{"id":1438,"date":"2016-10-31T13:15:00","date_gmt":"2016-10-31T12:15:00","guid":{"rendered":"https:\/\/rib-ev.de\/?p=1438"},"modified":"2024-07-19T15:03:25","modified_gmt":"2024-07-19T13:03:25","slug":"daks-newsletter-oktober-2016-ist-erschienen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rib-ev.de\/?p=1438","title":{"rendered":"DAKS-Newsletter Oktober 2016 ist erschienen!"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Bundesregierung hat neue R\u00fcstungsexport-Zahlen ver\u00f6ffentlicht: Damit ist nun der Wert der Exportgenehmigungen bekannt, die im 1.Halbjahr 2016 erteilt worden sind. Im neuen DAKS-Newsletter haben wir uns an einer Auswertung des Datenmaterials versucht. Leider ist es nicht m\u00f6glich aus dem ver\u00f6ffentlichten Material R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Waffen(arten) zu machen, deren Export genehmigt wurde. Allgemeine Trends sind aus dem R\u00fcstungsexportbericht jedoch ablesbar. \u2013 Und die haben unsere Sorge geweckt. Mehr dazu im neuen Newsletter!<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Weiterempfehlen: Wenn Sie den Kleinwaffen-Newsletter abonnieren wollen<br>(als kostenlose E-Mail), senden Sie uns einfach eine <a href=\"mailto:daks-news@rib-ev.de?subject=Kleinwaffen-%20Newsletter\">Mail<\/a> mit dem Stichwort<br>\u201eKleinwaffen-Newsletter\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>DAKS-Newsletter Oktober 2016<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erste Zahlen: Deutsche R\u00fcstungsexporte im Jahr 2016<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Bundeskabinett hat einen <a href=\"http:\/\/www.bmwi.de\/BMWi\/Redaktion\/PDF\/Publikationen\/ruestungsexportbericht-erstes-halbjahr-2016,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">R\u00fcstungsexportbericht<\/a> f\u00fcr das 1. Halbjahr 2016 verabschiedet und kann ein durchweg positives Fazit ziehen: Durch die halbj\u00e4hrlichen Berichte wird die Transparenz verbessert. \u201eNie zuvor wurde so transparent \u00fcber die R\u00fcstungsexportpolitik der Bundesregierung und \u00fcber konkrete Genehmigungsentscheidungen informiert.\u201c (R\u00fcstungsexportbericht 1\/2016, S. 2)<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem wurde \u201edie R\u00fcstungsexportpolitik deutlich restriktiver gestaltet als in vergangenen Legislaturperioden und die rechtlichen Grundlagen versch\u00e4rft\u201c. (ebd. S. 2) Exporte in Drittl\u00e4nder sind unter diesen Umst\u00e4nden fast nicht mehr m\u00f6glich, denn: \u201eIm Koalitionsvertrag wurde ausdr\u00fccklich best\u00e4tigt, dass bei R\u00fcstungsexportentscheidungen in sogenannte Drittl\u00e4nder die Politischen Grunds\u00e4tze und damit eine restriktive Genehmigungspraxis f\u00fcr das Regierungshandeln verbindlich sind.\u201c (ebd. S. 2) Kurz gesagt: Die derzeitige Bundesregierung nimmt R\u00fcstungsexport nicht auf die leichte Schulter und hat \u201edie strengsten Regeln f\u00fcr R\u00fcstungsexporte geschaffen, die es in Deutschland jemals gab\u201c.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Leider ist nicht ganz klar, auf welcher Grundlage die Bundesregierung zu dieser Einsch\u00e4tzung kam, denn die ver\u00f6ffentlichten Zahlen weisen in eine grundlegend andere Richtung: Im 1. Halbjahr 2016 gab es kaum ein Land auf der Welt, in das Deutschland keine Waffenexporte genehmigt hat.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/rib-ev.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/empfaengerlaender-gesamt-768x370-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1440\" width=\"654\" height=\"315\" srcset=\"https:\/\/rib-ev.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/empfaengerlaender-gesamt-768x370-1.jpg 768w, https:\/\/rib-ev.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/empfaengerlaender-gesamt-768x370-1-300x145.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 654px) 100vw, 654px\" \/><figcaption><em>Empf\u00e4ngerl\u00e4nder deutscher R\u00fcstungsexporte im 1. Halbjahr 2016 (blau markiert)<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Und so ist es blanker Hohn, das bestehende R\u00fcstungsexportkontrollregime als restriktiv zu bezeichnen, und die Behauptung, die bestehenden Verbotskriterien streng auszulegen, dokumentiert eine gravierende Form von Realit\u00e4tsverlust. Faktisch genehmigt die Bundesregierung direkte R\u00fcstungsexporte, so lange es nicht ausdr\u00fccklich verboten ist. Die Genehmigungspraxis folgt dabei keiner erkennbaren politischen Logik, denn beliefert werden h\u00e4ufig alle denkbaren Konfliktparteien: alle Balkanl\u00e4nder, die Ukraine und Russland, Taiwan und China, Israel und die pal\u00e4stinensische Autonomiebeh\u00f6rde (vgl. hierzu R\u00fcstungsexportbericht 1\/2016, S. 21, Fu\u00dfnote 17). Deshalb und nicht etwa, weil die Genehmigungspraxis restriktiv ist, sind die Genehmigungswerte im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum erneut gestiegen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Genehmigungen f\u00fcr R\u00fcstungsexporte im 1. Halbjahr 2015 und im 1. Halbjahr 2016<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>Empf\u00e4ngergruppe<\/strong><\/td><td><strong>Anzahl Genehmigungen<\/strong><\/td><td><strong>Gesamtwert in Euro<\/strong><\/td><\/tr><tr><td><\/td><td>1. Halbjahr 2015<\/td><td>1. Halbjahr 2016<\/td><td>1. Halbjahr 2015<\/td><td>1. Halbjahr 2016<\/td><\/tr><tr><td>EU<\/td><td>2467<\/td><td>2517<\/td><td>1.511.715.686<\/td><td>501.037.301<\/td><\/tr><tr><td>NATO und NATO-gleichgestellte L\u00e4nder<\/td><td>2200<\/td><td>2031<\/td><td>269.276.593<\/td><td>1.214.323.345<\/td><\/tr><tr><td>Drittl\u00e4nder<\/td><td>1674<\/td><td>1904<\/td><td>1.674.449.996<\/td><td>2.317.113.686<\/td><\/tr><tr><td>Gesamt<\/td><td>6341<\/td><td>6452<\/td><td>3.455.442.275<\/td><td>4.032.474.332<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt, dass derzeit noch nicht absehbar ist, ob der R\u00fcckgang bei den Genehmigungen f\u00fcr den Export von Kleinen und Leichten Waffen nachhaltig ist und ob eine tats\u00e4chliche Trendwende in diesem Bereich stattgefunden hat.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Genehmigungen f\u00fcr den Export von Kleinen und Leichten Waffen<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>Empf\u00e4ngergruppe<\/strong><\/td><td><strong>Gesamtwert in Euro<\/strong><\/td><\/tr><tr><td><\/td><td>1. Halbjahr 2015<\/td><td>1. Halbjahr 2016<\/td><\/tr><tr><td>EU<\/td><td>3.190.846<\/td><td>7.423.393<\/td><\/tr><tr><td>NATO und NATO-gleichgestellte L\u00e4nder<\/td><td>3.476.346<\/td><td>832.997<\/td><\/tr><tr><td>Drittl\u00e4nder<\/td><td>5.754.527<\/td><td>3.385.690<\/td><\/tr><tr><td>Gesamt<\/td><td>12.421.719<\/td><td>11.642.080<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Bundesregierung nimmt zwar f\u00fcr sich in Anspruch, dass der R\u00fcckgang der Genehmigungswerte um 779.639 Euro eine Art Trendwende darstellt und als \u201eFolge der restriktiven und verantwortungsvollen R\u00fcstungsexportpolitik der Bundesregierung\u201c (R\u00fcstungsexportbericht 1\/2016, S. 5) zu deuten sei, doch scheint die Realit\u00e4t auch in diesem Fall wesentlich komplexer als dargestellt. Zum einen wird im Rahmen des Berichts darauf hingewiesen, dass bereits jetzt weitere Antr\u00e4ge zum Export von Kleinwaffen vorliegen, deren Bearbeitung sich jedoch verz\u00f6gert hatte. Zum anderen gilt es zu betonen, dass die kurdische Regionalregierung im Irak im 1. Halbjahr 2016 zu den gr\u00f6\u00dften Empf\u00e4ngern deutscher Kleinwaffen geh\u00f6rte. (ebd., S. 5) Dadurch mag sich der Gesamtwert der Genehmigungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar um rund 800.000 Euro verringert haben, die Brisanz der getroffenen Exportgenehmigungen hat sich jedoch erneut dramatisch erh\u00f6ht.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist ein Kennzeichen dieser erh\u00f6hten Brisanz der deutschen R\u00fcstungsexporte, wenn der Wert der Genehmigungen zum Export von Kleinwaffen-Munition im vergangenen Halbjahr um 1053% gestiegen ist. Lagen die entsprechenden Werte im 1. Halbjahr 2015 bei rund 27 Millionen Euro, wurde im 1. Halbjahr 2016 Exporte in H\u00f6he von rund 284 Millionen Euro genehmigt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Genehmigungen f\u00fcr den Export von Munition f\u00fcr Kleine und Leichte Waffen<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>Empf\u00e4ngergruppe<\/strong><\/td><td><strong>Gesamtwert in Euro<\/strong><\/td><\/tr><tr><td><\/td><td>1. Halbjahr 2015<\/td><td>1. Halbjahr 2016<\/td><\/tr><tr><td>EU<\/td><td>10.876.776<\/td><td>6.526.884<\/td><\/tr><tr><td>NATO und NATO-gleichgestellte L\u00e4nder<\/td><td>12.282.362<\/td><td>268.516.159<\/td><\/tr><tr><td>Drittl\u00e4nder<\/td><td>3.804.212<\/td><td>8.771.402<\/td><\/tr><tr><td>Gesamt<\/td><td>26.963.350<\/td><td>283.814.445<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Diese Entwicklung belegt keinen restriktiven Umgang mit R\u00fcstungsexporten, eine verantwortungsvolle R\u00fcstungsexportpolitik der Bundesregierung oder die strengen Regeln des deutschen R\u00fcstungsexportkontrollregimes, sondern dass im vergangenen Jahr zu viel geschossen wurde. Um die verschiedenen Kriege fortsetzen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen die Best\u00e4nde an Munition erg\u00e4nzt und aufgef\u00fcllt werden \u2013 und Deutschland liefert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Presseerkl\u00e4rung von \u201eAktion Aufschrei! \u2013 Stoppt den Waffenhandel\u201c:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Export von Kleinwaffen und Munition muss verboten werden!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aktion Aufschrei \u2013 Stoppt den Waffenhandel! zum heute im Bundeskabinett verabschiedeten R\u00fcstungsexportbericht f\u00fcr das 1. Halbjahr 2016<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die \u201aAktion Aufschrei \u2013 Stoppt den Waffenhandel!\u2018 fordert mit einer Unterschriftenaktion ein gesetzliches Verbot f\u00fcr den Export von Kleinwaffen und der zugeh\u00f6rigen Munition.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie sich wie ein Mantra wiederholenden Behauptungen von Wirtschaftsminister Gabriel, besonders zur\u00fcckhaltend bei der Genehmigung von R\u00fcstungsexporten zu sein, verkommen angesichts der neuen Rekordzahlen immer mehr zu reinen Lippenbekenntnissen\u201c, so Paul Russmann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Ohne R\u00fcstung Leben und Sprecher der \u201aAktion Aufschrei \u2013 Stoppt den Waffenhandel!\u2018. Russmann: \u201eAuf Platz eins der Empf\u00e4ngerl\u00e4nder deutscher Kriegswaffen steht Algerien, auf Platz drei Saudi-Arabien. Wer sich die Situation in diesen L\u00e4ndern vor Augen f\u00fchrt, kann nicht mit gutem Gewissen behaupten, deutsche R\u00fcstungsexporte dorthin seien unbedenklich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Richtlinien der Bundesregierung besagen, dass R\u00fcstungsexporte an Drittstaaten nur in Ausnahmef\u00e4llen genehmigt werden. Wenn jedoch fast 60 Prozent der aktuell genehmigten Werte an Staaten au\u00dferhalb von EU und NATO gehen, wird die Ausnahme zur Regel\u201c, sagt Christine Hoffmann, Generalsekret\u00e4rin von pax christi und Sprecherin der \u201aAktion Aufschrei \u2013 Stoppt den Waffenhandel!\u2018.<\/p>\n\n\n\n<p>Laut Handelsblatt sieht die Bundesregierung Saudi-Arabien als \u201eeinen Stabilit\u00e4tsanker im Nahen Osten\u201c. Der Wert der genehmigten Lieferungen an Riad stieg von 179 Millionen im Vorjahreszeitraum auf etwa 484 Millionen Euro. \u201eDass das Land systematisch Menschenrechte verletzt und erst k\u00fcrzlich sogar von den USA f\u00fcr brutalste Angriffe auf zivile Ziele im Jemen ger\u00fcgt wurde, wird in diesem Zusammenhang offensichtlich als zweitrangig angesehen\u201c, so Paul Russmann.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die Bundesregierung die Ausfuhr von Kleinwaffen im ersten Halbjahr leicht gesenkt hat, haben sich die Exporte von Kleinwaffenmunition verzehnfacht. Die Munitionslieferungen gingen zwar gr\u00f6\u00dftenteils an B\u00fcndnisstaaten \u2013 aber auch in den Irak. Ein Umstand, der Christine Hoffmann emp\u00f6rt: \u201eDeutschland liefert in einen hei\u00dfen Krieg. Viele der Menschen, die im Irak sterben, sterben an deutscher Munition!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heckler &amp; Koch: Ersatzteile f\u00fcr Saudi-Arabien?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Ank\u00fcndigung, die im <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.bmwi.de\/BMWi\/Redaktion\/PDF\/Publikationen\/ruestungsexportbericht-erstes-halbjahr-2016,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf\" target=\"_blank\">R\u00fcstungsexportbericht<\/a> 1\/2016 gemacht wurde, dass im 2. Halbjahr einige Entscheidungen f\u00fcr den Export von Kleinwaffen anstehen, die bereits vorliegen, aber im 1. Halbjahr nicht mehr bearbeitet werden konnten, stimmt nachdenklich. Nach dem Prozess-Erfolg von Heckler &amp; Koch im Juni 2016 (vgl. <a href=\"https:\/\/rib-ev.de\/?p=1634\">DAKS-Newsletter 07\/2016<\/a>) und der Ende September publik gewordenen Forderung aus saudischen Milit\u00e4rkreisen, dass Deutschland seine <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/saudi-arabien-pocht-auf-einhaltung-von-ruestungsvertraegen-mit-deutschland-a-1114203.html\" target=\"_blank\">Vertragsverpflichtungen<\/a> zur Lieferung von Waffenkommponenten erf\u00fcllt, deutet nun auch diese Andeutung in eine bestimmte Richtung, die es m\u00f6glich erscheinen l\u00e4sst, dass Heckler &amp; Koch schon bald wieder Waffen(teile) nach Saudi-Arabien liefern darf. Damit w\u00fcrde die Behauptung der Bundesregierung, eine restriktive Exportpolitik zu betreiben, jedoch endg\u00fcltig entwertet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Brasiliens Schusswaffen-Modernisierung: Trend zum \u201ealten\u201c Kaliber?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Informationsdienst Jane\u00b4s meldet, dass Brasiliens Milit\u00e4rf\u00fchrung plant, neue Schnellfeuergewehre im Kaliber 7,62 x 51 mm zu erwerben. Das \u201e<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/IMBEL_A2\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">IA2<\/a>\u201c wird von der staatlichen brasilianischen R\u00fcstungsfirma <a href=\"http:\/\/www.imbel.gov.br\/index.php\/fuzis-e-carabinas\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">IMBEL<\/a> (Ind\u00fastria de Material B\u00e9lico do Brasil) mit Sitz in Piquete (Brasilien) gebaut. Wie Victor Barreira (Brasilia) berichtet, soll diese Waffe die bisher verwendeten FAL-Gewehre (Fusil Automatique L\u00e9ger, entwickelt von der belgischen Firma Fabrique Nationale d\u2019Herstal), aber auch Modelle wie das M16 und das Heckler &amp; Koch-Gewehr HK33 ersetzen. Das IA2 soll \u00fcber einen geringen R\u00fccksto\u00df verf\u00fcgen und besteht \u2013 wie auch das G36 \u2013 zu einem gro\u00dfen Teil aus Polymer-Stoffen, es hat aber keinen Drehkopfverschluss wie beispielsweise das G36, sondern die Verschlusstechnik eines FAL-Gewehrs. Interessant ist vor allem, dass es diese Waffe in zwei Varianten gibt: Eine Version verschie\u00dft Munition im NATO-Standardkaliber 5,56 x 45 mm (wie ebenso das G36, das HK416, das neue MG5 von HK und der US-amerikanische M4-Karabiner), die andere Version dagegen verschie\u00dft Munition im \u201ealten\u201c Kaliber <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/7,62_\u00d7_51_mm_NATO#Verwendung\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">7,62 x 51<\/a>, das etwa beim G3 und auch beim HK417 Verwendung findet. Nachdem die Armee, verschiedene brasilianische Milit\u00e4rpolizeien und andere Sicherheitsbeh\u00f6rden des Landes in den vergangenen Jahren Waffen der 5,56-Version erworben haben, scheint nun geplant, die 7,62-Variante auszuw\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschland und anderen L\u00e4ndern war ja diskutiert worden, ob das 5,56-Kaliber durchschlagskr\u00e4ftig genug sei (Stichwort \u201eMannstoppwirkung\u201c, welch grausiges Wort!), auch wurde bezweifelt, ob dieses Kaliber \u00fcber weite Entfernungen noch effektiv, d. h. t\u00f6dlich sei. Nun k\u00f6nnte es wieder einen Trend zum \u201ealten\u201c Kaliber geben \u2013 und auch Heckler &amp; Koch k\u00f6nnte diesen Weg gehen, wenn es im \u201eKampf\u201c um die m\u00f6glicherweise wirklich kommende (vielleicht auch nur teilweise durchgef\u00fchrte) Ersetzung des G36-Standardgewehrs der Bundeswehr darum geht, eine Waffe im Kaliber 7,62 anzupreisen, etwa das HK417. Noch wird in Brasilien getestet, aber man kann sich nat\u00fcrlich jetzt schon fragen, ob diese Waffe auch exportiert werden soll bzw. was mit den \u201eAltwaffen\u201c \u2013 zum Beispiel mit den HK33-Gewehren \u2013 passieren wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Bedenken muss man auch: Brasiliens Sicherheitskr\u00e4fte sind im Kampf gegen kriminelle Organisationen f\u00fcr ihre extralegalen T\u00f6tungen ber\u00fcchtigt, wie <a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/video-photos\/video\/2016\/07\/07\/unlawful-police-killings-undermine-law-enforcement-brazil\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Human Rights Watch<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.amnesty.org\/en\/countries\/americas\/brazil\/report-brazil\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Amnesty International<\/a> berichten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>R\u00fcstungsexportkontrolle: Die R\u00fcstungsindustrie fordert eine europ\u00e4ische L\u00f6sung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl die Exportzahlen steigen, macht sich die deutsche R\u00fcstungsindustrie Sorgen um ihre Zukunft. Anl\u00e4sslich eines \u201eTrialogs\u201c zwischen Politik, Industrie und Bundeswehr \u00fcber die Situation der R\u00fcstungsindustrie in Deutschland wurde mit Kritik an der bestehenden Gesetzgebung nicht gespart. Friedrich L\u00fcrssen \/ L\u00fcrssen Werft etwa f\u00fchlt sich \u2013 laut <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!5348323\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">TAZ<\/a> \u2013 von Franzosen und Italienern ausgelacht, weil er nicht den Export von 30 Patrouillenbooten f\u00fcr Saudi-Arabien auf einmal beantragen kann, sondern f\u00fcr jedes einzelne Schiff eine gesonderte Exportgenehmigung beantragen muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage ist, welche Schl\u00fcsse aus dieser Situation gezogen werden k\u00f6nnen: Liegt die Unzufriedenheit der deutschen R\u00fcstungsindustrie wirklich an der Restriktivit\u00e4t der deutschen Gesetzgebung? Kaum, denn am Ende wird die L\u00fcrssen-Werft ja 30 Exportgenehmigungen erhalten, so dass das Gesch\u00e4ft mit Saudi-Arabien stattfinden kann. Seine Kritik hat nur insofern eine Berechtigung, als sie sich auf den b\u00fcrokratischen Aufwand bezieht, der mit den Exporten verbunden ist. Und es stimmt: Eine \u00fcberbordende B\u00fcrokratie ist in der Regel kein Zeichen von Qualit\u00e4t. Zumal wenn die Ergebnisse \u2013 das Ja zu jedem einzelnen Exportantrag \u2013 schon im Vorfeld abzusehen sind. In Konsequenz pl\u00e4diert Friedrich L\u00fcrssen eigentlich f\u00fcr die Erarbeitung eines einheitlichen R\u00fcstungsexportkontrollgesetzes \u2013 auch wenn er das als Industrievertreter niemals eingestehen w\u00fcrde bzw. unter einem anderen Blickwinkel sieht. Diese andere Perspektive wird durch BDI-Chef Ulrich Grillo hervorgehoben, wenn er kritisiert:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Den politischen Entscheidern muss bewusst sein, dass sie der Industrie ihre Leistungsf\u00e4higkeit nehmen, wenn sie massiv in deren wirtschaftliches Handeln eingreifen [\u2026]. Genau das geschieht seit einiger Zeit, vor allem beim Export wehrtechnischer G\u00fcter.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Was Grillo hier kritisiert, ist nicht einfach eine \u00fcberbordende B\u00fcrokratie, sondern die Berechtigung staatlicher Regulierung \u00fcberhaupt. Was er sich w\u00fcnscht, ist eine Deregulierung des R\u00fcstungsmarktes. \u2013 Aus Sicht eines Industrievertreters sicherlich eine berechtigte Forderung, aus friedensethischer Perspektive jedoch fatal.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnliches gilt auch f\u00fcr eine m\u00f6gliche Europ\u00e4isierung der R\u00fcstungsexportkontrolle, wie sie laut TAZ von Armin Papperger, Vorstandsmitglied von Rheinmetall, ins Spiel gebracht wurde. Er erkl\u00e4rt:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Das europ\u00e4ische Exportgesetz wird sicher nicht das deutsche Exportgesetz sein [\u2026]. Aber wenn man Gerechtigkeit m\u00f6chte, dann braucht man das europ\u00e4ische Exportgesetz.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Aus dieser Perspektive sollen europ\u00e4ische Regelungen zum R\u00fcstungsexport nicht der Regulierung des Marktes dienen, sondern sollen ein Instrument darstellen, um angeblich vorhandene Wettbewerbsnachteile der deutschen R\u00fcstungsindustrie auszugleichen. Die Regelungen h\u00e4tten demnach nicht zum Ziel, den Export von Waffen einzuschr\u00e4nken, sondern im Gegenteil der deutschen Industrie zu erm\u00f6glichen, k\u00fcnftig mehr R\u00fcstungsg\u00fcter zu exportieren und einen gr\u00f6\u00dferen Marktanteil zu erreichen. Eine solche Forderung verkehrt den Sinn von Regulierungen des R\u00fcstungsmarktes in sein Gegenteil. Und es zeigt die Notwendigkeit, eine restriktive R\u00fcstungsexportkontrollgesetzgebung in Deutschland und Europa zu installieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Neue U-Boote f\u00fcr Israel?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Misserfolg bei der Bewerbung um den australischen U-Boot-Auftrag kann die Kieler Werft TKMS nun Hoffnung sch\u00f6pfen: Israel erw\u00e4gt, drei U-Boote zu bestellen. Diese sollen die \u00e4lteren, in den Jahren 1999 und 2000 in Dienst gestellten Boote Dolphin, Leviathan und Tekuma ersetzen und die israelische U-Boot-Flotte modernisieren und vereinheitlichen. Nach Abschluss dieser Neu-Beschaffung w\u00fcrde Israel dann \u00fcber 6 U-Boote der Dolphin2-Klasse verf\u00fcgen. Diese qualitative Aufr\u00fcstung wird jedoch wahrscheinlich durch eine quantitative Aufr\u00fcstung erg\u00e4nzt: Es scheint nicht wahrscheinlich, dass Israel die noch relativ neuen U-Boote der Dolphin1-Klasse verschrotten wird. Eher scheint es, als w\u00fcrden die Boote au\u00dfer Dienst gestellt und als Reserve erhalten. In einem Konfliktfall k\u00f6nnten die Boote dann reaktiviert werden und die israelische Marine w\u00e4re bef\u00e4higt nicht nur sechs, sondern neun U-Boote einzusetzen. Angesichts der Aufr\u00fcstung \u00c4gyptens, Algeriens und Saudi-Arabiens, die derzeit mit deutscher Unterst\u00fctzung ihre Marine modernisieren, w\u00fcrde dadurch die \u00dcberlegenheit der israelischen Marine garantiert.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die U-Boote der Dolphin1-Klasse in Israel umgebaut wurden, um atomar best\u00fcckbare Marschflugk\u00f6rper zu verschie\u00dfen, werden die U-Boote der Dolphin2-Klasse werftm\u00e4\u00dfig mit entsprechenden Torpedo-Rohren ausger\u00fcstet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bundesregierung hat neue R\u00fcstungsexport-Zahlen ver\u00f6ffentlicht: Damit ist nun der Wert der Exportgenehmigungen bekannt, die im 1.Halbjahr 2016 erteilt worden sind. Im neuen DAKS-Newsletter haben wir uns an einer Auswertung des Datenmaterials versucht. Leider ist es nicht m\u00f6glich aus dem ver\u00f6ffentlichten Material R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Waffen(arten) zu machen, deren Export genehmigt wurde. 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