{"id":1687,"date":"2016-04-25T12:02:00","date_gmt":"2016-04-25T10:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/rib-ev.de\/?p=1687"},"modified":"2024-07-19T15:03:52","modified_gmt":"2024-07-19T13:03:52","slug":"daks-newsletter-april-2016-ist-erschienen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rib-ev.de\/?p=1687","title":{"rendered":"DAKS-Newsletter April 2016 ist erschienen!"},"content":{"rendered":"\n<p>Keine minderj\u00e4hrige Soldaten bei der Bundeswehr! \u2013 Das ist leider keine Realit\u00e4t, sondern eine Forderung, die von der deutschen Politik erst noch aufgegriffen werden muss. Ralf Willinger \/ terrres des hommes berichtet in einem Beitrag f\u00fcr den DAKS-Newsletter \u00fcber Hintergr\u00fcnde und vom Red Hand Day 2016.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem im neuen Newsletter: Heckler &amp; Koch darf sich \u00fcber verschiedene Auftragseing\u00e4nge freuen. Bemerkenswert: neben dem deutschen- und dem US-amerikanischen Milit\u00e4r sind es immer h\u00e4ufiger auch Polizeiliche Abnehmer, die Schnellfeuergewehre wie das G36 beschaffen. Ist das ein neuer Trend, der die Grenzen zwischen Polizei und Milit\u00e4r zu verwischen droht? Mehr im neuen Newsletter!<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Weiterempfehlen: Wenn Sie den Kleinwaffen-Newsletter abonnieren wollen<br>(als kostenlose E-Mail), senden Sie uns einfach eine <a href=\"mailto:daks-news@rib-ev.de?subject=Kleinwaffennewsletter\">Mail<\/a> mit dem Stichwort<br>\u201eKleinwaffen-Newsletter\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Red Hand Day 2016: Stoppt den Einsatz von Kindersoldaten und die Rekrutierung von Minderj\u00e4hrigen!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>von Ralf Willinger, Referent Kinderrechte bei terres des hommes<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Zum Red Hand Day am 12. Februar protestieren weltweit jedes Jahr Tausende von Menschen, besonders Kinder und Jugendliche, gegen den Einsatz von Kindersoldaten. In Indien, Nepal, Pakistan, Burma, den Philippinen, Kolumbien, dem Libanon, Mexiko, Samoa, Portugal, \u00d6sterreich, Kanada, USA, Gro\u00dfbritannien, Estland, Frankreich, Deutschland und weiteren L\u00e4ndern gab es 2016 Aktionen. In vielen F\u00e4llen wurden die gesammelten roten Handabdr\u00fccke an hochrangige Politiker \u00fcbergeben, damit sie etwas gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Die meisten Aktionen fanden auch dieses Jahr in Deutschland statt, wo die weltweite Aktion Rote Hand von Mitgliedern des Deutschen B\u00fcndnisses Kindersoldaten (<a href=\"http:\/\/www.kindersoldaten.info\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.kindersoldaten.info<\/a>) vor mehr als 10 Jahren gestartet wurde, darunter terre des hommes, Kindernothilfe und die Aktion Wei\u00dfes Friedensband. Viele Minister und Abgeordnete haben schon rote Handabdr\u00fccke von Aktionsgruppen und Schulen entgegengenommen, 2015 unter anderem Au\u00dfenminister Steinmeier und Verteidigungsministerin von der Leyen und 2016 Bundeskanzlerin Merkel, die die von der terre des hommes-AG Radolfzell gesammelten H\u00e4nde bei einem Besuch in der Stadt in Empfang nehmen lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Denn mehrere der sechs Forderungen der Aktion, f\u00fcr die sich das Deutsche B\u00fcndnis Kindersoldaten auch dieses Jahr wieder in Fernsehen, Radio und Zeitungen stark gemacht hat, richten sich auch an deutsche Verantwortliche: Die Grundforderung, das Respektieren der 18-Jahresgrenze bei der Rekrutierung von Soldaten, wird leider auch von der Bundeswehr nicht erf\u00fcllt, sie stellt jedes Jahr 1000 bis 1500 erst 17-J\u00e4hrige M\u00e4dchen und Jungen ein, Tendenz steigend. Dazu wird bei Sch\u00fclern und in Jugendmedien wie der Bravo oder in Sch\u00fclerzeitungen f\u00fcr die Bundeswehr geworben \u2013 und dies meist so besch\u00f6nigend und verharmlosend, dass sich selbst die meisten Bundeswehrsoldaten daf\u00fcr sch\u00e4men. Die Bundeswehr ist nun mal kein Abenteuer-Park mit Lagerfeuer und Beachvolleyball \u2013 doch genau dies sind die Werbebotschaften der \u201eBW-Adventure Games\u201c (Slogan: \u201eAction, Adrenalin und jede Menge Fun!\u201c) oder von \u201eBW-Beachen\u201c. Und Jugendoffiziere und Karriereberater, die in Schulklassen gehen, verschweigen weitgehend die Risiken von Auslandseins\u00e4tzen, Traumatisierung und das T\u00f6ten von Menschen und betonen stattdessen, der Beruf sei wie jeder andere, \u201ewie bei Daimler am Flie\u00dfband zu stehen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber die Nichteinhaltung der 18-Jahresgrenze bei der Rekrutierung und die Werbemethoden der Bundeswehr bei Minderj\u00e4hrigen wurde auch in mehreren Expertenanh\u00f6rungen Anfang des Jahres im Bundestag diskutiert, die von der Kinderkommission und ihrem derzeitigem Vorsitzenden Norbert M\u00fcller von der Linkspartei organisiert wurden. Dazu wurden unter anderem Sch\u00fcler, Psychologen, Regierungsvertreter, Gewerkschaftsvertreter von der GEW und Kinderrechtler von terre des hommes und Kindernothilfe eingeladen. Zudem gab es zwei Kleine Anfragen der Linkspartei an die Bundesregierung zum Thema.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl die 18-Jahresgrenze bei der Rekrutierung von Soldaten inzwischen weltweit von einer gro\u00dfen Mehrheit von L\u00e4ndern eingehalten wird und der UN-Ausschuss f\u00fcr die Rechte des Kindes Deutschland schon mehrfach aufforderte, dies auch zu tun, weigert sich die Bundesregierung bisher mit dem Argument, Sch\u00fclern solle direkt nach dem Schulabschluss die M\u00f6glichkeit gegeben werden, zur Bundeswehr zu gehen. Soldaten und Ausbilder auf <a href=\"http:\/\/www.bundeswehrforum.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.bundeswehrforum.de<\/a> hingegen empfehlen minderj\u00e4hrigen Fragestellern, erstmal eine Ausbildung zu machen und erst vollj\u00e4hrig zur Bundeswehr zu kommen, da sie bei minderj\u00e4hrigen Rekruten \u201efast nur Negatives\u201c erlebt h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Online-Aktion <\/strong><a href=\"http:\/\/www.unter18nie.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>www.unter18nie.de<\/strong><\/a><strong> sammelt Unterschriften f\u00fcr einen Aufruf an Verteidigungsministerin von der Leyen, endlich auf die Rekrutierung von Minderj\u00e4hrigen zu verzichten \u2013 machen Sie mit!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Deutschland setzt sich in L\u00e4ndern wie Myanmar, Afghanistan oder Somalia f\u00fcr eine Einhaltung der 18-Jahresgrenze ein, rekrutiert aber selber 17-J\u00e4hrige. Es unterl\u00e4uft damit den in der UN-Kinderrechtskonvention festgelegten 18-Jahres-Standard f\u00fcr Kinderrechte \u2013 was zwar v\u00f6lkerrechtlich wegen einer Ausnahmeregelung legal ist, aber au\u00dfenpolitisch und menschenrechtlich ein v\u00f6llig falsches Signal setzt. Au\u00dferdem liefert Deutschland weiter Waffen in viele Krisengebiete und L\u00e4nder, in denen Kindersoldaten k\u00e4mpfen und get\u00f6tet werden, beispielsweise in den Nahen Osten (z. B. an Saudi-Arabien, Irak, Vereinigte Arabische Emirate, Katar, Israel, Jordanien), nach Indien, Pakistan, Kolumbien oder an die Philippinen. Es tr\u00e4gt damit zur Eskalation dieser Konflikte bei und verletzt eine weitere Grundforderung der Aktion Rote Hand: \u201eKeine Waffen in Kinderh\u00e4nde \u2013 Waffenexporte in Krisengebiete stoppen\u201c \u2013 auch dazu hatte der UN-Ausschuss f\u00fcr die Rechte des Kindes Deutschland 2014 aufgefordert.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das gro\u00dfe Ziel der Aktion Rote Hand, eine Welt ohne Kindersoldaten, m\u00fcssen alle an einem Strang ziehen. Gerade auch L\u00e4nder wie Deutschland, in denen kein Krieg herrscht, haben hier eine gro\u00dfe Verantwortung und Vorbildrolle, der Deutschland bisher nicht gerecht wird. Es bleibt zu hoffen, dass die \u00fcber 200 Abgeordneten und Mitarbeiter des deutschen Bundestages, die sich auch dieses Jahr wieder an der von der Kinderkommission und Deutschem B\u00fcndnis Kindersoldaten organisierten Sammlung von roten Handabdr\u00fccken im Bundestag beteiligt haben, kritisch bei der Regierung nachhaken. Der Druck auf die Bundesregierung muss weiter erh\u00f6ht werden. Die vielen Rote-Hand-Aktionen in Deutschland tragen dazu bei und legen immer wieder den Finger in die Wunde. <strong>Machen Sie mit \u2013 Aktionen k\u00f6nnen nicht nur am Red Hand Day, sondern das ganze Jahr \u00fcber gemacht werden. Und vergessen Sie nicht, ein Foto Ihrer Aktion und die Anzahl der gesammelten H\u00e4nde hochzuladen auf <\/strong><a href=\"http:\/\/www.redhandday.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>www.redhandday.org<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Militarisierung der Polizei: Wird das G36 k\u00fcnftig zur Polizeiwaffe?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als Reaktion auf die Terroranschl\u00e4ge von Paris soll die franz\u00f6sische Polizei, wie <a href=\"http:\/\/www.lemonde.fr\/police-justice\/article\/2016\/02\/29\/a-paris-les-policiers-des-bac-equipes-de-fusils-d-assaut-contre-les-tueries-de-masse_4873881_1653578.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Le Monde<\/a> berichtet, nun teilweise mit Schnellfeuergewehren ausger\u00fcstet werden. Im Gespr\u00e4ch ist, die rund 1800 Polizisten der \u201eBrigade anti-criminalit\u00e9\u201c mit G36-Gewehren von Heckler &amp; Koch auszur\u00fcsten. Mit Hilfe dieser Waffen soll es den entsprechenden Beamten dann m\u00f6glich sein, auch auf \u201eMassenschie\u00dfereien\u201c (tueries de masse) zu reagieren und paramilit\u00e4risch ausger\u00fcstete \u201eVerbrecher\u201c zu bek\u00e4mpfen. Neben den Schnellfeuergewehren umfasst die neue Ausr\u00fcstung auch neue Munition, milit\u00e4rische Schutzwesten und Helme. Insgesamt werden die Kosten mit rund 17 Millionen Euro angegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Bewaffnung und Neu-Ausrichtung von Polizeieinheiten entspricht dem britischen Modell des \u201eSpecialist Firearms Command\u201c. Die Ausr\u00fcstung dieser Einheit, die insbesondere im Gro\u00dfraum London eingesetzt wird, wurde im Kontext der Londoner Terror-Anschl\u00e4ge von 2005 ebenfalls mit neuen Waffen \u2013 wie dem G36 \u2013 ausger\u00fcstet und ist sp\u00e4testens seitdem als eine paramilit\u00e4rische Einheit zu betrachten.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in Deutschland gibt es mit der im Jahr 2015 aufgestellten \u201eBeweissicherungs- und Festnahmeeinheit\u201c (BFE+) der Bundespolizei mittlerweile entsprechende Kr\u00e4fte, durch die die Unterscheidung zwischen Soldaten und Polizisten schwieriger zu werden droht. W\u00e4hrend insbesondere die Bewaffnung dieser 250 Beamte umfassenden Einheit mit G36-Schnellfeuergewehren als \u201e\u00fcbertrieben\u201c bezeichnet wurde \u2013 wie die <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2015-12\/bundespolizei-anti-terror-einheit-thomas-de-maiziere-spezialeinheit\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zeit<\/a> dokumentierte \u2013 sind mittlerweile jedoch auch Stimmen zu vernehmen, die eine entsprechende Bewaffnung auf Ebene der Landespolizeien fordern. Uwe Petermann, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in Sachsen-Anhalt, trat in diesem Zusammenhang besonders deutlich auf, als er gegen\u00fcber dem <a href=\"http:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/aufruestung-polizei-gewerkschaft-100_zc-fd08c406_zs-950f04ff.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">MDR<\/a> forderte, die Landespolizei in Sachsen-Anhalt k\u00fcnftig auch mit Schnellfeuergewehren des Typs G36 zu bewaffnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter dieser Perspektive w\u00e4re dann vielleicht auch ein Einsatz der Bundeswehr im Innern gar nicht mehr so problematisch?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gro\u00dfauftrag f\u00fcr Heckler &amp; Koch: MR308 f\u00fcr die US-Armee<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im April hat das US-Verteidigungsministerium das Vergabeverfahren f\u00fcr die Nachfolge des M110-Scharfsch\u00fctzengewehr abgeschlossen. Zum Zuge gekommen ist Heckler &amp; Koch mit einer modifizierten Version seines <a href=\"http:\/\/www.heckler-koch.com\/de\/produkte\/sport\/selbstladegewehre\/mr308-a3\/mr308-a3-165\/produktbeschreibung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">MR308<\/a> \/ HK417 im Kaliber 7,62 NATO. Der Auftrag soll die Lieferung von bis zu 3600 Waffen umfassen und sich dann auf einen Gesamtwert von 44,5 Millionen US-Dollar belaufen, wie <a href=\"http:\/\/www.janes.com\/article\/59331\/heckler-koch-to-build-new-us-army-sniper-rifle\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Janes<\/a> berichtete.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>G29: ein neues Scharfsch\u00fctzengewehr f\u00fcr die Bundeswehr<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Spezialkr\u00e4fte der Bundeswehr werden noch in diesem Jahr neue Scharfsch\u00fctzengewehre \u201emittlerer Reichweite\u201c im Kaliber 338 Lapua Magnum erhalten. Das Vergabeverfahren f\u00fcr die seit 2014 laufende <a href=\"http:\/\/ausschreibungen-deutschland.de\/155746_Scharfschuetzenwaffe_mittlere_Reichweite_bestehend_aus_Gewehr_Ziel-_und_Zielhilfsmitteln_2014_Koblenz\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ausschreibung<\/a> war in der Vergangenheit in die Kritik geraten, da der Verdacht bestand, dass der Waffenhersteller Heckler &amp; Koch bevorzugt behandelt worden sei. \u2013 Der <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/verteidigungsministerium-kartellamt-prueft-gewehr-deal-a-1039708.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Spiegel<\/a> berichtete. Im Ergebnis erhielt den Zuschlag nun nicht Heckler &amp; Koch, sondern der zur <a href=\"http:\/\/www.wer-zu-wem.de\/firma\/merkel.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Heckler &amp; Koch Dachgesellschaft<\/a> geh\u00f6rende Waffenhersteller <a href=\"http:\/\/www.cg-haenel.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">C.G. Haenel<\/a> mit Sitz in Suhl mit seinem Repetiergewehr <a href=\"http:\/\/www.cg-haenel.de\/haenel-sport-und-sicherheit\/rs8rs9\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">RS8\/RS9<\/a>. Noch in diesem Jahr soll die Lieferung von insgesamt 124 Gewehren und 49.000 Schuss Munition im Gesamtwert von 2,29 Millionen Euro abgeschlossen werden. Die Entscheidung wird in Th\u00fcringen auch politisch kritisiert: Gr\u00fcne und Linke fordern eine Konversion der Th\u00fcringischen R\u00fcstungsindustrie, wie erneut der <a href=\"http:\/\/www.mdr.de\/thueringen\/linke-gruene-fordern-ausstieg-aus-waffengeschaeften-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">MDR<\/a> berichtete.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ARD-Dokumentarfilm zu Uranmunition<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Bayerische Rundfunk zeigt den 44-min\u00fctigen <a href=\"http:\/\/www.ardmediathek.de\/tv\/Reportage-Dokumentation\/Was-von-Kriegen-\u00fcbrig-bleibt-Video-tgl-\/Das-Erste\/Video?bcastId=799280&amp;documentId=34256048\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dokumentarfilm<\/a> \u201eWas von Kriegen \u00fcbrig bleibt\u201c von Markus Matzel und Karin Leukefeld. Darin wird beschrieben, wie die Nachwirkungen von Kriegswaffeneins\u00e4tzen das Leben der Menschen in den Kriegsgebieten ver\u00e4ndern. Im Kurztext zum Film hei\u00dft es: \u201eIrak, Syrien, Jemen \u2013 der Mittlere Osten geht in Flammen auf. Armeen aus aller Welt k\u00e4mpfen im Hexenkessel der Weltgeschichte. Der Film zeigt, was geschieht, wenn Bomben gefallen und Raketen abgefeuert sind.\u201c So geht es um die Gesundheitssch\u00e4den, unter denen Kinder im Irak leiden. Hier l\u00f6sen Stoffe, die in Waffen enthalten sind, Missbildungen und Krankheiten aus, auch Jahrzehnte nach den Detonationen. Oft tragen die Eltern die gef\u00e4hrlichen Stoffe in sich. Die AutorInnen der Reportage gehen mit ihren Fragen auch auf Teilnehmer der R\u00fcstungsmesse IDEX zu, doch sie erhalten nur zynische oder ablehnende Reaktionen, etwa von VertreterInnen von General Dynamics und einem spanischen Drohnenhersteller. Interviewt werden au\u00dferdem irakische \u00c4rztInnen, die \u00fcber die Langzeitsch\u00e4den durch Waffen mit abgereichertem Uran (beispielsweise von General Dynamics produziert) berichten und darauf hinweisen, dass es politisch nicht gewollt sei, diese Gesundheitsgefahren wissenschaftlich zu untersuchen. Auch der Bundestagsabgeordnete Jan van Aken (Die Linke) wird nach seinen Einsch\u00e4tzungen befragt und gibt seinen Eindruck wieder, dass ihm bei seinem Besuch der Waffenmesse IDEX dort die auf Industriemessen \u00fcblichen Endprodukte \u201egefehlt\u201c h\u00e4tten, sprich die Leichen. Doch die wolle man ja gerade nicht zeigen. Heinrich Bedford-Strohm (Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland) besuchte den Irak und sprach dort mit Kriegsopfern, er mahnt in seinem Statement eine \u00c4nderung der R\u00fcstungsexportpraxis an. Prof. Keith Baverstock von der finnischen Universit\u00e4t Kuopio, der sich mit Strahlensch\u00e4den durch Kriegswaffen befasst, dr\u00e4ngt auf Untersuchungen dar\u00fcber, wo Uranmunition bereits eingesetzt wurde und welche anderen Giftstoffe in der Atmosph\u00e4re freigesetzt wurden. Abschlie\u00dfend wird die nukleare Teilhabe der Bundeswehr, etwa durch Soldaten des Fliegerhorsts B\u00fcchel, thematisiert \u2013 das ist im Grunde atomare Kriegf\u00fchrung (mit angeblich \u00fcberschaubaren Folgen). Also Nonsens bzw. ein Verbrechen. \u2013 Dass die Folgen der Kriege auch lange nach dem Ende der milit\u00e4rischen Aktivit\u00e4ten auftreten, zeigt ein letzter Blick auf den Irak.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere <a href=\"http:\/\/www.daserste.de\/information\/reportage-dokumentation\/dokus\/sendung\/was-von-kriegen-uebrig-bleibt-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Informationen<\/a> zu dieser Dokumentation gibt es bei der ARD.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Konsolidierung und Integration der europ\u00e4ischen R\u00fcstungsindustrie: Ein neuer Anlauf f\u00fcr eine \u201eEADS der Meere\u201c?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 2011 war es schon einmal so weit: Das <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/industrie\/marineschiffbau-thyssenkrupp-plant-eads-der-meere\/4451472.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Handelsblatt<\/a> kolportierte, es g\u00e4be Gespr\u00e4che zwischen ThyssenKrupp und der franz\u00f6sischen Staatswerft DCNS \u00fcber eine m\u00f6gliche Fusion beider Firmen. W\u00e4hrend diese Gespr\u00e4che im Sande verlaufen sind und sich auch das geplante <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article119467676\/Torpedo-Allianz-wird-zum-Rohrkrepierer.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Joint-Venture<\/a> beider Firmen f\u00fcr Herstellung und Entwicklung von Torpedos zerschlagen hat, k\u00f6nnte es in den n\u00e4chsten Monaten erneut zu entsprechenden Vorst\u00f6\u00dfen kommen. Schuld an dieser Entwicklung sind jedoch nicht etwa sinkende R\u00fcstungsausgaben, sondern im Gegenteil bessere Absatzchancen f\u00fcr beide Firmen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.janes.com\/article\/59384\/norway-downselects-dcns-tkms-for-submarine-project\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Norwegen<\/a> hat Anfang April bekannt gegeben, k\u00fcnftig exklusiv mit DCNS und ThyssenKrupp Marine Systems \u00fcber die Lieferung von neuen U-Booten verhandeln zu wollen. Da andererseits <a href=\"http:\/\/www.defensenews.com\/story\/defense\/naval\/submarines\/2016\/04\/06\/norway-poland-submarine-kobben\/82699308\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Polen<\/a> Interesse bekundet hat, bei der Beschaffung neuer U-Boote mit Norwegen kooperieren zu wollen, k\u00f6nnte dies als eine Vorentscheidung f\u00fcr DCNS und TKMS gewertet werden. Und dann ist da nat\u00fcrlich <a href=\"http:\/\/www.theaustralian.com.au\/opinion\/columnists\/greg-sheridan\/dday-approaches-for-vital-submarine-choice\/news-story\/0ec7cc8f4dbb1eee31f1d004800c9d98\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Australien<\/a>, dass wohl in den n\u00e4chsten Wochen die Vorentscheidung f\u00fcr einen Multi-Milliarden-Euro-Auftrag zur Lieferung von U-Booten f\u00e4llen wird. Auch in diesem Fall stehen sich DCNS und TKMS als Konkurrenten gegen\u00fcber. Nach Abschluss dieser Verfahren werden die Auftragsb\u00fccher der beiden Firmen entweder gef\u00fcllt sein \u2013 oder auch leer. In jedem Fall aber wird den politischen Entscheidungstr\u00e4gern die Notwendigkeit deutlich geworden sein, milit\u00e4r-industriell k\u00fcnftig st\u00e4rker zu kooperieren, um k\u00fcnftig vergleichbare Konstellationen zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und Nexter hat deutlich gemacht, dass eine solche \u201eL\u00f6sung\u201c mittlerweile politisch durchsetzbar ist und eine tats\u00e4chliche M\u00f6glichkeit darstellt. Schlie\u00dflich darf die europaweite Auschreibung des MKS180-Projekts zur Entwicklung eines Nachfolgeschiffs f\u00fcr die Fregatte 125 als eine Einladung an die franz\u00f6sische DCNS von Seiten der Bundesregierung verstanden werden, sich um das Projekt zu bewerben. Damit st\u00fcnde dann das gleiche Modell zur Abgrenzung der Gesch\u00e4ftsbereiche im Raum, das schon im Jahr 2011 erwogen wurde: W\u00e4hrend der R\u00fcstungsbereich unterhalb der Wasseroberfl\u00e4che von deutschen R\u00fcstungsunternehmen kontrolliert w\u00fcrde, erhielten die franz\u00f6sischen Firmen die Kontrolle im Markt f\u00fcr die Kriegsf\u00fchrung oberhalb der Wasserlinie.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob es zu dieser Entwicklung kommen wird bzw. wie die Gewichte in einer solchen Partnerschaft verteilt werden, ist jedoch davon abh\u00e4ngig, welcher Hersteller die anstehenden R\u00fcstungsauftr\u00e4ge f\u00fcr sich verbuchen k\u00f6nnen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>In jedem Fall wird die mit der KMW-Nexter Fusion begonnene Entwicklung jedoch Auswirkungen auf den Bereich der Kleinwaffen-Industrie haben. Die franz\u00f6sische Armee sucht, \u00e4hnlich wie die Bundeswehr, nach einem Nachfolgegewehr f\u00fcr das in die Jahre gekommene FAMAS-Schnellfeuergewehr. Diese \u2013 zuletzt von Nexter produzierte Waffe \u2013 wird mittlerweile von einem transnationalen R\u00fcstungsunternehmen hergestellt. So scheint es m\u00f6glich, dass Heckler &amp; Koch bald angetragen werden wird, die entsprechende Sparte zu \u00fcbernehmen und daf\u00fcr das Nachfolgemodell f\u00fcr die franz\u00f6sische Armee entwickeln zu d\u00fcrfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keine minderj\u00e4hrige Soldaten bei der Bundeswehr! \u2013 Das ist leider keine Realit\u00e4t, sondern eine Forderung, die von der deutschen Politik erst noch aufgegriffen werden muss. Ralf Willinger \/ terrres des hommes berichtet in einem Beitrag f\u00fcr den DAKS-Newsletter \u00fcber Hintergr\u00fcnde und vom Red Hand Day 2016. 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