{"id":1841,"date":"2013-09-17T13:26:00","date_gmt":"2013-09-17T11:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/rib-ev.de\/?p=1841"},"modified":"2024-07-19T15:04:41","modified_gmt":"2024-07-19T13:04:41","slug":"daks-newsletter-september-2013-ist-erschienen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rib-ev.de\/?p=1841","title":{"rendered":"DAKS-Newsletter September 2013 ist erschienen!"},"content":{"rendered":"\n<p>Heckler &amp; Kochs Manager gelangen ins Licht der \u00d6ffentlichkeit w\u00e4hrend das Schnellfeuergewehr G36 in die Kritik ger\u00e4t. Die USA, so h\u00f6rt man, liefern Kleinwaffen an die Syrischen Rebellen und der \u00d6sterreichische Kleinwaffen-Hersteller Steyr Mannlicher verhandelt mit einer Russischen Staats-Holding \u00fcber ein m\u00f6gliches Kooperationsabkommen. \u2013 Mehr zu all diesen Themen im neuen DAKS-Newsletter!<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Weiterempfehlen: Wenn Sie den Kleinwaffen-Newsletter abonnieren wollen (als kostenlose E-Mail), senden Sie uns einfach eine <a href=\"mailto:daks-news@rib-ev.de?subject=Kleinwaffen-%20Newsletter\">Mail<\/a> mit dem Stichwort \u201eKleinwaffen-Newsletter\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anl\u00e4sslich des Kongresses \u201eZielscheibe Mensch\u201c: SWR2 berichtet \u00fcber Kleinwaffenproblematik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Elisabeth Br\u00fcckner berichtete am 27. August im Rahmen der Sendung <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/swr2\/programm\/sendungen\/kontext\/rueckschau\/-\/id=4352092\/nid=4352092\/did=11958684\/1j8n90a\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">SWR2 Kontext<\/a> (6,71 MB als MP3) anhand von Interviews mit Aktiven der bundesweiten Kampagne \u201eAktion Aufschrei \u2013 Stoppt den Waffenhandel!\u201c \u00fcber die Kleinwaffenproblematik. In der etwa viertelst\u00fcndigen Sendung mit dem Titel \u201eKeine Gesch\u00e4fte mit dem Tod! \u2013 Friedensinitiativen fordern das Ende der R\u00fcstungsexporte\u201c kommen neben IPPNW-VertreterInnen, etwa Dr. Helmut Lohrer aus Villingen-Schwenningen, auch die drei SprecherInnen der Aufschrei-Kampagne, Christine Hoffmann, Paul Russmann und J\u00fcrgen Gr\u00e4sslin, zu Wort. Befragt wurde auch der Vorsitzende von IPPNW Kenia, Dr. Walter Odhiambo, der im Sommer als Referent am Kongress \u201eZielscheibe Mensch\u201c teilgenommen hatte. Er weist darauf hin, dass in Kenia mit Waffen aus Deutschland get\u00f6tet wird (siehe <a href=\"http:\/\/www.zielscheibe-mensch.org\/index.php?id=25\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ReferentInnenliste<\/a> von Zielscheibe Mensch). O-T\u00f6ne von anderen TeilnehmerInnen der Konferenz erg\u00e4nzen die Informationen und Diskussionen \u00fcber die Exporte der Firma Heckler &amp; Koch und die deutsche R\u00fcstungsexportpolitik. Angesprochen wird auch der Arms Trade Treaty. H\u00f6renswert!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>IMI: USA liefern Waffen <\/strong><strong>nach<\/strong><strong> Syrien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Informationsstelle Militarisierung (<a href=\"http:\/\/www.imi-online.de\/2013\/09\/13\/syrien-usa-liefern-waffen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">IMI<\/a>) wies Martin Hantke am 13. September auf Waffenlieferungen aus den USA an \u201eRebellen\u201c-Truppen in Syrien hin (siehe IMI-Aktuell 2013\/375). <a href=\"http:\/\/www.washingtonpost.com\/world\/national-security\/cia-begins-weapons-delivery-to-syrian-rebels\/2013\/09\/11\/9fcf2ed8-1b0c-11e3-a628-7e6dde8f889d_story.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">The Washington Post<\/a> habe \u00fcber CIA-Lieferungen berichtet, die neben Fahrzeugen, Kommunikationsger\u00e4ten und medizinischem Zubeh\u00f6r f\u00fcr Soldaten auch leichte Waffen und Munition eingeschlossen h\u00e4tten. Da ist es ja eigentlich nicht schwer sich vorzustellen, dass auch Kleinwaffen inbegriffen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf CNN wird zwar behauptet, dass es sich nicht um in den USA hergestellte Waffen handelt, aber das ist erst einmal als Behauptung zu werten, kontrollieren l\u00e4sst sich das ja momentan so gut wie nicht. Und falls es doch um Importe aus den USA geht, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Waffentypen aus Deutschland dabei, also vorrangig von Heckler &amp; Koch. Der Verdacht dr\u00e4ngt sich umso mehr auf, wenn berichtet wird, dass der US-Geheimdienst in Waffenlieferungen von Saudi-Arabien und Katar involviert sei. Saudi-Arabien produziert G36-Gewehre in Lizenz (obwohl nach den Richtlinien der deutschen Bundesregierung keine Produktionsst\u00e4tten mehr ausgef\u00fchrt werden sollten) und hat auch andere HK-Typen in seinem Arsenal. Ohne der Quelle zu sehr zu trauen, aber dass allein <a href=\"http:\/\/en.alalam.ir\/news\/1475463\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Katar<\/a> schon 3 Milliarden US-Dollar investiert haben soll, macht Sorgen. (Weitere Infos: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/bundesregierung-raeumt-weitere-waffenlieferungen-an-katar-ein-a-896806.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Spiegel Online<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.jan-van-aken.de\/themen\/ruestungsexporte.html?newid=309#d309\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">MdB Jan van Aken<\/a> von DIE LINKE und die <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/ausfuhrgenehmigungen-im-ersten-halbjahr-deutsche-waffenexporte-in-die-golfregion-boomen-1.1740491\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">S\u00fcddeutsche Zeitung<\/a>). Um keine Illusionen aufkommen zu lassen oder politische L\u00fcgen zu erlauben: Einmal exportiert, kann niemand eine Waffe, noch dazu eine Kleinwaffe und deren Munition noch kontrollieren. Alles Augenwischerei.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Exemplare des \u00f6sterreichischen Steyr AUG haben \u2013 wenn das entsprechende <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=DlfETGui6_w\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">youtube-Video<\/a> echt ist \u2013 ihren Weg wohl schon gefunden. Von wessen H\u00e4nden diese Kleinwaffen wohl alles abgefeuert werden?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heckler und Koch: Manager und Politiker im Licht der Medien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Meist wird ja in den Medien wenig \u00fcber Manager der R\u00fcstungsindustrie gesprochen. Auch \u00fcber deren Unterst\u00fctzer in der Politik gibt es selten zu lesen. Zwei Beitr\u00e4ge in letzter Zeit sind da eine gute Ausnahme:<\/p>\n\n\n\n<p>Die <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2013\/35\/ruestungsindustrie-kleinwaffenhersteller-heckler-koch\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ZEIT<\/a> brachte am 22. August 2013 einen Artikel \u00fcber den HK-Hauptinvestor Andreas Heeschen. Hauke Friederichs fragt dort unter der \u00dcberschrift \u201eDer Mann in Deckung\u201c, welche Rolle Heeschen im Konzern spielt \u2013 gerade auch angesichts der finanziellen Schwierigkeiten. \u00d6ffentlichkeitsscheu sei er. Und er werde \u2013 so zitiert Friederichs den Kriegsmaterialexporteur selbst \u2013 von \u201emilitanten R\u00fcstungsgegnern\u201c mit dem Tod bedroht. J\u00fcrgen Gr\u00e4sslin setzt ihn im \u201eSchwarzbuch Waffenhandel\u201c auf den Platz 1 seiner \u201eT\u00e4terliste\u201c und angesichts von angeblichen 80 Prozent Exportanteil wohl zu recht. (Die <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Heckler--Koch-in-den-USA\/!120765\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">taz<\/a> berichtet auf interessante Weise \u00fcber den zivilen US-Markt, wo HK-Waffen \u00e4u\u00dferst popul\u00e4r sind.) \u201eProfitmaximierung\u201c sei die neue(?) Devise, seit Heeschen am Ruder sei und noch dazu scheinbar unkontrolliert Geld aus dem Unternehmen entnehme. Die Aussichten, so Friederichs weiter, seien unklar \u2013 selbst ein Teilverkauf sei m\u00f6glich. So bleibt von dem \u201eMann in Deckung\u201c erst einmal nur das eine Foto, das ihn 2009 bei einem Wahlkampfbesuch mit Franz Josef Jung und Volker Kauder zeigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu sehen ist die Aufnahme im Artikel von J\u00fcrgen Gr\u00e4sslin in der Wochenzeitung <a href=\"http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/macht-markt\/128\/der-scheinheilige-1720.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">KONTEXT<\/a>. In seinem Beitrag vom 11. September 2013 wird mit deutlichen Worten \u00fcber \u201edie rechte Hand der Kanzlerin\u201c, einen \u201etiefgl\u00e4ubigen Christen\u201c und: F\u00f6rderer der \u201et\u00f6dlichsten Waffenschmiede Europas\u201c berichtet. \u201eDer Scheinheilige\u201c ist der Beitrag \u00fcberschrieben und will so darauf hinweisen, dass zwischen Volker Kauders \u00c4u\u00dferungen und seiner Lobbypolitik f\u00fcr Waffenproduzenten eine Kluft bestehe. Heeschen habe angesichts des Besuchs in Oberndorf 2009 gesagt, dass Kauder \u201eimmer wieder die Hand \u00fcber uns [Heckler &amp; Koch] gehalten habe\u201c, und meinte damit auch Einflussnahme auf Exportantr\u00e4ge. Lobbyismus auf h\u00f6chster Ebene, nichts anderes. Gr\u00e4sslin sieht eine doppelz\u00fcngige Politik am Werk: Den \u201ewerteorientierten Kirchg\u00e4ngern\u201c verkaufe sich Kauder als Gegner von Christenverfolgung und eifriger Bewahrer der Menschenrechte, w\u00e4hrend er den Managern der Waffenindustrie \u201ebei der Abwicklung von Exportanfragen\u201c seine Hilfe anbiete (eben auch an das in religi\u00f6sen Dingen totalit\u00e4re Saudi-Arabien). Gr\u00e4sslins Urteil \u00fcber Kauders Handeln: Unaufrichtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Sprache kommen werden die Gesch\u00e4fte von Heckler &amp; Koch demn\u00e4chst vor Gericht: Am 23. Oktober 2013 geht es vor dem Arbeitsgericht Villingen um die Entlassung jener HK-Angestellten, denen das Unternehmen vorwirft, die Lieferungen von G36-Gewehren in \u2013 eigentlich wegen der Menschenrechtslage gesperrte \u2013 mexikanische Provinzen organisiert zu haben. Quasi ohne Wissen der Firmenleitung. Mehr Infos unter <a href=\"http:\/\/www.juergengraesslin.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.juergengraesslin.com<\/a>, beim <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/swr1\/bw\/programm\/leute\/-\/id=1895042\/nid=1895042\/did=11663008\/dggouw\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">SWR<\/a> und bei der <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!120581\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">taz<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Studie belegt Zusammenhang zwischen dem Zugang zu Waffen und der Eskalation von Gewalt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Interessenvertreter der legalen Waffenbesitzer in Deutschland, die etwa um das <a href=\"http:\/\/www.fwr.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Forum Waffenrecht<\/a> organisiert sind, versuchen, mit statistischen Mitteln den Nachweis zu f\u00fchren, dass die Verf\u00fcgbarkeit von Waffen in einer Gesellschaft keine Zunahme von Gewaltkriminalit\u00e4t nach sich zieht. Das Problem der Argumentation ist, dass es ihr zwar gelingt, Plausibilit\u00e4t zu konstruieren, der damit verbundene Erkenntnisgewinn jedoch gering ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Betrachtet man etwa die Situation innerhalb der USA, so kann man aufzeigen \u00ad\u2013 und das <a href=\"http:\/\/www.fwr.de\/statistik\/fakten-zum-waffenbesitz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Forum Waffenrecht<\/a> tut es \u2013, dass in den Bundesstaaten Texas und Vermont ein etwa \u00e4hnlich hoher Anteil der erwachsenen Bev\u00f6lkerung privat und legal Schusswaffen besitzt: in Texas rund 37 %, in Vermont rund 35 %. (Stand: 1998) \u2013 W\u00e4hrend in Texas jedoch im statistischen Mittel pro Jahr 5,9 Morde je 100.000 Einwohner ver\u00fcbt werden, sind es in Vermont nur 1,9 Morde je 100.000 Einwohner. (<a href=\"http:\/\/www.fbi.gov\/ucr\/cius2007\/data\/table_05.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Stand: 2007<\/a>) Das Fazit ist dann schnell gezogen: Privater Waffenbesitz hat keine nachweisbaren Auswirkungen f\u00fcr die innere Sicherheit in einem Land.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein solches Fazit steht nat\u00fcrlich auf t\u00f6nernen F\u00fc\u00dfen. Zum einen, weil die verwendete Datenbasis nur sehr begrenzt ist und wahllos zwei Bundesstaaten der USA miteinander verglichen werden, zum anderen aber auch, weil quantitative Vergleiche immer in einen gr\u00f6\u00dferen Kontext eingeordnet werden sollten. Man k\u00f6nnte die Zahl legaler Waffenbesitzer z. B. mit der Kriminalstatistik vergleichen. Soll hei\u00dfen:<\/p>\n\n\n\n<p>In Texas werden rund 66% aller Morde mit Schusswaffen begangen. In Vermont sogar 75%. (<a href=\"http:\/\/www.fbi.gov\/ucr\/cius2007\/data\/table_20.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Stand: 2007<\/a>) In Deutschland besitzen nur rund 2,5% der Bev\u00f6lkerung legal Schusswaffen und siehe da, bei Straftaten spielen Schusswaffen kaum eine Rolle. Das gilt generell, vor allem aber auch im Hinblick auf Mordf\u00e4lle, denn nicht nur in den USA, sondern auch in der BRD versuchen ab und zu Menschen einander umzubringen. Im Deutschland des Jahres <a href=\"http:\/\/www.bka.de\/pks\/pks2007\/index2.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">2007<\/a> jedoch wurde dabei nur in rund 12% aller Mordf\u00e4lle (inklusive versuchtem Mord) eine Schusswaffe verwendet. \u2013 Diese Lesart des vorhandenen statistischen Materials w\u00fcrde also zeigen k\u00f6nnen, dass es sehr wohl einen Unterschied macht, ob Kriminelle auf das Destruktionspotential von Schusswaffen zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen oder nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Allein, auch in diesem Fall ist der Erkenntnisgewinn gering, denn was sagen solche Zahlenreihen schon aus, schlie\u00dflich ist die Datenlage viel zu d\u00fcnn. In den vergangenen Monaten sind mehrere wissenschaftliche Studien zu diesem Themenbereich erschienen. Im Januar 2013 legten Michael Lewiecki und Sara Miller ihre Untersuchung \u201eSuicide, Guns, and Public Policy\u201c [1] vor. Darin kommen sie zu dem Schluss, dass ein leichter Zugang zu Schusswaffen zumindest dergestalt Gewalt f\u00f6rdernd ist, als dass er spontane Selbstmorde beg\u00fcnstigt. Sie schlagen deshalb vor, Wartezeiten einzurichten: Zwischen Antragstellung zum Erwerb einer Waffe und dem Ausstellen der Erwerbsberechtigung soll zumindest so viel Zeit liegen, dass ein spontaner Selbstmordgedanke bis dahin wieder verflogen ist. In der gleichen Ausgabe der Zeitschrift ist nicht nur dieser Artikel erschienen, sondern auch ein Beitrag, in dem eine Gruppe von Autoren um Charles D. Phillips die These vertritt, dass das verdeckte F\u00fchren von Schusswaffen die Sicherheit des Waffenbesitzers nicht erh\u00f6ht, sondern im Gegenteil f\u00fcr ihn die Gefahr erh\u00f6ht, in ein Verbrechen verwickelt zu werden. [2] \u2013 Auch dies belegt die Autorengruppe mit statistischem Datenmaterial aus dem Zeitraum von 2001 bis 2009. Beide Untersuchungen widersprechen der vom Forum Waffenrecht vertretenen These, es best\u00fcnde kein direkter Zusammenhang zwischen Waffenbesitz und Gewalt. Im Gegenteil scheint es so, dass gerade Waffenbesitzer, seien es nun Sportsch\u00fctzen oder J\u00e4ger, in der Gefahr stehen, sich mit ihrer Waffe zu verletzen. Sei es im Fall von Selbstmordgedanken oder durch die Verwicklung in Gewalt. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnte man nun denken, das sei alles nicht so schlimm, schlie\u00dflich seien von der Waffengewalt zun\u00e4chst nur die Waffenbesitzer selbst betroffen. Dass dem nicht so ist, zeigt die am breitesten angelegte Untersuchung des Forscherteams um Michael Siegel. Die Studie \u201eThe Relationship Between Gun Ownership and Firearm Homicide Rates in the United States, 1981\u20132010\u201c [3] zeigt auf, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der zunehmenden Verbreitung von Schusswaffen und der Entwicklung der Mordrate in den USA gibt \u2013 oder zumindest \u00fcber einen Zeitraum von 30 Jahren gegeben hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Welche Schl\u00fcsse sollten aus diesen Analysen gezogen werden? Bereits vor mehreren Jahren entwickelte <a href=\"http:\/\/www.ryerson.ca\/SAFER-Net\/issues\/BroJJE03.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Wendy Cukier<\/a> einen Ansatz, der das Ph\u00e4nomen \u201cPrivater Waffenbesitz\u201c nicht unter dem Sicherheits-Paradigma, sondern unter dem Aspekt der \u201eGesundheit\u201c zu analysieren versucht. Sie erkl\u00e4rt, dass Kleinwaffen zwar nicht aus sich heraus Gewalt verursachen, aber \u201eaccess to small arms increases the severity of violence, the number of victims, and the potential for children to become killers\u201c. So verstanden muss privater Waffenbesitz kein Problem sein, denn es ist zu hoffen, dass in einer stabilen Gesellschaft auch das Vorhandensein von Waffen keine Gewalt ausl\u00f6st. Andererseits weist Cukier richtig darauf hin, dass von Waffen potentiell eine Bedrohung und Gef\u00e4hrdung ausgehen kann. Nicht zuletzt, weil sie lange haltbar sind. Deshalb stellt ihre Verbreitung auch in stabilen Gesellschaften ein Problem dar, das nicht vernachl\u00e4ssigt werden sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Derzeit ist es so, dass private Waffenbesitzer dadurch, dass sie zur Verbreitung von Kleinwaffen beitragen, der Gesellschaft eine nicht kalkulierbare Gef\u00e4hrdung verursachen. Diese Gef\u00e4hrdung ist \u2013 ein Blick in die Kriminalstatistik, die eine geringe Anwendung von Schusswaffen dokumentiert \u2013 in Deutschland aktuell nicht hoch. Aber sie ist gleichwohl real und kann in der Zukunft Probleme verursachen, die dann einen gr\u00f6\u00dferen Teil der Gesellschaft betreffen. Unter diesen Umst\u00e4nden stellt sich die Frage nach einer m\u00f6glichen Besteuerung von Schusswaffen noch einmal neu. Vielleicht w\u00e4re dies ein Mittel, um die k\u00fcnftigen Probleme vielleicht nicht zu l\u00f6sen, aber zumindest nach dem Verursacher-Prinzip zu reprivatisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Anmerkungen:<\/p>\n\n\n\n<p>[1] Lewiecki, Michael; Miller, Sara: Suicide, Guns, and Public Policy. American Journal of Public Health 103 (2013), 1 S. 27-29.<\/p>\n\n\n\n<p>[2] Phillips, Charles D.: When Concealed Handgun Licensees Break Bad: Criminal Convictions of Concealed Handgun Licensees in Texas, 2001\u20132009. American Journal of Public Health 103 (2013) S. 87-91.<\/p>\n\n\n\n<p>[3] Siegel, Michael: The Relationship Between Gun Ownership and Firearm Homicide Rates in the United States, 1981\u20132010. American Journal of Public Health 103 (2010).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>BICC berichtet \u00fcber Kleinwaffenopfer weltweit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In einem Artikel in der monatlich erscheinenden Zeitschrift \u201eEntwicklung + Zusammenarbeit\u201c berichten Michael Ashkenazi, Marc K\u00f6sling and Christof K\u00f6gler (allesamt Wissenschaftliche Mitarbeiter bei BICC) in diesem Monat unter dem Titel \u201e<a href=\"http:\/\/www.dandc.eu\/de\/article\/entwicklungslaendern-sterben-mehr-menschen-durch-klein-und-leichtwaffen-als-durch-schwere\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Der Kalaschnikow-Fluch<\/a>\u201c \u00fcber die weltweite Problematik durch Kleine und Leichte Waffen (englisch SALW), mit Schwerpunkt auf Afrika. Die Zeitschrift wird vom Bundesministerium f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert, sei aber \u201enicht als Sprachrohr der Regierung konzipiert\u201c, hei\u00dft es auf der Website. Die BICC-Autoren geben grundlegende Informationen \u00fcber die Thematik der \u201eMassenvernichtungswaffen\u201c (Zitat Kofi Annan). \u201eUm die Ausbreitung von SALW zu stoppen und die Zahl der Opfer zu reduzieren\u201c, sehen sie unter anderem als n\u00f6tig an, dass die Techniker, die in Waffendepots arbeiten, besser in Waffenlagermanagement geschult werden. Die politisch Verantwortlichen m\u00fcssten begreifen, wie dringend notwendig es sei, internationale Standards einzuhalten. Au\u00dferdem m\u00fcsste die \u00d6ffentlichkeit auf die Gefahren des Waffenschmuggels, alter Munition und \u00e4hnlicher Dinge aufmerksam gemacht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr interessant ist auch der <a href=\"http:\/\/www.dandc.eu\/de\/article\/wie-klein-und-leichtwaffen-aus-libyen-den-konflikt-mali-befeuert-haben\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Artikel<\/a> \u201eLibysche Waffen und die Unruhen in Mali\u201c, den die gleichen Autoren im August 2013 ver\u00f6ffentlicht haben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Steyr Mannlicher: \u00d6sterreichisch-russisches Waffen-Kooperationsprojekt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der \u00f6sterreichische Kleinwaffenhersteller <a href=\"http:\/\/www.mannlicher.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Steyr Mannlicher<\/a> geh\u00f6rt sicher nicht zu den Gro\u00dfen der Branche, aber es ist ein Unternehmen, das nicht einfach Waffen produziert, sondern Statussymbole. Das seit Ende der 1970er Jahre produzierte \u201eArmee-Universalgewehr\u201c (AUG) hat und hatte Auftritte in zahlreichen Filmen. Wegweisend, so scheint es, war der Auftritt in dem James-Bond- Film \u201eOctopussy\u201c aus dem Jahr 1983, denn dort sind es russische Soldaten, die mit dem AUG gezeigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute, 30 Jahre sp\u00e4ter, verhandelt Steyr Mannlicher mit der russischen Staats-Holding <a href=\"http:\/\/www.rostec.ru\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Rostec<\/a> \u00fcber ein Kooperationsabkommen. So zumindest berichtet das <a href=\"http:\/\/wirtschaftsblatt.at\/home\/nachrichten\/europa_cee\/1448829\/Steyr-Mannlicher-bastelt-an-Kooperation-mit-Rostec\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Wirtschaftsblatt<\/a>. Das beidseitige Interesse an einer entsprechenden Zusammenarbeit scheint klar: Zu Rostec geh\u00f6ren nicht nur Hersteller von Gro\u00df-Waffensystemen, sondern auch die Firma <a href=\"http:\/\/www.izhmash.ru\/eng\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Izhmash<\/a>, zu deren bekanntesten Produkten die Kalaschnikow geh\u00f6rt. Da Izhmash bereits 2009 kurz vor der <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/waffenbauer-kalaschnikow-hersteller-kaempft-gegen-die-pleite-a-651364.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Insolvenz<\/a> stand und seitdem um seine wirtschaftliche Zukunft ringt, ist die russische Muttergesellschaft sehr an einer Kooperation interessiert, die einen Innovationsschub verspricht und dar\u00fcber hinaus dem Konzern einen Zugang zum westlichen und EU-R\u00fcstungsmarkt verspricht. Steyr hingegen darf hoffen, durch eine entsprechende strategische Kooperation auch k\u00fcnftig vor einer Insolvenz gesch\u00fctzt zu sein. Seit 1978, als mit der Produktion des AUG begonnen wurde, hat das Unternehmen kein grunds\u00e4tzlich neues Schnellfeuergewehr mehr entwickelt, sondern nur noch modernisierte Modellvarianten der Waffe vorgestellt. Angesichts eines zumindest potentiell schrumpfenden Marktes f\u00fcr milit\u00e4rische Kleinwaffen ist dieser Zustand aus rein wirtschaftlicher Perspektive problematisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob die geplante Kooperation tats\u00e4chlich zustande kommen wird bzw. was sie beinhalten soll, ist zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt noch nicht bekannt. Zwar gibt es inzwischen eine Absichtserkl\u00e4rung, derzufolge mit Verhandlungen begonnen werden soll, die entsprechenden Verhandlungen nun auch tats\u00e4chlich zu beginnen, steht derzeit aber noch aus.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schnellfeuergewehr G36: <\/strong><strong>F<\/strong><strong>ragw\u00fcrdige Kritik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ein Kommentar von Fabian Sieber<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Kritik am Schnellfeuergewehr G36 von Heckler &amp; Koch wird wieder sch\u00e4rfer. Der <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/bundeswehr-sieht-erhebliche-maengel-beim-sturmgewehr-g36-a-922280.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Spiegel<\/a> zitiert aus internen Dokumenten der Bundeswehr, die monieren, das Gewehr verl\u00f6re in hei\u00dfgeschossenem Zustand rasch \u2013 und erheblich \u2013 an Pr\u00e4zision. Als Ursache werden jene Teile der Waffe ausgemacht, die aus Polymer gefertigt sind. Plastik also, das leichter als Stahl ist, weshalb das Waffen-Gewicht im Vergleich zum Vorg\u00e4ngermodell G3 reduziert werden konnte. Plastik, das andererseits aber nicht in gleicher Weise wie Stahl belastet werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.swr.de\/report\/presse\/bundeswehr-mangel-gewehr\/-\/id=1197424\/nid=1197424\/did=12062258\/d727ks\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Report Mainz<\/a> berichtet ebenfalls \u00fcber das G36 und zitiert aus geheimen Dokumenten des Bundesamtes f\u00fcr Wehrtechnik und Beschaffung. Die Schlussfolgerung ist auch in diesem Fall die gleiche: Unter dem Einfluss von Hitze nimmt die Genauigkeit der Waffe ab. Weiterf\u00fchrende Erkenntnisse sind dem Bericht jedoch nicht zu entnehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts der eher un\u00fcbersichtlichen Faktenlage ist es sehr schwer einzusch\u00e4tzen, was an der Sache wirklich \u201edran\u201c ist. Wenn es, wie der Spiegel berichtet, wirklich schon gen\u00fcgt, das Gewehr in die Sonne zu legen, um eine Erw\u00e4rmung zu verursachen, die stark genug ist, um einen der beschriebenen Pr\u00e4zisionsverluste auszul\u00f6sen, dann ist nicht einzusehen, weshalb etwa Saudi-Arabien die Waffe nicht nur bei seinen Streitkr\u00e4ften eingef\u00fchrt hat, sondern sich auch noch um eine Produktionslizenz bem\u00fcht hat. Das Wetter in der arabischen W\u00fcste ist ja eher nicht f\u00fcr seine milden Temperaturen bekannt. Die Zufriedenheit der Saudis mit dem G36 hat dies, so scheint es, gleichwohl nicht gemindert.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter diesen Umst\u00e4nden f\u00e4llt es schwer nachzuvollziehen, worin die \u201eerheblichen M\u00e4ngel\u201c bestehen, die die von Spiegel und Report Mainz zitierten Dokumente attestieren. Vielleicht kommt die Einsch\u00e4tzung der <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/afghanistan-einsatz-bundeswehr-beklagt-probleme-mit-sturmgewehren-1.1771001\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">S\u00fcddeutschen Zeitung<\/a> der Realit\u00e4t am n\u00e4chsten. In einem Artikel \u00fcber die nun aufgedeckten Schwierigkeiten mit dem G36 wird zu bedenken gegeben: \u201eDer M\u00e4ngelbericht stammt bereits aus dem Juli vergangenen Jahres. Ein in den Ruhestand versetzter Beamter des Wehrbeschaffungsamts in Koblenz verschickte dem Magazin zufolge Ausz\u00fcge daraus an Bundestagsabgeordnete. Mehrmals hatte er sich zuvor an Verteidigungsminister Thomas de Maizi\u00e8re gewandt. Das Ministerium erkl\u00e4rte dazu, man habe die Vorw\u00fcrfe gepr\u00fcft und f\u00fcr unbegr\u00fcndet befunden. Es habe daher keine Veranlassung bestanden, \u201aden Minister erneut mit dem Vorgang zu befassen\u2018.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Drei Dinge sind festzuhalten:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Ein pensionierter Beamter, der aus Frustration dar\u00fcber, dass seiner Kritik kein Geh\u00f6r geschenkt wurde, vertrauliche Dokumente ver\u00f6ffentlicht, ist keine neutrale Quelle.<\/li><li>Eine M\u00e4ngelliste aus dem Jahr 2012 taugt nicht unbedingt f\u00fcr einen Skandal im Jahr 2013.<\/li><li>Wer die Materialausstattung der Bundeswehr kritisieren m\u00f6chte, sollte sich auch dar\u00fcber Gedanken machen, ob er eine Waffen-Neuentwicklung und -Beschaffung unterst\u00fctzen w\u00fcrde. Sollte dies nicht der Fall sein, er\u00fcbrigt sich jede Kritik an den existierenden Waffen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p><strong>G36-Kritik: <\/strong><strong>Spekulationen? Klarer Plan?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ein Kommentar von Andr\u00e9 Maertens<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Verschw\u00f6rungstheorien beiseite. Aber die Cui-bono-Frage muss gestellt werden: Wem n\u00fctzt es, wenn die Standardwaffe der Bundeswehrsoldaten und der Exportschlager der letzten anderthalb Jahrzehnte kritisiert wird? (Siehe zum Beispiel Spiegel Online.) Ist das nur Wahlkampf und zielt auf den ohnehin \u201eangeschlagenen\u201c Kriegsminister und die Regierung? (An sich ja nichts Falsches, die haben den ehemaligen Oberst, heute General Klein in ihren Reihen.) Oder ist das auch das Buhlen der Milit\u00e4rs um Aufmerksamkeit, wo sie doch bald schon ihre liebste Legitimation, den Krieg in Afghanistan, abgeben m\u00fcssen (Was kommt da eigentlich als n\u00e4chstes? Afrika?) und jetzt noch einmal einen auf wichtig machen und, weil sie ja vom \u201eVolk\u201c und der Regierung ungerechterweise mangelhaft unterst\u00fctzt und anerkannt werden, wieder mal die Helden markieren m\u00fcssen? Oder wer profitiert? (Wer stirbt, w\u00e4re die eigentlich wichtige Frage\u2026)<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Forum-Teilnehmer erinnert daran, dass er mit dem G3 immer gut getroffen habe, \u201eauch auf 250 Meter\u201c. (<em>Pour le m\u00e9rite<\/em> f\u00fcr diesen braven Sch\u00fctzen! \u2013 Wie, gibt\u00b4s nicht mehr?) Das lenkt die Gedanken zu Heckler &amp; Koch. Vielleicht geht es ja einfach darum, eine neue Waffe zu verkaufen. Nach geschlagenen zw\u00f6lf Jahren (Angriffs-)Krieg und mit all den schicken Innovationen im eigenen Haus, so mag der Waffen-Manager denken, muss man auch mal neue Besen verkaufen d\u00fcrfen. Das w\u00e4re ja selbstverst\u00e4ndlich. Auch die Schulden bis zur Insolvenz-Kante nicht zu vergessen! Und das G36 ist noch von vor 1997! Es kauft ja auch keiner mehr Windows 97\u2026 Dagegen das HK416 (gerade aufgeh\u00fcbscht als HK416 A5), noch mehr das HK417 (quasi der G3-Klon f\u00fcr die Zukunft, als modifizierte Version auch unter \u201eG28\u201c erh\u00e4ltlich), nette Ableger wie das M27 des US Marine Corps und am Ende noch vermehrte Kauflust auf die Granatwerfer-\u201eRevolution\u201c XM25! Dann w\u00e4re das G36 vergessen und verziehen. (Wenn denn die technische Kritik an diesem Gewehr haltbar ist.)<\/p>\n\n\n\n<p>Also eine Kampagne gegen sich selbst? Das ist reine Spekulation? \u2013 Ja. Aber immerhin geht es um die Profite des gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Herstellers milit\u00e4rischer Schusswaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Marktstellung soll gehalten werden. Und das sollte auch klappen. Weitere Waffenk\u00e4ufe aus dem Ausland sind wohl selbst in Zeiten der hochgepriesenen internationalen Zusammenfassung von Waffenschmieden und Milit\u00e4rkompetenzen bei der deutschen Regierung kein beliebtes Thema. (Predator, Antonow und \u00e4hnliche schmerzen sicher schon genug.) S\u00e4he auch schlecht aus, den eigenen Laden im Stich zu lassen. Die Oberndorfer Chefs haben ja schon genug \u00c4rger mit den Prozessen wegen illegaler Lieferungen an Mordherrscher weltweit (demn\u00e4chst auch noch an Islamisten in Syrien! Oder machen das Saudi-Arabien und Katar stellvertretend?) und auch mit ein paar (hoffentlich!) neugierigen Staatsanw\u00e4lten, sozusagen nur \u201ewegen ein paar Mexikanern\u201c. Um weiterhin (schie\u00df-)m\u00e4chtig und kriegsf\u00e4hig zu erscheinen, wird die Bundesregierung f\u00fcr Heckler &amp; Koch einen Deal finden. Ein Verkauf ins Ausland, wie damals an Royal Ordnance, ist heutzutage eher nicht sehr wahrscheinlich, eine Abwanderung von Kernbereichen des Konzerns in die USA dagegen schon.<\/p>\n\n\n\n<p>Eile ist jedoch nicht geboten: Noch laufen die Gesch\u00e4fte gut. Wer HK-Waffen kauft, kommt meistens wieder und dann ist auch der Absatz der neuen Waffengenerationen (HK416, MP7 usw.) gesichert. Die milit\u00e4risch aufsteigenden L\u00e4nder wie Indien, Brasilien und auch die Golf-Staaten geben noch Geld f\u00fcr R\u00fcstung (inklusive Kleinwaffen) aus und das sollte die \u201eRettung\u201c der Firma sein. Rettung im Interesse der Milit\u00e4rs? Weder in Deutschland noch in den so genannten Schwellen- oder Entwicklungsl\u00e4ndern darf Geld f\u00fcr neue Kriegswaffen ausgegeben werden \u2013 angesichts von sozialen und wirtschaftlichen Problemen!<\/p>\n\n\n\n<p>Nur zur Erinnerung: Das Asylrecht haben B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen (mit-)ausgeh\u00f6hlt und der Angriffskrieg wird demn\u00e4chst auch (wieder) auf das Meer ausgedehnt (gegen Partisanen, quatsch, Piraten), aber so weit das Grundgesetz noch als verbindlich gelten kann, sieht es keine weltweiten Feldz\u00fcge vor. In Deutschland m\u00fcsste niemand von der Bundeswehr stundenlanges Dauerfeuer schie\u00dfen, das Problem w\u00e4re gel\u00f6st. Doch das hie\u00dfe, adieu globale Machtposition, adieu st\u00e4ndiger Sitz im UN-Sicherheitsrat. \u2013 W\u00e4re das wirklich so schlimm?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heckler &amp; Kochs Manager gelangen ins Licht der \u00d6ffentlichkeit w\u00e4hrend das Schnellfeuergewehr G36 in die Kritik ger\u00e4t. Die USA, so h\u00f6rt man, liefern Kleinwaffen an die Syrischen Rebellen und der \u00d6sterreichische Kleinwaffen-Hersteller Steyr Mannlicher verhandelt mit einer Russischen Staats-Holding \u00fcber ein m\u00f6gliches Kooperationsabkommen. \u2013 Mehr zu all diesen Themen im neuen DAKS-Newsletter! 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