestag.de\/extrakt\/ba\/WP17\/459\/45948.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kleine Anfrage<\/a> zu Waffenfunden in Afghanistan gestellt. Belegt wird dadurch, dass in dem Land auch deutsche Kleinwaffen gefunden werden k\u00f6nnen, in diesem Fall von Heckler &amp; Koch (abgesehen von den G3, die von der Bundeswehr verteilt wurden). Damit ist wieder einmal deutlich geworden, dass einmal exportierte R\u00fcstungsg\u00fcter \u2013 insbesondere Kleine und Leichte Waffen \u2013 nicht kontrollierbar sind, wie so oft vorgegaukelt wird. Die Abgeordneten der LINKEN fordern als ersten Schritt eine ausf\u00fchrliche Dokumentation der Waffenfunde und eine bessere Kennzeichnung der ausgef\u00fchrten Waffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch solche Ma\u00dfnahmen w\u00fcrden ja den Profit der deutschen Firmen st\u00f6ren. Und die Au\u00dfenpolitik der Bundesregierung m\u00fcsste sich auf zivile Methoden besinnen. Stattdessen wird etwa in <a href=\"http:\/\/spon.de\/vfjrE\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Uganda<\/a> ein heikles Projekt betrieben: Dort werden M\u00e4nner zu Soldaten ausgebildet, obwohl keinesfalls sicher ist, auf welcher Seite sie in den heutigen und kommenden Konflikten in Somalia und der Region stehen werden. Vielleicht wird hier auch schon eine gute Beziehung zu Deutschland und zu einem sp\u00e4teren R\u00fcstungslieferanten gekn\u00fcpft? Das Ganze findet im \u201efernen\u201c Afrika statt, da sind wir ja hier in Deutschland nicht betroffen, denkt man. \u2013 Sind wir doch. Denn ethische Verantwortung endet nun einmal nicht an der Landes- oder Kontinentgrenze. Und Oberndorf, wo immer noch viele der HK-Waffen entwickelt werden, liegt eben auf deutschem Staatsgebiet, die Firma wird von den hiesigen PolitikerInnen unterst\u00fctzt und bekommt Staatsauftr\u00e4ge, also unser Steuergeld.<\/p>\n\n\n\n<p>An Menschenrechten will sich die Bundesregierung orientieren. Dann sollte die GSG9 aller\u00addings nicht f\u00fcr die Polizei des wei\u00dfrussischen Diktators Aljaksandr <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/polizisten-aus-weissrussland-lernten-auch-bei-gsg-9-a-864849.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Lukaschenka<\/a> Ausbildungs\u00adprogramme durchf\u00fch\u00adren. Anscheinend ist das aber das normale Gesch\u00e4ft und f\u00e4llt nicht weiter auf. Wei\u00dfrussland geh\u00f6rt ja nicht einmal zur Europ\u00e4ischen Union, also von daher\u2026 (Ob da auch der ein oder andere Waffendeal abgeschlossen wurde? Maschinenpistolen, Folterwerkzeuge, Panzer?)<\/p>\n\n\n\n<p>Hoffen kann mensch nur auf eine starke Gegenbewegung, die R\u00fcstungsexporte und damit die Vorbereitung von Krieg und Terror unm\u00f6glich macht. Die Proteste der letzten Wochen gegen Panzerlieferungen zeigen, dass viele Menschen in der deutschen Gesellschaft den Waffenproduzenten einen Strich durch die (Gewinn-)Rechnung machen wollen. Zu begr\u00fc\u00dfen ist es daher, dass die \u201eAktion Aufschrei\u201c im November den <a href=\"http:\/\/www.stuttgarter-friedenspreis.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Stuttgarter Friedenspreis<\/a> erh\u00e4lt. Aber das ist sicher erst nur der Anfang\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Den Managern von Heckler &amp; Koch und ihren Kollegen stehen st\u00fcrmische Zeiten ins Haus. Gut so!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der November-Ausgabe des DAKS-Newsletter geht es noch einmal um die Kritik am G36-Schnellfeuergewehr der Bundeswehr: ist alle Kritik wirklich nur Kampagne? Und wenn, von Wem? 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